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Ottobock strukturiert um

Standort Königsee Ottobock strukturiert um

Vor einem möglichen Börsengang will Hans Georg Näder die Mobility Solutions in Königsee zukunftsfähig machen. Bisher war der Standort defizitär. Rund 50 der rund 350 Arbeitsplätze sollen nach Berlin in das dort entstehende Bützow-Areal verlagert werden.

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Der Standort von Ottobock in Königsee in Thüringen.

Quelle: Picasa

Duderstadt/Königsee. Zudem sollen Teile der Produktion abgezogen werden. Am Standort in Königsee will der Geschäftsführende Gesellschafter der Otto Bock Holding GmbH & Co. KG, Professor Hans Georg Näder dennoch festhalten.

Es war dem Enkel des Gründers von Ottobock eine Herzensangelegenheit, so dass er am Montag vor rund 360 Mitarbeitern der Mobility Solutions in Königsee klare Worte sprach. „Ich werde eine Task Force einsetzen, die einen konkreten Maßnahmenplan zur Steigerung der Profitabilität erstellt und umsetzt“, sagte Näder. Die Federführung in der Task Force soll Andreas Goppelt übernehmen, der seit November 2016 den Geschäftsbereich leitet.

Die Otto Bock Mobility Solutions GmbH ist Anfang 2009 aus der Otto Bock HealthCare hervorgegangen und fertigt manuelle und elektrische Rollstühle. Im Jahr 2016 waren am Standort in Königsee erneut große Verluste angefallen, die bisher von den anderen, erfolgreichen Geschäftsbereichen ausgeglichen werden mussten. „Das können wir uns als Blue-Chip im Bereich der mittelständischen Unternehmen und im Hinblick auf einen geplanten Einstieg eines Investors nicht leisten“, betonte Näder. Ein Grund für die negative Entwicklung in Königsee sei die im Gegensatz zur Unternehmenszentrale in Duderstadt große Herausforderung, kompetente Fachkräfte langfristig zu binden. Viele Mitarbeiter pendelten zum Beispiel aus Norddeutschland nach Thüringen. „Einige fliegen sogar aus Zürich ein. Das machen viele Mitarbeiter nicht lange. So geht Human Mobility uns in Königssee immer wieder Know-how verloren“, so Näder.

Dies solle in Zukunft anders organisiert werden. Die Bereiche Produktentwicklung und digitale Transformation sowie der Einkauf würden nach Berlin verlagert. Teile der Produktion sollten zudem ausgelagert werden. Wie viele Jobs am Ende in Königsee erhalten blieben, sei ungewiss. „Das wird eine Analyse ergeben“, so Näder. Er stehe aber zum Standort Königsee. „Wir wollen uns künftig auf hochwertige Produkte konzentrieren“, erläuterte Näder.

Königsee hat in der Ottobock-Gruppe eine lange Tradition. Schon 1920 wurde die Produktion von Berlin nach Königsee in Thüringen verlegt, wo zeitweise bis zu 800 Mitarbeiter arbeiteten. Nach dem Krieg wurde das gesamte Privatvermögen der Familie sowie die Fabrik in Königsee von den sowjetischen Besatzern konfisziert. Der Vater von Hans Georg Näder, Max Näder, der Ehrenbürger der Stadt Königsee war, kaufte das Gelände 1990 zurück und verpflichtete sich dort zu investieren. „Unsere Familie hat seit 1990 in Königsee fast 100 Millionen Euro investiert“, schätzt Näder. Enstprechend liege auch ihm der Erhalt des Ottobock-Standortes am Herzen. bm

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