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Viele Lehrstellen blieben offen

Ausbildungsstart Viele Lehrstellen blieben offen

So groß wie in diesem Jahr war der Mangel an Auszubildenden noch nie, klagen die Handelskammern. Trotz einer hohen Zahl an Lehrverträgen blieben viele Lehrstellen bei Ausbildungsstart unbesetzt. Auch in der Region Göttingen zeigt sich das Problem. Der Arbeitgeberverband fordert deshalb eine besser Vorbereitung für Schüler auf den Beruf.

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Dachdecker bei der Arbeit: Immer weniger Betriebe in der Region können ihre Lehrstellen besetzen.

Quelle: dpa

Göttingen. Zum Beginn des Monats August, an dem traditionell in vielen Unternehmen die Ausbildung startet, sind bei der Industrie- und Handelskammer Hannover (IHK) 8643 neue Berufsausbildungsverträge abgeschlossen worden. Das entspricht einem Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, trotz rückläufiger Bewerberzahlen. Vor allem die Zahl der Ausbildungsverträge in den industriell-technischen Berufen stieg in Niedersachsen deutlich um 5,9 Prozent auf 2677.

Diese stabile positive Entwicklung führt die IHK auch auf die vielfältigen Anstrengungen zur Förderung der “MINT Berufe” wie die IdeenExpo und die IHK-Ausbildungsoffensive „Ihr gewinnt“ zurück. Doch der Erfolg ist hart erkämpft. „Der leichte Zuwachs am Ausbildungsmarkt in diesem Jahr darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Unternehmen immer größere Probleme haben, für ihre Ausbildungsplätze geeignete Bewerber zu finden“, sagt  Günter Hirth, Leiter Berufsbildung bei der IHK Hannover. „Im letzten Jahr konnten bereits rund 30 Prozent der Unternehmen im Bereich der IHK Hannover nicht alle Plätze besetzen. Und fast jedes vierte Unternehmen gab an, überhaupt keine Bewerbung erhalten zu haben.

Ausbildungsquote geht zurück

“Die Beschäftigung boomt, die Ausbildung bröckelt“, ist auch Schlussfolgerungen der Bertelsmann-Stiftung, die kürzlich zu diesem Thema eine Studie veröffentlicht hat, welche vom Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI) sowie dem Institut für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung der Universität Göttingen erstellt worden war. Danach habe sich die Entwicklung von Ausbildung und Beschäftigung in Deutschland entkoppelt. Zwischen 1999 und 2015 wuchs die Zahl der Beschäftigten um 12,1 Prozent. Im gleichen Zeitraum sei die Zahl der Auszubildenden um 6,7 Prozent zurückgegangen. Besonders stark gehe die Entwicklung von Ausbildung und Beschäftigung seit der Finanzkrise 2008 auseinander. Die Ausbildungsquote – das Verhältnis von Auszubildenden zu Beschäftigten – ging zwischen 2008 und 2015 von 6,5 Prozent auf 5,1 Prozent zurück.

Zum Ausbildungsstart blieben auch in Göttingen viele Lehrstellen offen. Während die ersten Auszubildenden am 1. August ihre Lehrzeit beginnen, warten andere weiterhin auf die Zusage eines Ausbildungsbetriebes. Im Juli waren noch 682 Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle. Demgegenüber waren 882 Ausbildungsstellen noch nicht abschließend besetzt. Rein statistisch kommen auf einen unversorgten Ausbildungsbewerber 1,3 offene Ausbildungsstellen, teilte die Agentur für Arbeit in Göttingen mit. Vor allem Unternehmen im Einzelhandel, im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im Lebensmittelhandwerk suchen Auszubildende. Allerdings gebe es in nahezu allen Berufen weiterhin unbesetzte Ausbildungsstellen. „In Göttingen ist die Lage für die Betriebe je nach Branche dramatisch“, sagt Andreas Gliem, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen. Dass viele Betriebe Mühe haben, zeige sich auch an den Einstiegshürden für Berufe, die teilweise deutlich sinken. „Die allgemeinen Anforderungen gehen nach unten“, so Gliem.

Besseres Rüstzeug für die Ausbildung gefordert

„Dass es weniger Ausbildungsplätze trotz Rekordbeschäftigung gibt, hat seine wesentliche Ursache nicht in der Ausbildungsmüdigkeit der Betriebe, sondern im Bewerberrückgang infolge des demografischen Wandels“, analysiert Kirsten Weber, Geschäftsleiterin Arbeitgeberverband Mitte das Problem. Betriebe hätten zunehmend Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. „Viele Jugendliche verlassen die Schule nicht mit dem erforderlichen Rüstzeug für die Ausbildung“, meint Weber. Reparaturmaßnahmen im Übergangssystem zur Aufarbeitung von Defiziten seien nötig und verursachen hohe Kosten. „Bildungspolitische Reformen müssen die Qualität der Schulen verbessern“, so die Forderung der Arbeitgebervertreterin. Zur Ausbildungsreife gehöre auch eine fundierte Berufsorientierung, damit Schüler besser auf die Arbeitswelt vorbereitet sind.

Die Bemühungen bei betrieblichen Einstiegsqualifizierungen oder  assistierter Ausbildung dürften nicht nachlassen. „Aber auch Ausbildungsstrukturen müssen weiter modernisiert werden, damit die Ausbildungsberufe dem aktuellen Bedarf der Praxis entsprechen und neue Tätigkeitsbilder für Ausbildung erschlossen werden können“, so Weber. “Die Beschäftigung boomt, die Ausbildung bröckelt“, ist auch Schlussfolgerungen der Bertelsmann-Stiftung, die kürzlich zu diesem Thema eine Studie veröffentlicht hat, welche vom Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI) sowie dem Institut für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung der Universität Göttingen erstellt worden war. Danach habe sich die Entwicklung von Ausbildung und Beschäftigung in Deutschland entkoppelt. Zwischen 1999 und 2015 wuchs die Zahl der Beschäftigten um 12,1 Prozent. Im gleichen Zeitraum sei die Zahl der Auszubildenden um 6,7 Prozent zurückgegangen. Besonders stark gehe die Entwicklung von Ausbildung und Beschäftigung seit der Finanzkrise 2008 auseinander. Die Ausbildungsquote – das Verhältnis von Auszubildenden zu Beschäftigten – ging zwischen 2008 und 2015 von 6,5 Prozent auf 5,1 Prozent zurück.

Von Bernard Marks

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