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Fahrer dringend gesucht

Spedition Obermann sucht Mitarbeiter in Polen Fahrer dringend gesucht

Fahrer zu finden, wird für Südniedersachsens Speditionen zunehmend schwieriger. Das hat mit dem gestiegenen Zeitdruck zu tun. Fahrer, die zwischen 1200 und 2000 Euro netto verdienen, müssen mit anspruchsvoller Technik umgehen und häufiger Schulungen absolvieren als früher. Gleichzeitig genießen sie wenig Ansehen.

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Thomas Keuneke, Berufskraftfahrer bei der Firma W.V. Heyn GmbH Güternah- und -fernverkehr.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Was sich manche Menschen, die in der Warenannahme arbeiten, gegenüber Fahrern herausnehmen, treibt Waltraud Heyn, Inhaberin der Göttinger Spedition Heyn, auf die Palme. Sie ließen die Fahrer lange warten und jagten sie anschließend wie „Hunde vom Hof“, schimpft sie. Oft dürften Fahrer nicht einmal die Toilette benutzen. Manches Mal sei sie schon telefonisch eingeschritten und habe für ihre 50 Männer gekämpft.

„Kleinlich“ seien oft die Aufsichtsbehörden, kritisiert die Unternehmerin. So ließen sich die vorgeschriebenen Fahrtzeiten nicht immer auf die Minute genau einhalten. Es gebe Staus, überbelegte Rastplätze oder ein Fahrer finde nach dem Entladen im Gewerbegebiet nicht sofort einen Standplatz. Anstatt das zu berücksichtigen, gebe es Bußgelder.

„Die Fahrer müssen zudem viel mehr wissen als früher“, sagt Heyn. Neben der Führerscheinprüfung seien seit einigen Jahren zusätzliche Lernmodule, etwa zum Gefahrguttransport, zu absolvieren. Die Kenntnisse müssten regelmäßig aufgefrischt werden. Das mache aus Sicherheitsgründen Sinn, koste aber Kraft, Zeit und Geld. Um ihre Fahrer zu halten, zahle sie 2000 Euro netto und biete moderne Fahrzeuge mit Massagesitzen, Klimaanlage sowie automatischem Auffahrschutz.

Von gestiegenem Stress berichtet Sven Paschke, zuständiger Verdi-Gewerkschaftssekretär. Autokonzerne, die auf eine punktgenaue Belieferung angewiesen seien, überwachten die Touren teilweise per GPS. Bleibe ein Fahrer fünf Minuten zu lange auf Toilette, klingele schon sein Telefon und er werde gefragt, was los sei. Auf der Autobahn hätten die Brummis zudem wenig Freunde. Hinzu komme die körperliche Belastung durch das lange Sitzen.

Mit dem Mangel an Fahrern in der Region ist auch die Osteroder Spedition Obermann konfrontiert. „Seit Anfang des Jahres rekrutieren wir deshalb in Polen Fahrer“, sagt Geschäftsführer Heiko Andreas Helmke. Mitlerweile seien bereits zehn Prozent der 90 bis 100 Obermann-Fahrer Polen. Bezahlt würden sie wie ihre deutschen Kollegen. Mit Spesen kämen sie auf bis zu 2000 Euro netto. Am Standort Gittelde habe das Unternehmen für sie möblierte Zimmer eingerichtet. Eine Übersetzerin bringe den Fahrern die 300 wichtigsten Sätze bei. Wer den Kurs bestehe, erhalte eine Prämie. Bei Verständigungsproblemen beim Kunden helfe ihr Disponent, der ebenfalls aus Polen stamme. am Telefon weiter, so Helmke.

Logistikbranche wächst

Südniedersachsens Logistikbranche wächst. Im vergangenen Jahr waren dort 13.600 Menschen tätig, berichtet Wiebke Saalfrank von der Agentur für Arbeit. Das entspricht acht Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk. Von ihnen waren 2560 Menschen als Berufskraftfahrer tätig. Von ihnen werden in den kommenden Jahren viele in Ruhestand gehen.

Derzeit kommen auf 64 offene Stellen für Lkw-Fahrer 86 Arbeitslose in diesem Bereich, führt Saalfrank aus. Da die Aussichten auf Arbeit in diesem Bereich für Quereinsteiger und junge Menschen als gut gelten, bietet die Agentur eine sechsmonatige Grundqualifizierung an, die den Erwerb des Lkw-Führerscheins einschließt. 2016 haben 140 Personen diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

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