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Doch keine Wohnungsnot in Göttingen?

Neue Studie Doch keine Wohnungsnot in Göttingen?

Die Stadt Göttingen braucht 5000 neue Wohnungen bis zum Jahr 2030, das diskutieren Politiker, Investoren und Immobilienbesitzer. Insbesondere werde mehr bezahlbarer Wohnraum benötigt, so der Tenor. Eine aktuelle Studie stellt diese Zahl infrage.

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Quelle: dpa

Göttingen. Danach werde die Anzahl der Haushalte in Göttingen bis zum Jahr 2035 massiv sinken. Dies schlage sich auch auf den zu erwartenden Bedarf an neuen Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern nieder, so der Bericht. Bis zum Jahr 2020 würden in der Stadt Göttingen lediglich 270 neue Wohnungen gebraucht. Bis zum Jahr 2035 gebe es damit ausreichend Wohnraum in Göttingen, heißt es.

Das Niedersächsische Sozial- und Bauministerium und die NBank haben den 23. Bericht zur Wohnungsmarktbeobachtung 2017 / 2018 präsentiert. Dieser wird vom CIMA Institut für Regionalwirtschaft am Standort Hannover erstellt und alle zwei Jahre veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Prognose, wie sich der Wohnungsmarkt in Niedersachsen in Zukunft entwickelt. „Unser Ziel muss es sein, in Niedersachsen bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen“, sagte die Sozial- und Bauministerin Cornelia Rundt. Der Bericht soll dafür das Datenmaterial liefern.

Regional gibt es große Unterschiede

Dem Wohnungsmarktbericht zufolge wird die Zahl der Haushalte in Niedersachsen bis zum Jahr 2035 um 3,1 Prozent ansteigen und sich dann auf 4,02 Millionen in Niedersachsen belaufen. Aus diesem Grund sind bis dahin der Prognose zufolge in Niedersachsen fast 296 000 neue Wohnungen erforderlich. Dies entspreche einem jährlichen Bedarf von durchschnittlich 14 800 Wohnungen. Tatsächlich sei der kurzfristige Bedarf sogar deutlich höher: Bis zum Jahr 2020 müssten 30 200 Wohnungen jährlich geschaffen werden, davon mehr als die Hälfte in Geschossbauweise, denn in Niedersachsen lebe der überwiegende Teil der Bevölkerung in kleinen Haushalten mit ein oder zwei Personen, auch wenn es in jüngster Zeit wieder leichte Zuwächse der Haushalte mit drei Personen gab.

Die Untersuchung zeigt zudem deutliche, regionale Unterschiede. Für die Stadt Göttingen gehen die Autoren zum Beispiel von einem geringeren Bedarf an Wohnraum aus als angenommen. „5000 neue Wohnungen nur für die Stadt Göttingen bis 2030 sind sehr optimistisch gerechnet“, sagt Sebastian Hämker von der NBank in Hannover. So viele würden nicht benötigt. „Der Bedarf an Wohnungen in Göttingen profitiert aktuell von der starken Zuwanderung aus dem Ausland und aus dem Umland“, erklärt Hämker. Von dem Jahr 2020 an kehre sich der Trend aber um. „Weil die Zuwanderung sehr viel schwächer werden und auch der Andrang aus dem Umland wegen des demografischen Wandels geringer wird, nimmt der Bedarf an neuem Mietraum ab 2025 ab“, erläutert Hämker.

Das belegen die Zahlen im Bericht. So soll die Anzahl der Einwohner in der Stadt Göttingen von derzeit 118 914 auf 117 360 im Jahr 2035 abnehmen. Die Zahl der Haushalte verringere sich laut Prognose im selben Zeitraum von 74 825 auf 71 560. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in der Region (Göttingen, Northeim, Osterode und Holzminden). Hier gebe es im Jahr 2035 rund 18 000 weniger Haushalte als noch im Jahr 2015. Die Bevölkerung werde von 535 093 im Jahr 2015 auf 486 410 im Jahr 2035 abnehmen.

In der gesamten Region Göttingen würden demnach aktuell noch 1662 Wohnungseinheiten fehlen. Anschließend sollten zusätzliche 676 Einheiten bis 2025 und 634 Wohnungen bis zum Jahr 2035 gebaut werden. Insgesamt prognostiziert das CIMA Institut im Jahr 2035 einen Wohnungsüberhang von bis zu 6939. Dabei bleibt offen, ob es Wohnungen sind, die nicht belegt werden können, oder solche, die den Anforderungen nicht mehr entsprechen. „Man muss also in Zukunft genau schauen, welche Wohnungen man wo baut und sich Gedanken machen, dass man kein falsches Angebot erstellt“, resümiert Hämker abschließend.

Bezahlbarer Wohnraum ist nötig

Der Bericht kommt allerdings auch zu dem Schluss, dass in Zukunft mehr günstiger Wohnraum benötigt werde, denn fast jeder fünfte Haushalt gebe bereits mehr als 40 Prozent seines Einkommens für Mietzahlungen aus, was als kritische Grenze angesehen werden müsse. „Es besteht weiter ein hoher Bedarf an Wohnungen für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen“, sagt dazu Rundt. Daher habe die Landesregierung den Sozialen Wohnungsbau zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit gemacht. Bis zum Jahr 2019 stehen für die soziale Wohnraumförderung mehr als 800 Millionen Euro zur Verfügung. bm

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Göttingen

Kritik gibt es an einer Prognose über die Entwicklung der Bevölkerung bis 2030 aus dem neuen Bericht zur Wohnungsmarktbeobachtung. „Schreibt die Landesregierung Südniedersachsen in Sachen Bauförderung ab?“, fragt sich die Göttinger CDU-Ratsfraktion. Auch die Stadtverwaltung reagiert auf die Zahlen.

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