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„Unser Handwerk wird anspruchsvoller“

Das Ausbildungszentrum des Dachdeckerhandwerks „Unser Handwerk wird anspruchsvoller“

Das „Ausbildungszentrum des Dachdeckerhandwerks Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt“ bietet überbetriebliche Ausbildung für Lehrlinge, Gesellenausbildungen für Helfer, Meisterkurse sowie Fortbildungen aller Art. 1965 gegründet, feiert es dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen.

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Das Ausbildungszentrum des Dachdeckerhandwerks in St. Andreasberg vermittelt überbetrieblich praktisches Spezialwissen.

Quelle: Hauke Rudolph

St Andreasberg. „Unser Handwerk wird laufend anspruchsvoller“, sagt André Hannes, Dachdeckermeister und technischer Geschäftsführer. Es müssten nicht mehr nur Dachpfannen verlegt, sondern unter anderem Dachstühle gebaut, Blitzschutzanlagen installiert, Solaranlagen errichtet sowie Metallarbeiten durchgeführt werden. Zu viele verschiedene Tätigkeiten, als dass Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen sie alle vermitteln könnten. Darum gibt es während der dreijährigen Lehre 15 Wochen überbetriebliche Ausbildung in St. Andreasberg.

Angeboten werden pro Jahr aber auch zwei acht- bis zehnmonatige Meisterkurse in Vollzeit, darüber hinaus viermonatige Aufbaukurse für langjährige Dachdecker-Helfer, die mit der Gesellenprüfung enden. Und schließlich zahlreiche Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen, unter anderem in Technik, Betriebsführung und Recht. „Wir müssen unsere Leute auf dem neuesten Stand der Technik halten“, so Hauptgeschäftsführer Rudolf Kirschner, „sie außerdem mit den Normen vertraut machen, von denen auf EU- und nationaler Ebene andauernd neue erlassen werden.“

56 Meister und etwa 1100 Azubis durchlaufen jährlich in rund 30 000 Stunden Unterricht das Ausbildungszentrum mit seinen 46 Mitarbeitern. Noch ist die Schülerzahl groß genug, aber angesichts des demografischen Wandels „werden auch wir uns beizeiten Gedanken machen müssen“, so Kirschner.

 Der Ingenieur glaubt nicht, dass Flüchtlinge den Azubimangel kompensieren werden: „Unsere bisherigen Erfahrungen waren nicht besonders gut.“ Es fehlten Sprachkenntnisse und schulische Vorbildung. „Von der Zusammenarbeit mit Bildungsträgern wissen wir, dass dort häufig ein hohes Maß an Ernüchterung herrscht“, so Frank Biermann, der als Jurist im Ausbildungszentrum für Schlichtungsfälle verantwortlich ist.

Aber auch die gegenwärtigen Azubis seien „anders als früher“, so Hannes. Die jungen Leute seien angepasster, gleichzeitig aber auch weniger selbstständig als frühere Generationen: „Wir müssen ihnen viel zeigen, ihre Eigeninitiative ist eher schwach ausgeprägt.“ Darüber hinaus seien Ehrgeiz und der Wunsch, beruflich etwas zu erreichen, in viel geringerem Maße vorhanden: „Stattdessen ist es ihnen wichtig, möglichst viel Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen, und was Leistungsdruck anbelangt, wissen viele nicht mehr, was das überhaupt ist.“ Kirschner nimmt dazu eine pragmatische Haltung ein: „Wir müssen die Jugendlichen so nehmen, wie die Gesellschaft sie uns zur Verfügung stellt.“

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