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Showrooms statt Autohallen

Interview mit Rudolf Wohlfarth Showrooms statt Autohallen

Der Deutschland-Chef der Emil Frey Gruppe über die Zukunft der Autohäuser.

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Rudolf Wohlfarth, Detlef Barthelmes und Katharina Stein.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Haben Sie bei der Übernahme der Mercedes-Niederlassung Kassel/Göttingen einen Personalsog gespürt, der es schwierig machte, Mitarbeiter zu halten?

Wohlfarth: Nein. Wir haben den Mitarbeitern offen und ehrlich gesagt, was auf sie zukommt - Emil Frey ist ein sehr tariftreues Unternehmen. Das haben sie honoriert, sonst wären von den 350 Mitarbeitern nicht alle bis auf zehn geblieben, darunter insbesondere die Führungskräfte.

Barthelmes: Die Marke hat zudem eine hohe Strahlkraft. Das macht es im Vergleich zu anderen Marken leichter, Fachkräfte und Auszubildende zu gewinnen. Aber auch wir merken natürlich, dass es insgesamt weniger Bewerbungen gibt.

Statt für einen Autohersteller arbeiten Sie jetzt für einen Autoverkäufer. Wie macht sich der Unterschied bemerkbar?

Stein: Viele Prozesse werden einfacher, kürzer und schneller werden, nicht zuletzt durch die neue IT. Wir haben vor anderthalb Wochen unser rund 20 Jahre altes System umgestellt und das funktioniert reibungslos und deutlich besser.

Barthelmes: Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes frei. Der am stärksten wahrnehmbare Vorteil betrifft Unternehmensentscheidungen. Wir bilden uns eine Meinung, dann entscheiden wir das selbst oder ich rufe Herrn Wohlfahrt an und dann haben wir eine Entscheidung. Damit verbunden ist aber auch eine größere unternehmerische Verantwortung.

Wohlfarth: Die größte Umstellung wird sein, dass sie jetzt Partner von Daimler sind und nicht mehr Weisungsempfänger. Das ist ein ganz anderes Verhältnis. Welche Wagen hier stehen, wird jetzt vor Ort entschieden.

Haben Autohäuser noch eine Zukunft?

Wohlfarth: Ja, denn das Internet selbst verkauft nicht viel, fünf Prozent maximal. Der Trend, zumindest bei den großen Marken, geht aber zu den Ein-Marken-Häusern. Diese Markenmischung in einem Autohaus funktioniert nicht.

Welche Veränderungen sind denn absehbar?

Wohlfahrth: In 15 oder 20 Jahren werden wir Autohäuer in der heutigen Größe nicht mehr haben. Stattdessen wird es kleine Showrooms mit eleganten Sitzgruppen geben und das Auto, das Sie ansehen wollen, wird dann hereingefahren. Sie haben dann die Haptik des Autos, Farben werden digital anschaulich gemacht.

Eine zweite Veränderung kommt aus der anderen Technik der Elektromobilität. Da haben Sie kein Getriebe und keinen Ölwechsel mehr. Der Werkstättenbereich wird sich radikal verändern, nur verschwinden wird er nicht. VW sagt, dass jeder Servicebetrieb, der weniger als 5000 Servicestunden im Jahr verkauft, keine Existenzberechtigung mehr haben wird. Es wird auf eine Ausdünnung des Werkstättennetzes hinauslaufen.

Hat sich durch den Abgasskandal eigentlich der Dialog mit dem Kunden verändert?

Wohlfarth: Wir stellen das nicht fest. Das ist zwar erstaunlich, aber schön.

Zu den Personen:

Rudolf Wohlfarth ist Deutschland-Chef der Emil-Frey Gruppe; Detlef Barthelmes ist Geschäftsführer der EF Autocenter Kassel GmbH – ehemals Mercedes-Niederlassung Kassel/Göttingen; Katharina Stein ist Standortleiterin Göttingen des EF Autocenters und Verkaufsleiterin für die EF Autocenter Kassel GmbH.

Interview: Sven Grünewald

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