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Traumschiff wird zum Zankapfel

Streit mit Ottobock-Werft Baltic Yachts Traumschiff wird zum Zankapfel

Der Streit um ein Super-Segelschiff schwappt bis ins südniedersächsische Binnenland. Die Auseinandersetzung um die Carbon-Yacht „Hetairos“ beschäftigt inzwischen ein maritimes Schiedsgericht in Hamburg sowie das Landgericht in Göttingen.

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Die finnische Werft Baltic-Yachts hat das Carbonschiff "Hetairos" gebaut.

Quelle: r

Göttingen. Gegner sind der frühere GEA-Mehrheitseigentümer Otto Happel als Eigner der Yacht und dessen Firma Panamax Ltd. auf der einen Seite, Hans Georg Näder, die Ottobock Holding GmbH & Co. KG sowie die Werft Baltic Yachts auf der anderen. Ursprünglicher Streitpunkt: Wie gut und intakt war die Yacht bei Auslieferung, hatte sie den Zustand „fit for purpose“ oder war sie nicht einsatzbereit?

2006 hatte Happel die „Hetairos“ bei der finnischen Werft Baltic Yachts in Auftrag gegeben, 2011 war das Schiff ausgeliefert worden. Eine außergewöhnliche Yacht. Ein Zweimaster aus Carbon, 67 Meter lang, Kosten etwa 60 Millionen Euro. „Gigantische Größe. Gefälliges Aussehen. Bestechende Performance: Der Einsatz von Hightech verleiht ,Hetairos‘ beinahe magische Qualitäten“, formulierte beispielsweise Yacht.de. Doch gerade die Hightech-Komponenten haben sich als Problem herausgestellt und sind zum Streitpunkt geworden. In einer Stellungnahme des „Hetairos“-Lagers heißt es: „Das durch die Werft verbaute integrierte Antriebs-, Hydraulik- und Stromversorgungssystem, das von Automotoren angetrieben wurde, hatte sich im Betrieb als nicht tauglich erwiesen. Es kam immer wieder zu kompletten Blackouts und Totalausfällen des Systems, wodurch die SY Hetairos in diesen Situationen häufig nicht steuerbar und manövrierfähig war.“ Und weiter: „Die SY Hetairos musste in den ersten zweieinhalb Jahren nach der Auslieferung im Jahr 2011 durch die konzeptionellen Mängel über 500 Tage außer Dienst gestellt und repariert werden … .“ Die Baltic-Seite sah und sieht dies anders. Das Schiff sei von Anfang ein Prototyp gewesen, heißt es aus der Unternehmenskommunikation von Baltic und der Ottobock Holding GmbH & Co. KG, die 2013 80 Prozent an der Werft Baltic Yachts übernahm. Eben weil es ein Prototyp gewesen sei, seien von Anfang an Projektingenieure und später die Bauaufsicht des Käufers eingebunden gewesen. Zudem habe der Käufer das Schiff abgenommen und auch die Schlusssumme gezahlt.

Vom Schieds- zum Landgericht

Folgerichtig bemühte die Happel-Seite die finnische Werft zwecks Korrekturen und später, wie es im Kaufvertrag geregelt war, das maritime Schiedsgericht in Hamburg. Das Verfahren befindet sich inzwischen im vierten Jahr. Mit einem Ende der Beweisaufnahme rechnen Insider erst zum Ende dieses Jahres. Seit September 2013 durften, heißt es von Seiten der Werft, keine Baltic-Mitarbeiter mehr die „Hetairos“ betreten. Die strittigen Mängel hat Happel dem Vernehmen nach inzwischen bei einer niederländischen Werft beheben lassen.

In einer Mitteilung der „Hetairos“-Seite heißt es: „In Übereinstimmung mit dem Schiffsbauvertrag wurde ein Schiedsverfahren zwecks Kostenerstattung der Mängelbeseitigung eingeleitet. Dieses Schiedsverfahren konnte durch eine juristische Verzögerungstaktik der Werft und ihres Eigners über nunmehr drei Jahre und bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen werden. Daher wurde zusätzlich eine Feststellungsklage auf Schadensersatz am Landgericht Göttingen eingereicht.“ Mit der Feststellungsklage hat der „Hetairos“-Eigner die Münchener Kanzlei Bub Gauweiler & Partner beauftragt.

Termin steht noch nicht fest

Auch der Bootsbauer Baltic Yachts und dessen Mehrheitseigentümer haben sich in einer Stellungnahme geäußert: „... Nach Übernahme in 2013 wurde gegen die Baltic Yachts ein Schiedsverfahren wegen Gewährleistungsansprüchen eingeleitet. ... Die Gegenseite hat sich in der Folge nicht auf das Schiedsverfahren beschränkt, sondern das Bundesamt für Justiz um Überprüfung der Konzernabschlüsse 2014 und 2015 der Otto Bock Firmengruppe gebeten. Strafrechtliche Vorwürfe wurden dabei nicht erhoben. Da es sich aber außerstande sah, den Vortrag hinsichtlich der Rückstellungen für das Schiedsverfahren nachzuvollziehen, eine etwaige Unterlassung handelsrechtlich gebotener Rückstellungen aber unter Umständen auch strafbar sein könnte, hat es die Sache an die Staatsanwaltschaft Göttingen zur weiteren Prüfung abgegeben. Da die Gegenseite ihr Schreiben an das Bundesamt für Justiz und dessen Abgabemitteilung zirkuliert hatte, konnte die Otto Bock Firmengruppe unverzüglich selbst mit der Staatsanwaltschaft Kontakt aufnehmen und bereits entkräftende Umstände vortragen. Dabei wurde die Gesellschaft auch informiert, dass in dem Verfahren keine Beschuldigten geführt werden.“ Das sei nicht verwunderlich, seien doch die Konzernabschlüsse für die Jahre 2014 und 2015 von den Wirtschaftsprüfern Ernst & Young nach vollständiger Information über das Schiedsverfahren geprüft und testiert worden.

Ein Termin zur Verhandlung der Klage, die der Rechtsanwalt Dr. Peter Gauweiler eingereicht hat, steht noch nicht fest, heißt es vom Landgericht Göttingen.

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