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Die Fronten sind verhärtet

Eaton-Werk Hann. Münden Die Fronten sind verhärtet

Der US-Konzern Eaton will sein Werk in Hann.Münden schließen. Die Produktion soll in die Türkei verlagert werden. 2017 verlieren 176 Mitarbeiter ihren Job. Ende September wurden die Pläne des Managements bekannt, doch ein Sozialplan für die Arbeitnehmer existiert noch nicht. Und das kurz vor Weihnachten.

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Das Werk des US-Konzerns Eaton in Hann. Münden soll im kommenden Jahr geschlossen werden.

Quelle: Wenzel

Hann. Münden. Drei Mal hat sich der Betriebsrat der Eaton-Belegschaft mit den Arbeitgebervertretern zusammengesetzt, doch die Fronten sind verhärtet. „Wir haben dem Management bereits vor dem zweiten Gespräch einen umfangreichen Entwurf für einen Sozialplan überreicht, doch leider fand sich wenig davon im Entwurf der Arbeitgeberseite wieder“, beklagt sich Rudi Benkelberg, Vorsitzender des Betriebsrates. Einen Sozialplan mit einer dringend benötigten Transfergesellschaft kann man sich auf der Unternehmerseite bisher nicht vorstellen.

„Stattdessen wolle der Konzern die Mitarbeiter sogar an Drittunternehmen vermitteln und wer das Angebot nicht annehme, solle seine Sozialplanansprüche verlieren“, kritisiert Benkelberg. Der 61-jährige, der bereits seit 29 Jahren im Betrieb tätig ist, beklagt vor allem den Umgang mit langjährig Beschäftigten. Denn gerade diesen Mitarbeitern sei der wirtschaftliche Erfolg von Eaton mit zu verdanken. Der Altersschnitt im Betrieb liege bei 50 Jahren. Viele von ihnen wohnen in der Region Münden, Göttingen und Heiligenstadt. Die Betroffenen hätten deshalb große Schwierigkeiten in der Region eine vergleichbare Stelle zu finden.

Eaton produziert unter andrem Schläuche, die in Minenbaggern, Mähdreschern und Baumaschinen zum Einsatz kommen. Künftig sollen diese im türkischen Schwesterwerk Cerkezköy bei Istanbul gefertigt werden. „Der hart umkämpfte Hydraulikmarkt schwächele seit Jahren“, sagt Werksleiter Jochen Schramm. Von der Konzentration der Aktivitäten im größten Schlauchwerk der Welt erwarte sich Eaton mehr Effizienz.
„Wie in solchen Verfahren üblich, werden Kündigungen erst nach Abschluss der Verhandlung des Interessenausgleichs und des Sozialplanes erfolgen“, sagt Schramm weiter. Dies werde nicht mehr in 2016 der Fall sein. Eaton habe einen Sozialplan zur Verhandlung an den Betriebsrat ausgehändigt und die einzelnen Inhalte erläutert.

Der Vorschlag basiere auf einer Analyse von Abschlüssen in der Region und innerhalb der Branche sowie auf einer überregionalen Studie zu Sozialplan-Abschlüssen verschiedener Branchen in den letzten Jahren. Eine Übereinstimmung bezüglich der Inhalte konnte bisher allerdings nicht erzielt werden. „Wir möchten betonen, dass sich der Prozess erst am Anfang befindet und wir bestrebt sind, die Verhandlungen zügig weiterzuführen“, sagt Personalleiterin Manuela Reuner. Am 11. Januar soll erneut über den Sozialplan verhandelt werden.

von Bernhard Marks

Seit 1959 in Hann.Münden

Die Eaton Corporation ist ein irisches Industrieunternehmen im Bereich Maschinenbau mit Sitz in Dublin und einem Verwaltungszentrum im US-Bundesstaat Ohio in der Stadt Cleveland. Weltweit beschäftigt der Konzern rund 100 000 Menschen und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 21 Milliarden US-Dollar (2015). 1959 entstand das Werk in Hann. Münden. Auf 42 000 Quadratmetern werden dort Schläuche für Industrie - und Automobilanwendungen hergestellt. Die Produktverlagerung bis August 2017 abgeschlossen sein. Das Industriegelände soll dann laut Werksleitung verkauft werden.

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