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Verdi verhandelt Tarifvertrag für UMG-Gastro

Über 30 Prozent Einkommensunterschied Verdi verhandelt Tarifvertrag für UMG-Gastro

Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Gastronomie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Der in eine GmbH ausgelagerte Geschäftsbereich steht kurz vor einer Auseinandersetzung um die Einführung eines Haustarifvertrags, denn die Lohnunterschiede zwischen alten und neuen Beschäftigten sind enorm.

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Quelle: Wenzel

Göttingen. Auf den Kundgebungen am 1. Mai traten auch Beschäftigte der UMG Gastronomie GmbH auf. Sie setzten sich für die teils prekäre Situation der dortigen Mitarbeiter ein. Hintergrund ist der Trend zur Auslagerung von Geschäftsbereichen aus dem Klinikum, der nach der Umwandlung der Universität in eine Stiftung begonnen hat. Mittlerweile existieren vier Tochtergesellschaften der UMG: Das Institut für anwendungsorientierte Forschung und klinische Studien GmbH, die UMG Klinikservice GmbH, die UMG facilities GmbH sowie die UMG Gastronomie GmbH.

Über einen Haustarifvertrag soll zunächst nur für die Gastronomie verhandelt werden. Diese hat knapp 300 Beschäftigte, davon rund 200, die bei der GmbH angestellt sind, sowie etwa 80 „Gestellte“ – Mitarbeiter mit altem Tarifvertrag. Ziel ist die Angleichung der GmbH-Verträge an die alten UMG-Tarifverträge bei der Bezahlung, den Sonderzahlungen und Urlaubsansprüchen. Die Geschäftsführung der UMG Gastronomie sei kurzfristig vor dem 1. Mai informiert worden, dass entsprechende Gespräche geführt werden sollen, so von Brandt. Mitte Mai soll eine Tarifkommission gewählt werden, dann sollen zeitnah die Gespräche begonnen werden.

Es ist bereits der zweite Anlauf von Verdi. Vor drei Jahren traute sich schon einmal eine Mitarbeiterin der UMG Gastronomie auf die Bühne, aber zu wenige Kollegen waren bereit, sich öffentlich hinter die Forderung nach einem Haustarifvertrag zu stellen. Der Vertrag der Mitarbeiterin, die auf der Bühne sprach, wurde später nicht mehr verlängert, berichtet Patrick von Brandt, Gewerkschaftssekretär bei Verdi. Inzwischen sei die Stimmung in der UMG Gastronomie jedoch gekippt, ein ausreichender Anteil der Beschäftigten sei bereit, im Zweifel die Konfrontation mit der Geschäftsführung zu riskieren – auch wenn „viele Angst“ hätten: Es gebe viele befristet Beschäftigte, viele, die jeden Cent umdrehen müssten und eine Geschäftsführung, die kontinuierlich den Arbeitsdruck erhöht.

So gebe es etwa eine Dienstanweisung, bei der Arbeit nicht miteinander zu sprechen, berichteten mehrere Mitarbeiter aus der Küche. Ebenso seien die Abstände zwischen Tabletts reduziert worden, um Aufträge externer Kunden in derselben Zeit mit der gleichen Menge Personal abzuarbeiten – klassische Arbeitsverdichtung. Insbesondere ins Gewicht falle jedoch, dass auch Vollzeitkräfte – mit Kindern – nicht von ihrem Gehalt leben können und aufstocken müssen. Zwar müsse nicht jeder GmbH-Beschäftigte aufstocken, „aber in der Altersarmut landen alle“, so von Brandt.

Der Gehaltsabstand zwischen  GmbH-Angestellten und Alt-UMGlern beträgt bis zu knapp 35 Prozent. Auf die Einkommensunterschiede angesprochen, verwies UMG Gastronomie-Geschäftsführer Peter Schierschke lediglich auf die Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband der Gastronomie (Dehoga) und die dort ausgehandelten Tarifbedingungen, die in der GmbH zur Anwendung kämen.

 

INFO

So rechnet Verdi

Verdi hat die Brutto-Verdienste von Mitarbeitern mit alten Tarifvertrag des Uniklinikums, der auf dem Tarifvertrag der Länder (TVL) beruht, und neuen Verträgen, die über die UMG Gastronomie GmbH laufen, verglichen:

  1. Vollzeitstellen: Bei einer 38,5 Stunden Woche und nach acht Jahren Beschäftigungsdauer erhalten Alt-UMGler etwa 2390 Euro, während bei der GmbH Angestellte etwa 1640 Euro verdienen. Auf ein Jahr gerechnet ergibt sich unter Berücksichtigung von Sonderzahlungen ein Differenzbetrag über 10600 Euro beziehungsweise 34,50 Prozent.
  2. Teilzeit: Bei einer 19,25 Stunden Woche und nach zwei Jahren Beschäftigungsdauer verdienen Alt-UMGler rund 1035 Euro und bei der GmbH Angestellte etwa 820 Euro. Auf ein Jahr gerechnet ergibt sich, wieder unter Berücksichtigung von Sonderzahlungen, ein Differenzbetrag von etwa 3200 Euro beziehungsweise 24,2 Prozent.
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