Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Wenn nicht mit Gewerkschaften, dann ohne

Einbecker Bürgerspital: Tarifliche Situation nach wie vor ungeklärt Wenn nicht mit Gewerkschaften, dann ohne

Der Konflikt um die Situation im Einbecker Bürgerspital spitzt sich zu. Die Gewerkschaften Verdi und Marburger Bund kritisieren insbesondere eine immer noch fehlende Einigung nach Auslaufen des Sanierungstarifvertrags. Derweil behält die Klinikumsleitung weiter Gehaltsteile ein.

Voriger Artikel
Strompreis bleibt stabil
Nächster Artikel
Bis auf den letzten Zentimeter

Archiv

Quelle: Archivbild

Einbeck. „Nach den uns im September vorgestellten Zahlen hat sich das Krankenhaus gut entwickelt. Damit ist ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit getan. Aber es liegt auch auf der Hand, dass ein Notlagentarifvertrag kein Dauerzustand sein kann und die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit eines Hauses nicht auf langfristigem Lohnverzicht der Beschäftigten fußen darf“, sagt Carsten Sievers, Pressesprecher der AOK Niedersachsen.

Doch sind die Beschäftigten weit von einer tariflichen Normalität entfernt. Das Krankenhaus schreibt wieder schwarze Zahlen, auch wenn der Überschuss 2015 lediglich 40000 Euro betrug – in der Insolvenz hätten die Beschäftigten hingegen auf insgesamt etwa 3,6 Mio. Euro verzichtet, so Verdi.

Nachdem Ende 2015 für die nicht-ärztlichen Mitarbeiter und Ende April 2016 für die Ärzte die jeweiligen Sanierungstarifverträge aus der Zeit der Insolvenz ausgelaufen sind, haben die Beschäftigten eigentlich wieder Anspruch auf eine volle Vergütung nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TvÖD).

Doch die Krankenhausleitung behält seitdem einseitig und ohne vertragliche Grundlage bei den Ärzten weiterhin 8,5 Prozent des Gehalts ein – der Betrag, auf den die Ärzte während der Insolvenz verzichtet hatten. Allen Mitarbeitern wird hingegen derzeit 25 Prozent des Weihnachtsgeldes angeboten, so die Geschäftsführung des Bürgerspitals. Darauf hatten die nicht-ärztlichen Mitarbeiter in der Insolvenz vollständig verzichtet; die Ärzte wiederum hatten gar keinen Anspruch auf die Sonderzahlung.

Die ab März geltenden Tariferhöhungen von 2,4 Prozent seien teils zeitverzögert, aber seit November vollständig gezahlt worden, so die Geschäftsführung. Gleichzeitig sei man derzeit dabei, mit dem Betriebsrat eine Einigung über eine Gewinnbeteiligung am Jahresende zu erzielen. Auch will man über individuelle Verzichtsvereinbarungen mit den Mitarbeitern die Abweichung vom ihnen zustehenden TvÖD-Niveau absichern. Über ein Drittel der Mitarbeiter hätten bereits unterschrieben.

Das Vorgehen irritiert, denn Tarifverhandlungen sind Sache von Arbeitgeber und Gewerkschaften, doch die Klinikleitung lässt diese außen vor. Ihr Grund: Die Gewerkschaften seien nicht verhandlungsbereit und wären auf die Gesprächsangebote nicht eingegangen.

Die drehen den Spieß um. Gesprächsbereitschaft habe es durchaus gegeben, allein es sei nie eine tragfähige Grundlage dafür geschaffen worden. „Mit dem uns bisher vorgelegten strategischen Konzept sehen wir keine Perspektive für Einbeck“, sagt Sven de Noni, Geschäftsführer des Marburger Bundes Niedersachsen, deutlich.

Bedeutet: Die gegenwärtigen Planungen für die Zukunft des Bürgerspitals kommen nicht ohne Gehaltsverzicht aus. Bewegung auf Seiten der Geschäftsführung erkennen die Gewerkschaften nicht. Weder werde die Strategie überarbeitet, so de Noni, noch sei eine hinreichende Umsetzung der durch Gutachten angemahnten internen Reformen erkennbar, so Julia Niekamp von Verdi. Das Krankenhaus drohe, mittelfristig in eine neue Insolvenz zu geraten.

Großen Handlungsbedarf sieht auch die Einbecker SPD: „Wenn es nicht gelingt, mit den Gewerkschaften eine Einigung zu erzielen, kann es schnell existenziell bedrohlich werden“, so Ratsherr Rolf Hojnatzki. Unklar sei derweil noch, ob die Stadt Position beziehe. Er hoffe jedoch, dass „die Brisanz und Problematik inzwischen von allen Beteiligten erkannt worden ist“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 10.586,50 +0,04%
TecDAX 1.712,00 +0,12%
EUR/USD 1,0596 -0,24%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

RWE ST 11,92 +2,78%
THYSSENKRUPP 21,25 +1,66%
CONTINENTAL 166,25 +1,65%
DAIMLER 63,27 -0,84%
BMW ST 80,96 -0,80%
VOLKSWAGEN VZ 121,65 -0,57%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 163,95%
Bakersteel Global AF 158,41%
Stabilitas PACIFIC AF 147,80%
Structured Solutio AF 144,18%
Crocodile Capital MF 124,32%

mehr

Wirtschaft Rubriken
Rubriken Wirtschaft Göttingen und die Welt