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„Schuster hat immer die schlechtesten Schuh“

Standortschließung „Schuster hat immer die schlechtesten Schuh“

Die Telekom strukturiert um. Bis 2012 sollen 141 Standorte mit Geschäftskundenservice und Vertrieb an neun Zentren gebündelt werden. Für rund 50 Beschäftigte am Standort Göttingen heißt das, Pendeln oder Umzug nach Hannover. Das wollen die Betroffenen nicht kampflos hinnehmen.

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Wollen um ihre Arbeitsplätze in Göttingen kämpfen: 50 Beschäftigte im Telekom-Geschäftskundenbereich.

Quelle: Hinzmann

Wieder mal stehen sie vor dem Gebäude Reinhard-Rube-Straße 17, wieder mal protestieren sie gegen Pläne ihres Arbeitgebers. Nur kleiner als in den Vorjahren ist das Grüppchen Telekom-Mitarbeiter, das gestern im Rahmen einer „aktiven Mittagspause“ gegen ein „unsoziales Standortkonzept“ protestierte.

Alle sind ausgestempelt, damit es keinen Ärger gibt. 30 Minuten wollen sie Passanten und Presse über den „versteckten Arbeitsplatzabbau“ in Göttingen informieren. Auch Sandra Herrmann. Wie es für sie und ihre Familie weitergehen soll, wenn die Telekom ihre Pläne wahrmacht, weiß die 36-Jährige nicht. Wie viele Kollegen pendelt sie schon jetzt – täglich von Imbsen nach Göttingen und zurück. Schon jetzt ist die Betreuung ihres Kindes nicht einfach.

Dass sie künftig mehrere Stunden Fahrzeit kalkulieren soll, kann sich Herrmann nicht vorstellen. Zum Zeit- kommt noch das Kostenproblem: Hort (140 Euro), Mittagsessen (46,50 Euro), 2945 Euro Bahnkosten pro Jahr, Parkplatzgebühren (150 Euro), S-Bahn-Tickets. „Dann gehe ich für die Arbeit arbeiten“, sagt Herrmann, die vor 20 Jahren bei der Telekom Fernmeldeassistentin/Anwärter gelernt hat. Das rechnet sich nicht, weiß sie, betont aber gleichzeitig: „Wir gehen nicht kampflos.“ Sämtliche Umstrukturierungen hat Ruth Bellmann mitgemacht. Seit 29 Jahren ist sie bei der Telekom.

„Immer haben wir Mitarbeiter die Veränderungen ausgeglichen“, erinnert sie sich. Und Jetzt? Rund 50 Beschäftigte und Kollegen aus anderen Telekom-Standorten (in Göttingen gibt es noch rund 600 Mitarbeiter) sind zur Protestaktion gekommen. „Nur noch zum Schlafen zu Hause“ steht auf den Transparenten. Etliche Auszeichnungen habe die Telekom für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erhalten, sagt Hilka Wissel vom Verdi-Ortsverein. Das funktioniere schon lange nicht mehr. Ihr Fazit: „Der Schuster hat immer die schlechtesten Schuh.“

Enttäuscht von der Politik ist Matthias Hänsel. Der 45-jährige Familienvater, der seit 26 Jahren bei der Telekom ist, hatte auf Unterstützung von oben gehofft. Jetzt stehe man wieder allein auf der Straße.

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