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Studenten gründen Firma

Gegen Marder Studenten gründen Firma

Der Steinmarder ist kein Nage-, sondern ein Raubtier. Harald Müller und Kommilitonen stellen das klar. Sechs junge Männer wollen den kleinen Störenfried aus Häusern und Betrieben vertreiben und ihn dabei mit den eigenen Waffen schlagen.

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Wollen studieren und Geld verdienen: Harald Müller, Frederik Köster, Martin Reuter, Ron Kruck (v. l.) mit Waschbär und Marder.

Quelle: SOZ

Ein Obstgarten, ein Teich und offener Kompost – besser geht es eigentlich nicht für den Steinmarder. Wessen Haus in solch einem Umfeld steht, hat quasi immer einen pelzigen Untermieter, ist sich Frederik Köster sicher. Und das ist alles andere als witzig, wissen sechs Viertsemester der Forstwissenschaften (heute: Ressourcen-Management) an der HAWK. Zusammen wollen sie eine pfiffige Idee, die Harald Müller und sein Großvater vor Jahren hatten, vermarkten. Ihr Produkt: Der Marder-Bollo.

Nerviges Gekrabbel auf dem Speicher, feuchte Flecken an der Decke, merkwürdige Gerüche. Hört Müller von diesen Symptomen, weiß er Bescheid: ein Marder. Dann kommt der Bollo zum Einsatz, das Hauptprodukt der jungen Firma „Urbane Wildschadenverhütung, Müller, Reuter, Köster, Kruck GbR“. 

Nicht wenig wollen die Jungunternehmer über ihre Innovation verraten, nur so viel: Der Marder wird mit seinen eigenen Waffen, sprich Düften, in die Flucht geschlagen. So wie sich eine Krähe fern hält von gesichteten toten Artgenossen, kann der Marder einen toten Kollegen nicht riechen. Durch einen Schlüsselreizeffekt, so erklärt es Müller, ergreife das Tier sofort die Flucht, nicht aber ohne vorher eine Duftmarke gesetzt zu haben. Damit sei das Revier verdorben.

Die Inhaltsstoffe des Marder-Bollos (Drüsengewebe erlegter Marder) sollen, laut Müller, eben diesen Warndufteffekt, dieses Notstoppsignal auslösen. Auf chemischem Wege sei das Sekret aus der Aftertaschendrüse nicht herstellbar. Der Marder lasse sich nicht reinlegen, er könne 5000-mal besser riechen als ein Mensch. Zu 99,9 Prozent funktioniere der Bollo, sagt Martin Reuter. Nur bei totkranken Tieren könne die Reaktion eine andere sein. Krankheit ist ein Stichwort für Müller und seine Mitstreiter. 75 Krankheiten könne das kleine, ein Kilo schwere Muskelpaket, das durch Fünfzentimeter-Ritzen passt, übertragen – auch Vogelgrippe und Staupe. 

Schäden in Millionenhöhe verursache das Marder jährlich. Nach Versicherungsschätzungen sind es 20 Mio. Euro im Pkw-Bereich, 500 Mio. Euro Hausbauschäden, 100 Mio. Euro durch Brände. Wenn das Tier auf dem Dachboden nämlich Kabel durchnage, könne ein Kurzschluss das ganze Haus in Brand setzen. Auch Solarstromanlagen würden von Marderbissen immer häufiger lahmgelegt.

Harald Müller, Ron Kruck, Martin Reuter und Frederik Köster sowie Enno Klipp und Tillmann Schultze sehen gute Chancen für die Vermarktung ihres Produktes. Aufträge gebe es bereits, und einen Geschäftsplan habe man mit Dozent Stefan Keveloh (Sparkasse Göttingen) an der Fachhochschule entwickelt. Sowohl in Privathaushalten als auch in gewerblichen Betrieben sei das Marder-Mittel bereits im Einsatz – zwei Bollos für einen Boden, das reicht. Bei einem Auftrag für die Urbane Wildschadenverhütung muss mit Kosten ab 250 Euro kalkuliert werden. 

Von Hanne-Dore Schumacher

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