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TTIP: Wenig Auswirkungen für deutsche Bauern

Agrarfunktionär Werner Hilse über das Freihandelsabkommen TTIP: Wenig Auswirkungen für deutsche Bauern

Die deutschen Bauen versprechen sich von TTIP, dem Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit den USA – wenn überhaupt – nur geringe Vorteile. Das stellte der niedersächsische Landvolk-Präsident, Werner Hilse (63), bei einer Veranstaltung der Göttinger Agrarwissenschaftler klar.

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In Deutschland herrsche ein „ruinöser“ Preiskampf im Lebensmittelhandel, so Werner Hilse.

Quelle: EF

Göttingen. Einige Landwirte, so Hilse vor 90 Zuhörern im Zentralen Hörsaalgebäude, hofften auf bessere Preise im Export. In Deutschland herrsche ein „ruinöser“ Preiskampf im Lebensmittelhandel. Andererseits sei den Bauern aber auch klar, dass die Farmer in den USA sehr günstig produzieren könnten.

„Die deutschen Landwirte liefern nicht direkt in die USA, sondern sie sind Zulieferer der Nahrungsmittelindustrie“, führt der Agrarfunktionär aus. Als Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes hat er an Sitzungen des Beirats teilgenommen, der den deutschen Wirtschaftsminister zu Fragen rund um TTIP berät.

„Interessante Kunden für hochwertige Fertig- und Halbfertigprodukte aus Deutschland sind die kleine, aber wachsende Gruppe von US-Bürgern, die sich bewusst ernähren wollen“, so Hilse. Bereits heute kauften sie deutsche Produkte. Das Abkommen werde das fördern.

Chlorhühnchen, Hormonfleisch, Lebensmittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen: Der Landvolk-Präsident kennt die Reizworte aus der TTIP-Debatte. „Standards, die heute in Europa und den USA gelten, lassen sich festschreiben“, beruhigt er. Nach Hilses Einschätzung beginnen die eigentlichen Probleme bei zukünftigen gesetzlichen Regelungen.

Wenn sie die Marktchancen von ausländischen Firmen beeinträchtigten, könnten diese klagen. Internationale Schiedsgerichte prüften dann, ob es für die Gesetzesänderungen wissenschaftliche Begründungen gebe. Politische Mehrheiten seien dabei unwichtig. Hilse: „Da habe ich Angst.“

Zur Versachlichung der Debatte um Chlorhühnchen führte der Präsident, der selbst in großem Stil Puten mästet, aus: „Mit dem Chloren des Geflügels versuchen die Amerikaner, das Salmonellenproblem in den Schlachthöfen unter Kontrolle zu halten.“ Europa gehe einen anderen Weg und setze auf hohe Produktionsstandards. Optimal sei eine Kombination beider Ansätze.

Eine Herausforderungen sieht Hilse bei regionalen Herkunftsbezeichnungen. In den USA gebe es zum Beispiel Nachfahren von Auswanderern aus dem Schwarzwald, die Schwarzwälder Kirschtorte produzierten. Diese dürfte in Europa unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht unter diesem Namen verkauft werden.

Von Michael Caspar

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