Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Saunen wird deutlich teurer

Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozent Saunen wird deutlich teurer

Saunabesucher müssen künftig mehr Geld zahlen. Zum 1. Juli fällt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz, der seit 1968 gilt, fort. Statt sieben Prozent sind dann 19 Prozent ans Finanzamt zu entrichten.

Voriger Artikel
Göttinger Firmen drehen Werbefilm für Outdoor-Ausrüster Vaude
Nächster Artikel
350 Gäste beim Neujahrsempfang der Volksbank Göttingen

Den Betreibern machen bereits gestiegene Personal- und Energiekosten zu schaffen: Saunalandschaft im Hotel Freizeit In.

Quelle: EF

Göttingen. Der Deutsche Sauna-Bund rechnet mit „erheblichen Besucherrückgängen“. Ein „Großteil“ der 2150 öffentlichen Saunabäder werde „in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten“ geraten.

„Wir werden die Preise 2015 noch nicht erhöhen“, betont Alexander Hirt, Prokurist der Göttinger Sport und Freizeit GmbH. Sein Unternehmen betreibt das Badeparadies Eiswiese, zu dem die mit 5000 Quadratmetern größte Saunalandschaft der Stadt gehört. Die anstehende Steuererhöhung kommt für Hirt nicht überraschend. „Bereits im Mai 2005 hat das oberste deutsche Steuergericht, der Bundesfinanzhof in München, die Mehrwertsteuerermäßigung für nicht rechtens erklärt“, weiß der Prokurist. Ein Jahrzehnt lang sei das Urteil nicht umgesetzt worden. Nun mache Brüssel Druck.

Einen Teil der Steuerhöhung will das Badeparadies mit einer Senkung der Energiekosten auffangen. Im Frühjahr nimmt die GmbH ein Blockheizkraftwerk in Betrieb. So kann das Unternehmen den benötigten Strom selbst erzeugen. „Das ist billiger“, erklärt Hirt. Die Investition von 180 000 Euro werde sich innerhalb von zwei, drei Jahren amortisiert haben.

„Beim Personal lässt sich dagegen nur schwer sparen“, meint der Prokurist. Aufgrund der Tarifabschlüsse für den öffentlichen Dienst steigen die Kosten für das Tochterunternehmen der Stadt. „Wir brauchen acht bis zehn Vollzeitkräfte und Aushilfen, weil unsere Saunalandschaft groß ist“, erläutert Hirt. Da sich die Besucher unter einander nicht kennen würden, nähmen sie sich bei mangelnder Aufsicht einige unter dem Deckmantel der Anonymität Dinge heraus, die sie anderenfalls nicht tun würden.

„Die Steuererhöhung ist für uns auch deswegen schmerzhaft, weil der profitable Saunabereich mit seinen rund 100 000 Besuchern bisher den wenig ertragreichen Schwimmbadbereich mitfinanziert hat“, gibt der Prokurist zu bedenken. 

Bereits heute der volle Satz

Von einem „Schlag ins Gesicht unserer Kunden“ spricht Olaf Feuerstein, geschäftsführender Gesellschafter des Hotels Freizeit In. Zum Vital Spa des Hotels, das von 130 000 Besuchern im Jahr genutzt wird, gehört auch ein 2500 Quadratmeter großer Saunabereich. Das Hotel will in den kommenden Wochen ein Konzept erarbeiten, wie mit der Herausforderung umzugehen ist. „Auch die Personalkosten sind in den vergangenen Jahren gestiegen“, berichtet Feuerstein. Und der Strom sei mittlerweile „abartig teuer“. Dabei nutze das Hotel bereits Energie von einem Blockheizkraftwerk.

Keine Preiserhöhungen für die Sauna wird es 2015 auf dem Campingplatz Hoher Hagen geben, kündigt Inhaber Bernd Lesser an. 500 Quadratmeter ist sein Sauna- und Wellnessbereich groß. Dieser Bereich, zudem auch ein Solarium und Infrarotkabinen gehörten, trage maßgeblich zu hohen Belegzahlen auf dem Campingplatz bei, sagt Lesser. Derzeit habe er 150 Gäste. Sie wüssten es zu schätzen, dass sie bei Schnee draußen im Whirlpool liegen könnten.

Gelassen sehen die Fitnessstudios der Mehrwertsteuererhöhung entgegen. Ihre Nutzer zahlen heute bereits den vollen Satz. „Die Ermäßigung bekämen wir nur, wenn wir einen separaten Eingang schaffen und mit den Saunagängern gesonderte Verträge abschließen würden“, erklärt Uwe Lutz vom Fitnessstudio Kraftwerk. Dass sei den meisten Studios zu viel Aufwand. Das Kraftwerk verfügt über eine 80 Quadratmeter große Sauna.

Entspannt reagiert auch das Rehazentrum Rainer Junger im Sprangerweg 3. Dort gehört die Nutzung des 370 Quadratmeter großen Saunabereichs zu den Zusatzleistungen des Gesundheitstrainings, die ohne Mehrkosten angeboten werden, teilt Verwaltungsleiter Reiner G. Martin mit.

Von Michael Caspar

Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 10.705,00 +1,82%
TecDAX 1.703,00 +0,98%
EUR/USD 1,0765 +2,18%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. BANK 15,42 +4,72%
BMW ST 82,38 +3,35%
INFINEON 15,79 +3,09%
LINDE 156,23 +0,01%
Henkel VZ 106,87 +0,27%
BEIERSDORF 75,80 +0,40%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 154,79%
Polar Capital Fund AF 102,15%
Stabilitas GOLD+RE AF 93,39%
Morgan Stanley Inv AF 91,64%
First State Invest AF 89,33%

mehr

Wirtschaft Rubriken
Rubriken Wirtschaft Göttingen und die Welt