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Seniorenzentrum macht Gesundheit zum Topthema

Hohe Hürden Seniorenzentrum macht Gesundheit zum Topthema

Das Seniorenzentrum Göttingen ist von der Gesundheitsregion Göttingen für das beste Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) in der Region ausgezeichnet worden. BGM ist hier inzwischen fest in der Unternehmensführung verankert. Die Auszeichnung zeigt, dass der Mehraufwand messbare Erfolge bringt. 

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Quelle: CH

Göttingen. Etwa ein Drittel aller klein- und mittelständischen Betriebe hat inzwischen ein betriebliches Gesundheitsmanagement eingeführt, aber BGM ist nicht gleich BGM. Denn von diesen Betrieben fasst wiederum nur ein Drittel das Gesundheitsmanagement als einen sehr umfassenden Prozess auf, der systematisch auf Geschäftsführungsebene verfolgt wird. „Vielfach wird BGM reduziert auf Gesundheitstage, Obstkörbe und Kursangebote“, so Dr. Thomas Suermann, Vorstandsmitglied der Gesundheitsregion Göttingen, in einem Vortrag vor Geschäftsführern. „Man misst dem Thema noch nicht die große Bedeutung bei. Unternehmen denken, dass sie die Investitionen nicht zurückbekommen. Dabei zeigen Studien, dass man es doppelt und dreifach zurückerhält.“

 
Dass Einzelmaßnahmen sehr schnell an Grenzen stoßen, hat auch Wiebke Arps beobachtet, die bei der Techniker Krankenhasse das BGM betreut. Einen nachhaltigen Erfolg merke man dann, wenn Unternehmen an den eigentlichen Ursachen von Fehlzeiten arbeiten – und das sei nur selten ein falscher Stuhl. Aber „wenn das Führungsverhalten nicht auch in den Blick genommen wird, dann ändert sich an den Fehlzeiten nichts“. Denn die Führungskräfte hätten maßgeblichen Einfluss auf die Mitarbeitergesundheit.

 
Dass ein nachhaltiges BGM neben den Kosten auch reale Mehrwerte generiert, hat Jens-Uwe Krüger, Geschäftsführer des Seniorenzentrums, festgestellt. 2012 begann das Alten- und Pflegeheim, zusammen mit der AOK über eine Projektlaufzeit von vier Jahren ein BGM aufzubauen. „Es war hilfreich, dass wir diese Unterstützung von außen bekommen haben“, sagt Krüger. Bei etwa 160 Mitarbeitern gibt es neben der Führungsebene auch noch eine mittlere Leitungsebene, darunter folgen die Teams in den einzelnen Abteilungen wie Pflege, Küche, Verwaltung etc. Die Initiative ging von Krüger aus, „aber ich musste schauen, dass ich die mittlere Leitungsebene und die Teams überzeuge“.
Gemeinsam mit den Mitarbeitern wurde eine Bestandausaufnahme der körperlichen und psychischen Belastungssituation gemacht und auch gezielt der eigene  Führungsstil hinterfragt. Im Ergebnis, auch der zahlreichen Mitarbeiterideen, entstand ein Bündel an Maßnahmen und Prozessen. Darunter ein Coach, der Supervision für die psychisch belastende Pflege anbietet, Zuschüsse für den Besuch eines Fitnessstudios, kostenlose Getränke, aber auch das bewusste Pflegen einer Pausenkultur, indem darauf geachtet wird, dass Mitarbeiter ihre Pausen machen, oder die Festschreibung bestimmter Gesundheitsziele.  

 
„Es muss einem klar sein: BGM verursacht Kosten. Sei es Arbeitszeit, sei es für Hilfsmittel oder Personaleinsatz“, so Krüger. Gesundheitsmanagement spiele in viele Bereiche hinein. „Am Ende geht es uns darum, gesunde und motivierte Mitarbeiter sowie zufriedene Bewohner zu haben.“ 2014 sank der Krankenstand weiter auf 4,1 Prozent (2013: 4,6 Prozent), auch die Personalfluktuation ist zurückgegangen. „Die Mitarbeiter gehen solidarischer miteinander um, ebenso rücken die Hierarchien enger zusammen, es wird team- und sachbezogener.“ Neue Unternehmensthemen werden inzwischen auch immer unter dem Gesundheitsaspekt betrachtet.

 
„BGM ist nichts Aufgesetztes, sondern etwas Wichtiges, das man sinnvoll gestalten muss“, betont Krüger. „Viele denken es reicht aus, einen Yoga-Kurs anzubieten. Das machen wir auch, weil solche Wohlfühlelemente gut ankommen. Aber oft wird nicht gesehen, dass man ein System mit vielen Handlungsfeldern hat – wie Führung, Fortbildung, Transparenz etc.“

Von Sven Grünewald

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