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Zusatzwissen für kreative Meister

Tagung zur Akademisierung im Mittelstand Zusatzwissen für kreative Meister

Die Universitäten sollten sich stärker zu offenen Hochschulen entwickeln, die Mitarbeitern von Unternehmen Weiterbildungsangebote machen. So lautete eine Forderung der Tagung Fachkräftebedarf und Akademisierung im Mittelstand, die an der Universität Göttingen stattfand.

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René Meyer absolviert ein duales Studium bei Johnson Controls. Der 24-Jährige steht kurz vor seinem Abschluss zum Bachelor of Engineering Vertriebstechnik.

Quelle: r

Göttingen. „Facharbeiter und Meister in Unternehmen benötigen zunehmend akademisches Wissen“, berichtete Professor Kilian Bizer vom Promotionskolleg, das die Tagung gemeinsam mit der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in der Alten Sternwarte ausrichtete. Die Hochschulen versuchten diesen Bedarf bereits durch das Angebot dualer Studiengänge zu decken, die akademisches mit betrieblichem Lernen verbänden, so Bizer. Duale Studienangebote würden zunehmend nachgefragt, seien aber noch nicht weit verbreitet, sagte Professor Andrä Wolter von der Humboldt-Universität Berlin.

Wichtig sei es aber, auch Mitarbeitern, die nicht studiert hätten, Zugang zu akademischem Wissen zu verschaffen, betonte Jörg Thomä vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk in Göttingen. So hätten Techniker und Meister oft innovative Ideen, für deren Umsetzung sie aber zusätzliches Expertenwissen benötigten.

Solches Wissen lasse sich in mehrwöchigen Kursen vermitteln, meint Bizer. Der Südniedersachsen Innovationscampus biete eine Plattform, auf der Unternehmen ihren Bedarf und Hochschulen ihr Angebot miteinander abstimmen könnten. Das verlange von den Universitäten einen Mentalitätswandel. Sie müssten den Stoff so aufbereiten, dass ihn auch Nichtakademiker verständen.

Bernd Kassebaum von der Industriegewerkschaft Metall betonte die Bedeutung der dualen Ausbildungsberufe. Sie vermittelten das Grundlagenwissen, auf dem Fortbildungen aufbauen könnten. Wie andere Tagungsteilnehmer sieht er den Trend zur Akademisierung kritisch. Seit 2011 würden jedes Jahr mehr junge Menschen in Deutschland ein Studium als eine duale Ausbildung anfangen, hielt Volker Baethge-Kinsky vom Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen fest.

„Viele glauben, dass ein akademischer Abschluss automatisch zu höherem Einkommen führt“, sagte Bizer. Tatsächlich verdienten viele selbstständige Meister und Techniker mehr als Akademiker. Zudem scheiterten nicht wenige junge Menschen, weil sie den universitären Anforderungen nicht gewachsen seien.

Mehr Praxisnähe

Statt wie früher Industriekaufmann zu lernen, würden sich heute viele junge Menschen für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre entscheiden, sagte der Göttinger Unternehmer Stephan Ferneding während der Tagung. Unternehmen müssten sie dann nach dem Bachelorabschluss für ein höheres Gehalt einstellen, obwohl sie anfangs schlechter einsetzbar seien als die Industriekaufleute. „Studierende sind naturgemäß weiter von der betrieblichen Praxis entfernt als Auszubildende, die vom ersten Tag an den Unternehmensalltag kennenlernen“, kommentierte Professor Jürgen Kädtler vom Soziologischen Forschungsinstitut. Die Universitäten ständen unter dem Druck, auf eine höhere Beschäftigungsfähigkeit der Bachelorabsolventen hinzuarbeiten. Andererseits, so der Göttinger Soziologe Volker Baethge-Kinsky, sei das eher die Aufgabe von Fachhochschulen.

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