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Verkauf des Echten Alten Güntersers startet

„Eine Schnapsidee, aber keine schlechte“ Verkauf des Echten Alten Güntersers startet

„Es ist eine Schnapsidee, aber keine schlechte“, meint Clemens Freiherr von Wendt. Der ehemalige Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Mitte bringt den Echten Alten Günterser wieder auf den Markt. Der Klare ist fast 200 Jahre lang auf dem Günterser Gutshof gebrannt worden.

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Quelle: Theodoro da Silva

Güntersen. Bis in den Solling hinein war der Schnaps einst bekannt. „Ohne eine Viertelliterflasche Günterser gingen die Feldarbeiter nicht Heumachen“, erinnert sich Gastwirt Jens Kesten an die 50er-Jahre. In der Gastwirtschaft, die gegenüber vom Gutshof liegt, holten sich die Arbeiter ihren Klaren. „Wir haben noch die alten Zehn-Liter-Korbflaschen, aus denen damals mit einem geeichten Messbecher die Rationen gezapft wurden“, erzählt Kesten.

Seine Tochter, Caroline Möller-Kesten, die den Betrieb heute führt, wird den Günterser ausschenken und auch flaschenweise verkaufen. Daneben will von Wendt auch andere Gastwirte sowie Tankstellen, den Dorfladen und Supermärkte als Vertriebspartner gewinnen. Er selbst vertreibt den Schnaps auf seinem Hof in der Hauptstraße 11, den er 1986 gekauft hat.

Die Idee, die alte Marke wiederzubeleben, verfolgt er seit ein paar Jahren. Den Namen ließ es sich vom Bundespatentamt schützen. Die alte Brennerei, die von Wendt mittlerweile als Garage vermietet, will er allerdings nicht wieder in Betrieb nehmen. Er lässt den Korn stattdessen bei einer Destillerei und Spirituosenfabrik in Essen brennen. „Zwei Jahre wird der Weizenkorn in Eichenfässern gelagert, um ihn weicher und lieblicher im Geschmack zu machen“, erläutert der Unternehmer.

„Schnaps wird heute nicht mehr so viel getrunken wie vor 60 Jahren“, sagt Gastwirt Kesten. Von Wendt ist trotzdem zuversichtlich. Als er 2009 während der 950-Jahr-Feier der urkundlichen Ersterwähnung Güntersens erstmals Schnaps in Flaschen mit altem Etikett anbot, waren sie sofort ausverkauft.

Landwirt Ludwig Witthuhn hat die Günterser Gutsbrennerei 1792 gegründet. Er stellte den Schnaps aus Kartoffeln und Gerstenmals her. Die Reste, die sogenannte Schlempe, verfütterte er an Kühe und Schweine. Seit den 1960er-Jahren diente Milokorn als Ausgangsprodukt. Als der Gutshof in den 70er-Jahren die Viehhaltung aufgab, wurde auch die Schlempe nicht mehr benötigt. Damals schloss die Brennerei.

Von Michael Caspar

Schnaps und Korn

Ein Korn (ab 32 Volumenprozent Alkohol) beziehungsweise Kornbrand/Doppelkorn (ab 37,5 Volumenprozent) kann durch die Vergärung von fünf Getreidesorten hergestellt werden: Roggen, Weizen, Gerste, Hafer und Buchweizen. Ähnlich wie beim Whiskey werden hochwertige Kornbrände in Eichenfässern gelagert, um den Geschmack abzurunden.

Korn und klare Spirituosen hatten 2013 einen Anteil am Gesamtmarkt für Spirituosen von 14,2 Prozent (2012: 14,8 Prozent). Insgesamt schrumpft der Markt für Spirituosen kontinuierlich von 8 Liter pro Kopf 1980 bis auf 5,5 Liter pro Kopf 2013 (Zahlen vom Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und –Importeure).

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