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Wie der Northeimer Bekleidungshersteller Wilvorst sich am Markt behauptet

Technik fürs Überleben Wie der Northeimer Bekleidungshersteller Wilvorst sich am Markt behauptet

Die Geschäfte laufen gut. Bei der Northeimer Wilvorst Herrenmoden GmbH stieg der Umsatz im vergangenen Jahr auf 35 Mio. Euro (+7 Prozent). Und das Wachstum hält beim Anbieter festlicher Bekleidung auch in diesem Jahr an. „Unser stärkster Mitbewerber hat die Segel gestrichen“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Karl-Wilhelm Vordemfelde (62). Doch auch andere Anbieter nutzen die Chance, stellt der promovierte Jurist klar.

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Bekleidungsfirma Wilvorst investiert 200 000 Euro in moderne Zuschneidemaschine: Geschäftsführer Karl-Wilhelm Vordemfelde.

Quelle: Pförtner

Northeim. Harten Wettbewerb sind die Northeimer, die im kommenden Jahr 100-jähriges Bestehen feiern, gewohnt.

Nach dem Boom der Nachkriegszeit drängten ab Mitte der 60er-Jahre erst südeuropäische, später fernöstliche Hersteller auf den Markt. Seither sank die Zahl der Menschen, die in Deutschland (Ost und West) in der Textilproduktion beschäftigt sind, von 500 000 auf heute 20 000 Personen.

Auch an dem Betrieb in Northeim, wo zu Spitzenzeiten 500 Personen beschäftigt waren, ging das nicht spurlos vorüber. Heute sind im Stammwerk in der Stettiner Straße 6/8 noch 120 Menschen in der Produktion tätig. Sie haben sich auf kurzfristige und schwierige Aufträge spezialisert.

Weitere 120 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen in der Verwaltung. Zudem lässt Wilvorst noch in vier Betrieben in Kroatien, Bulgarien und Rumänien fertigen. Dort sind zusammen 410 Menschen im Einsatz.

Gleichzeitig setzen die Northeimer auf Automatisierung. „Im April haben wir für 200 000 Euro aus Frankreich eine der modernsten Zuschneidemaschinen beschafft“, sagt Vordemfelde. Es ist der dritte Cutter der Northeimer. Bis zu 15 Lagen, die durch ein Vakuum gehalten werden, kann die Hightech-Maschine des Herstellers Lectra schneiden.

„Vieles muss aber weiterhin mit der Hand gemacht werden“, stellt der Unternehmer klar. Das sorgt für hohe Lohnkosten. „Trotzdem zahlen wir Tarif. Bei einem Stundenlohn von 14,50 Euro in der Produktion ist der Mindestlohn für uns kein Thema“, so der Geschäftsführer. Möglich machen das die vier eigenen Marken. Mit ihnen lassen sich bessere Preise erzielen als mit namenlosen Produkten. Wilvorst ist auch international gefragt. Die Exportquote liegt bei 40 Prozent.

„In Ländern wie Bangladesh, China oder Vietnam herzustellen, lohnt aufgrund der vergleichsweise niedrigen Stückzahlen bei festlicher Bekleidung nicht“, führt Vordemfelde aus. Zudem benötigt eine Seefracht sechs bis acht Wochen. Das ist zu lange, um schnell auf Modetrends zu reagieren. „Wie Obst und Gemüse haben auch unsere Produkte ein Verfallsdatum“, so der Unternehmer. Ein Lkw aus Kroatien ist nur einen Tag unterwegs.

Von Michael Caspar

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