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Sexismus-Vorwürfe gegen Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen

"Was für bescheuerte Ideen" Sexismus-Vorwürfe gegen Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen

Mitte Juni wurde die Imagekampagne Handwerk37 der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen mit dem Slogan „Kennen lernen. Näher kommen. Hand anlegen“ gestartet. Zu sexualisiert und sexistisch seien das Motto und einige der 21 Gewerke-Slogans, kritisierten nun Die Grünen sowie die Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis Göttingen. Mit der Kampagne wollte die Kreishandwerkerschaft sich frisch und frech der Schüler-Zielgruppe präsentieren.

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Lustig oder geschmacklos? Die Werbekampagne der Kreishandwerkerschaft polarisiert.

Quelle: Vetter

Göttingen. Dass man sich einer peppigen Werbekampagne bediene, sei verständlich, so Suse Stobbe vom Stadtvorstand der Grünen. „Aber dass die werten Herren des Vorstands so dermaßen daneben greifen und eine Frauen-abwerten-und-fernhalten-Kampagne starten, ist echt traurig.“ Die ganze Kampagne sei durchsetzt von bewusster Zweideutigkeit, die Handwerk gleichsetze mit sexueller Annäherung eines Mannes an eine Frau.

„Auf was für bescheuerte Ideen ein rein männlich besetzter Vorstand kommen kann – das ist doch zum Haareraufen!“, schreibt Stobbe. Man wolle die Kampagne für den „Zornigen Kaktus“ vorschlagen, der frauenfeindliche Werbung „auszeichnet“ und forderte die Kreishandwerkerschaft zum Kampagnenstop auf.

Auch die Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis rieten der Kreishandwerkerschaft, sich von einigen der als frauenfeindlich einstufbaren Plakate und Slogans zu trennen.
Die Kreishandwerkerschaft reagierte schnell und wird nun einige der Kampagnenmotive korrigieren. „Zu keinem Zeitpunkt war es unsere Absicht, sexistisch oder frauenfeindlich zu sein“, betont Kreishandwerksmeister Christian Frölich.

Im Gegenteil habe man im Vorfeld mit Schülern mehrere Varianten von Slogans diskutiert. Durchgängig hätten sich die Jugendlichen für die provokanteren und durchaus doppeldeutigen Slogans ausgesprochen.

Von Sven Grünewald

►Kommentar: Viel Lärm um wenig

Richtig, wo „genagelt wird, sind auch Latten“ ist nicht mal mehr zweideutig – aber wer in die Rap-Texte von Lady Bitch Ray, in ihrer bürgerlichen Existenz promovierte Sprachwissenschaftlerin, reinhört, wird sich wundern, wie noch so in der Republik gesprochen wird. Wer von den Erwachsenen kennt die Selbstverständlichkeiten des Teenager-Milieus? Der Alltag ist sexualisiert, überall.

Man könnte es also durchaus als einen Erfolg der Gleichstellungsbewegung ansehen, dass junge Mädchen sich genauso selbstverständlich in einer sexualisierten Sprache bewegen wie dies Jungen tun und angesichts der vergleichbaren Harmlosigkeit der Zweideutigkeit der Imagekampagne nur mit den Schultern zucken.

Wann erfolgt die Gleichstellungs-Kampagne gegen den Nachnamen „Wackernagel“, also jemanden, der (im sexuellen Sinne) wacker nagelt? Man erkennt die Dimension des Absurden, in die man droht zu schlittern.

Sexualisiert ist die Kampagne der Kreishandwerkerschaft definitiv. Muss sie einem gefallen? Nein. Provoziert sie dieselben Abwehrreflexe in ihrer Zielgruppe wie im gealterten Establishment? Wohl eher nicht. Ist sie einprägsam? Sicherlich mehr als Bierbäuche und Berufsbezeichnungen mit Binnen-I. Wenn Anecken und Provozieren auf so niedrigschwelligem Niveau nicht mehr ok sind – was ist es dann?

Von Sven Grünewald

 
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Pressemitteilung: Grüne schlagen Kampagne für den Zornigen Kaktus vor

„Dass das Handwerk Nachwuchsprobleme hat, ist uns bewusst. Dass eine peppige Werbekampagne das ändern soll, ist nachvollziehbar. Aber dass die werten Herren des Vorstands so dermaßen daneben greifen und eine Frauen-abwerten-und-fernhalten-Kampagne starten, ist echt traurig“,  so Suse Stobbe vom Stadtvorstand der GRÜNEN. „Da fehlen einem die Worte. Besser kann MAN(N) seine Zielgruppe gar nicht abschrecken“, so Maria Gerl-Plein, Mitglied des GRÜNEN Fraktionsvorstands und zuständig für Gleichstellungsfragen.

Was ist passiert? Die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen hat eine neue Werbekampagne gestartet.  „Handwerk 37. Kennen lernen. Näher kommen. Hand anlegen.“ Die ganze Kampagne ist durchsetzt von bewusster Zweideutigkeit, die Handwerk gleichsetzt mit sexueller Annäherung eines Mannes an eine Frau. Deren Verfügbarkeit wird vorausgesetzt. Geschlechterklischees verfestigt.

Stobbe: „Auf was für bescheuerte Ideen ein rein männlich besetzter Vorstand kommen kann – das ist doch zum Haareraufen!“ Gerl-Plein: „Landauf, landab wird in Zeiten des Fachkräftemangels erkannt, dass es insbesondere gilt, junge Frauen für das Handwerk zu begeistern. Das Frauen dann kommen, wenn man ihnen Achtung entgegenbringt, scheint im Handwerk in und um Göttingen noch nicht angekommen zu sein.“

Die GRÜNEN fordern daher die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen auf, die selbstzerstörerische „Werbe-“  Kampagne zu stoppen und schlagen diese für den Zornigen Kaktus 2014 vor. Der zornige Kaktus prämiert jährlich den größten Fehltritt für besonders frauenfeindliche Werbung ( frauenrechte.de).

Gerl-Plein: „Auch ohne nackte Brüste scheint mir das ein aussichtsreicher Kandidat für den Zornigen Kaktus 2015 zu sein.“

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