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Seniorenzentrum Göttingen investiert in Bereich für Pflegebedürftige

1,8 Millionen Euro für „Pflege-Oase“ Seniorenzentrum Göttingen investiert in Bereich für Pflegebedürftige

Wieviele Kinder haben im Schwimmbad am Saathoffplatz ihre ersten Züge gemacht. Wieviele Alte sind dort gegen ihr Rheuma angeschwommen. Vergangenheit. Im November 2014 wurde das Schwimmbad am Ingeborg-Nahnsen-Platz geschlossen. Im August 2015 wird im Souterrain des seit 2005 umfirmierten Seniorenzentrums Göttingen eine „Pflege-Oase“ eröffnet.

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Im entkernten Schwimmbad des Seniorenzentrums: Geschäftsführer Jens-Uwe Krüger und Techniker Klaus Eschhorn (r.).

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. „Wir hätten mehr als 1 Mio. Euro investieren müssen, um das Schwimmbad instand zu setzen“, berichtet Jens-Uwe Krüger. Zuviel, weiß der Geschäftsführer des Seniorenzentrums. Zwei regelmäßige Nutzer habe man am Schluss noch gezählt. Zu wenig für den Weiterbetrieb.

In der Eiswiese nutzen die älteren Schwimmer heute das neu gebaute Therapiebecken. Auf den in seinem Haus frei gewordenen 600 Quadratmetern ehemalige Schwimmbadfläche will Krüger eine „Pflege-Oase“ für schwerst Pflegebedürftige verwirklichen. 1,8 Mio. Euro wird die gemeinützige GmbH der Stadt Göttingen, die vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,8 Mio. Euro erzielte und 2015 rund 5,2 Mio. Euro anpeilt, investieren.

Mitunter sind die Baugeräusche aus dem Untergeschoss zu hören. Die Entkernung kommt voran, die Demontage ist abgeschlossen, erläutert Krüger den Stand der Bauarbeiten. Jetzt werden Leitungen und Anschlüsse für die fünf Einzel- und vier Doppelzimmer (16 bis 28 m2), für den Aufenthaltsraum und den Küchenbereich verlegt.

Die 13 Bewohner der künftigen Oase leben jetzt zum Teil in der Wohngruppe für demenzkranke Menschen. Andere sollen bis August neu von außen hinzukommen. Alle haben sie Pflegestufe drei, benötigen spezielle Pflegebetten oder -rollstühle, sagt Wohnbereichsleiterin Ulrike Schulze. Geräumig müssen die Zimmer deshalb sein, auch die Aufenthaltsräume und die Außenterrasse. Am Alltag sollen sich Beleuchtung und Gerüche ausrichten – Sonnenaufgang mit Kaffeeduft und Vogelgezwischter, Kohlgeruch am Mittag und Dämmerung mit Abendliedern. Alltagsrituale sollen das Leben der Bewohner lebenswerter machen.

Über eine Außenterrasse verfügt die „Pflege-Oase“, mit Markise (4 x 9 Meter), Rampen und Heizpilzen.

Zehn zusätzliche Arbeitsplätze werden in diesem Bereich des Seniorenzentrums geschaffen, ergänzt Pflegedienstleiterin Daniela Volkmar. Pflegekräfte, Pflegefachkräfte, Alltagsbegleiter und eine Ergotherapeutin sollen das Team von heute 145 Mitarbeitern ergänzen. Investiert wird auch in Technik, betont Krüger, der seit 20 Jahren im 1981 als Altenzentrum Saathoffplatz gegründeten Haus arbeitet. Die Zimmer in der Oase erhalten für zusammen 40 000 Euro sogenannte bewegliche Deckenlifter, mit denen die Bewohner aus dem Bett oder in die Wanne gehoben werden können. „Wir wollen Vorbild sein“, sagt Krüger zu dem für Göttingen neuen Konzept.

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