Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Unternehmer Karl-Wilhelm Vordemfelde verfasst Nachruf

Niedergang der deutschen Textilbranche Unternehmer Karl-Wilhelm Vordemfelde verfasst Nachruf

Sie hat einmal 500.000 Menschen Arbeit gegeben, doch heute spielt sie mit 20.000 Beschäftigten kaum noch eine Rolle: die deutsche Bekleidungsindustrie für Herren. Über Aufstieg und Niedergang der Branche hat Karl-Wilhelm Vordemfelde, geschäftsführender Gesellschafter bei Wilvorst Herrenmoden, ein Buch geschrieben.

Voriger Artikel
Berufsbildende Schulen in Northeim bilden Chinakaufleute aus
Nächster Artikel
Neue Veranstaltungsreihe „Forum Göttinger Unternehmer“

Karl-Wilhelm Vordemfelde, geschäftsführender Gesellschafter bei Wilvorst Herrenmoden.

Quelle: Heller

Northeim. Der promovierte Jurist aus Northeim ist mit 240 Beschäftigten einer der letzten größeren Arbeitgeber seiner Branche in Deutschland. Ein Jahr lang hat er an seinem Nachruf gearbeitet. Das bebilderte und mit Graphiken ausgestattete Werk ist im Deutschen Fachverlag erschienen, der auch das führende Fachblatt, die „Textilwirtschaft“, herausgibt.

Die Anfänge der Branche liegen in der Gründerzeit Ende des 19. Jahrhunderts. Damals kam Johann Desch aus Auschaffenburg auf die Idee, das Schneiderhandwerk zu industrialisieren. „Bis dahin ließen sich die Menschen ihre Kleidung nach Maß anfertigen“, berichtet Vordemfelde. Desch begann mit drei Konfektionsgrößen. Heute sind es 100. Die ersten richtigen Fabriken entstanden Ende der 20er-Jahre. Vier große Zentren gab es damals in Deutschland, neben Aschaffenburg noch Berlin, Bielefeld und Stettin.

In Stettin hatte Vordemfeldes Großvater 1916 Wilvorst gegründet. Der große Aufschwung kam nach dem Krieg. Familie Vordemfelde fing damals nach Flucht und Enteignung in Northeim neu an. 1966 gab es rund 130 namhafte Firmen. Davon haben zehn Prozent den Niedergang überlebt, der mit der Rezession 1967 begann. Billigere Importprodukte drängten in den folgenden Jahren auf den deutschen Markt.

Die Branche reagierte mit eigenen Exporten ins europäische Ausland und begann Marken zu kreieren, mit denen sich höhere Preise erzielen lassen. Wegen des steigenden Lohnniveaus in Deutschland verlagerten dann immer mehr deutsche Unternehmen ihre Produktion ins Ausland. Auch Wilvorst hat das getan, aber einen Teil der Fertigung im Land behalten. 1993 wurde die Herforder Brinkmann-Gruppe bei Wilvorst Mehrheitsgesellschafter.

Von Michael Caspar

Karl-Wilhelm Vordemfelde: „Aufstieg und Niedergang der deutschen Herren-Bekleidungsindustrie.“ Frankfurt am Main, S. 160, 39,80 Euro.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 12.763,00 +0,23%
TecDAX 2.266,25 -0,08%
EUR/USD 1,1182 -0,01%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

LUFTHANSA 19,04 +2,38%
DT. POST 33,19 +2,30%
BEIERSDORF 97,10 +1,36%
RWE ST 18,82 -1,35%
LINDE 170,87 -0,52%
MERCK 110,60 -0,31%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 132,30%
Crocodile Capital MF 118,70%
Allianz Global Inv AF 107,06%
BlackRock Global F AF 100,20%
Fidelity Funds Glo AF 97,58%

mehr

Wirtschaft Rubriken
Rubriken Wirtschaft Göttingen und die Welt