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Sommer 2015 beginnen die Programme der neuen EU-Förderperiode

Schwund im Förderangebot Sommer 2015 beginnen die Programme der neuen EU-Förderperiode

Rund 80 Förderprogramme und Beratungsdienstleistungen konnte die NBank bisher nutzen, um Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Einrichtungen als Förderbank des Landes in Niedersachsen zu unterstützen. Zukünftig werden es weniger sein.

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EU-finanziert: Halle der Malermeister Victor Stahl GmbH in Rüdershausen.

Quelle: IS

Göttingen. Eine wichtige Finanzierungsquelle der Programme stellen Mittel der Europäischen Union dar. Seit 2014 läuft bereits die neue EU-Förderperiode, doch sind noch immer nicht alle Details geregelt und beschlossen, so dass bisher keine neuen Mittel beantragt werden können. Gleichzeitig sind jedoch viele alte Programme noch nicht komplett ausgelaufen, von einem Förderloch lässt sich daher nicht sprechen.

Eines allerdings ist bereits seit längerem klar: Für Niedersachsen gibt es bedeutend weniger Geld. Knapp 2,7 Mrd. Euro standen in der abgelaufenen Förderperiode 2007-2013 zur Verfügung, 2,1 Mrd. Euro werden es voraussichtlich für 2014-2020 sein. Grund ist eine EU-Haushaltskürzung, welche von den Mitgliedstaaten durchgesetzt wurde.

Das macht sich auch bei der NBank bemerkbar: Ihre Übersicht der Förderprogramme zeigt viele Sternchen – Programme, die nicht mehr weitergeführt werden und die auch nicht mehr zu beantragen sind. Welche Auswirkungen die neue Förderperiode insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) hat, darüber informierte Michael Krause von der NBank in der IHK-Geschäftsstelle Göttingen. „Die Zahl der Förderprogramme für KMU wird sich von etwa 80 auf ungefähr die Hälfte reduzieren“, so Krause. Dabei wird die Bezuschussung des gesamten Beratungsbereichs wegfallen – Außenwirtschafts-, Innovations-, Nachfolgeberatung, um nur einige zu nennen. Diese Leistungen müssen sich Unternehmer zukünftig selbst einkaufen oder beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen.

Auf der anderen Seite kommen neue Programme hinzu. So etwa das Mikrostarter-Programm, mit dem Existenzgründer und Unternehmensnachfolger unterstützt werden. In Lüneburg lief das Programm, mit dem Kleinstkredite von 5000 bis 25 000 Euro beantragt wurden, sehr erfolgreich. Bisher waren Mikrostarter-Kredite jedoch nur in ausgesuchten Regionen Niedersachsens verfügbar, nun gilt das Angebot im ganzen Land.
Michael Krause geht davon aus, dass die neuen Programme ab Sommer 2015 vollständig bekannt und beantragbar sein werden. Sie kommen zusammen mit einem neuen Verfahren: Zukünftig sind nach Vorgabe der EU Anträge nur noch in elektronischer Form zu stellen. Dazu wird durch die NBank derzeit ein neues Kundenportal für die Antragsstellung aufgebaut.

Die neuen EU-Förderschwerpunkte bedeuten eine gewisse Umstellung für die Antragssteller, doch Michael Krause ist sich sicher, dass man regional wenig davon merken wird. Ziel des Landes ist es, die Mittel zukünftig effizienter einzusetzen und weniger nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen. Die Verknappung der gewohnten Ressourcen bedeutet aber dennoch auch, dass Unternehmer nicht zu lange mit entsprechenden Anträgen warten sollten, so Krause. Denn auch bisher schon kommt es vor, dass die Mittel in guten Programmen bereits vor Ablauf eines Jahres aufgebraucht waren.

Dass es überhaupt Förderperioden gibt, hat sich EU-intern bewährt: Der Aufwand für jährliche Planungen, die parallel zur Verabschiedung der Haushalte liefen, war unverhältnismäßig hoch. Gleichzeitig erhöhen langfristige Förderzeiträume die Planungssicherheit bei Projektträgern wie etwa Kommunen.

von Sven Grünewald

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