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Feuerlöscher für die Elbphilarmonie

Löschsystem kommt aus Volkmarshausen Feuerlöscher für die Elbphilarmonie

„Die Hamburger Elbphilharmonie mit ihren 26 Geschossen wird Hamburgs neues Wahrzeichen.“ Da ist sich Bernd Lehners (53), der geschäftsführende Gesellschafter des Volkmarshäuser Ingenieurbüros Itega, sicher. Sein Unternehmen hat dafür sämtliche Feuerlöschanlagen geplant.

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Der Konzertsaal der Hamburger Elbphilarmonie

Quelle: Itega

Volkmarshausen. „In dem Gebäude, dessen Fundament der alte, siebenstöckige Kaiserspeicher bildet, sind nach unseren Plänen 12500 Sprinkleranlagen installiert worden“, berichtet Lehners. Von den Fluchttreppen und einigen Technikräumen abgesehen, habe er mit seinen Mitarbeitern jeden Raum des Gebäudes betreten. Die Brandschutzanforderungen seien hoch, unter anderem weil der Bau von der achten bis zur 26. Etage über eine geschlossene Glasfassade verfüge. Itega sei im Schnitt immer mit vier Leuten vor Ort gewesen, zwei Ingenieuren und zwei technischen Zeichnern.

„Im eindrucksvollen Konzertsaal, der sich über sieben Stockwerke erstreckt, haben wir vor jedem dritten der 2100 Sitze Düsen positioniert“, berichtet Lehners. Aus ihnen trete bei einem Brand Wasserdampf mit einem Druck von 120 Bar aus. Er ersticke das Feuer. Das Wasser für Sprinkler und Löschdüsen befinde sich im zweiten Untergeschoss in zwei Wassertanks, die beide jeweils 125000 Liter fassten. Es reiche, um eine Stunde lang zu löschen.

Der gebürtige Mündener Lehners hat sich auf Feuerschutz spezialisiert. Er hat in seiner Heimatstadt Heizungsbauer gelernt und dann an der Fachhochschule in Gießen seinen Abschluss als Diplom-Ingenieur für Energie- und Wärmetechnik gemacht. Nach dem Studium arbeitete er bei einer Firma in Kassel, die Sprinkler herstellt. 1994 machte sich Lehners selbstständig. Er beschäftigt heute 18 Mitarbeiter.

Das Projekt in Hamburg ist nicht das größte, das die Firma bisher bewältigt hat. Zwischen 1999 und 2001 plante Itega im Auftrag des Baukonzerns Hochtief für das Sony-Center am Potsdamer Platz in Berlin eine Anlage mit doppelt so vielen Sprinklern. Hochtief engagierte Lehners auch für die Elbphilharmonie, wo es als Generalunternehmer fungiert. „Wir haben dabei viel gelernt, unter anderem arbeiten wir nun mit 3D-Software“, sagt der Ingenieur. Der Konzern begegne seiner kleinen Firma in fachlichen Fragen auf Augenhöhe. Sie bekämen regelmäßig Anrufe von der Projektleitung, die Hilfe beim Lösen von Problemen erbitte.

Folgeaufträge habe die Volkmarshäuser bereits hereingeholt. Derzeit läuft die Mitarbeit an einem großen Entertainmentgebäude am Mercedesplatz in Berlin an, berichtet Lehners.

 

Probleme bei Großprojekten

Als Skandalprojekt gilt die Hamburger Elbphilharmonie. Die Baukosten, die das Land Hamburg tragen muss, schossen von 114 Mio. Euro auf 789 Mio. Euro in die Höhe. Generalunternehmer Hochtief wollte das Gebäude 2010 fertigstellen. Nun wird der Konzertsaal im Januar 2017 eröffnet. „Im Laufe des kommenden Jahres werden wohl auch die letzten der 45 Luxuswohnungen fertig“, erwartet Bernd Lehners von der Firma Itega.

Wie kann das passieren? „Allgemein lässt sich sagen, das Änderungen bei der Planung nach Baubeginn oft die Ursache sind“, deutet Lehners an. Veränderungen an einer Stelle des Gebäudes hätten oft weitreichende Neuplanungen auch in anderen Bereichen des Gebäudes zur Folge. Notwendige Rückbauten trieben die Kosten in die Höhe. Die Preissteigerungen seien den Planern oft früh bekannt, würden aber bei öffentlichen Bauten von der Politik zum Teil nicht sofort kommuniziert.

„In einigen Fällen liegt das Problem bei den Planern“, weiß Lehners. Er sei im Landkreis Göttingen am Bau einer Stadthalle beteiligt gewesen, bei dem der Architekt unter anderem vergessen hätte, den Brandschutz ausreichend zu berücksichtigen. „Er hatte nie zuvor so ein großes Projekt abgewickelt und sich überschätzt“, sagt Lehners. Die Kosten explodierten. 

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