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Wie ein Kräuterlikör zum hippen Szenegetränk wurde

Rätselhafter Eisberg auf Militärgelände Wie ein Kräuterlikör zum hippen Szenegetränk wurde

Wie sich ein Kräuterlikör, der eigentlich für Bodenständigkeit und Tradition steht, weltweit überzeugend als hippes Szenegetränk vermarkten lässt, hat Paolo Dell‘Antonio, Vorstandssprecher des Wolfenbüttler Unternehmens Mast-Jägermeister SE beim fünften Göttinger Marketingtag in der Privaten Hochschule Göttingen (PFH) erläutert.

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Patrick Hammer, Holger Thurm, Paolo Dell'Antonio, Gerhard Fischbach (v.l.)

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Der Likör mit seiner eckigen, gedrungenen Flasche, den Fraktur-Buchstaben im Logo und dem schwer lesbaren Etikett widerspreche allem, was Marketingleute heute über Design zu sagen hätten, spottete Dell‘Antonio. Jägermeister bleibe trotzdem dabei, denn das Produkt falle im Supermarkt-Regal sofort auf.

Um seine Zielgruppe in neuen Ländern zu erreichen, werbe das Unternehmen jahrelang in angesagten Szenelokalen um die Gunst der Menschen. Manchmal griffen sie dabei zur Methode des Guerillamarketings. So hätten sie in Tschechien unbemerkt einen tonnenschweren Eisblock auf einem ehemaligen Militärgelände der Sowjets aufgestellt.

Die Resonanz auf den gigantischen Eisblock sei gewaltig gewesen. Im Fernsehen sei zur besten Sendezeit über die Herkunft des Blocks gerätselt worden. Am Ende sei die Jägermeisterflasche im Inneren des Eises entdeckt worden. Das Unternehmen habe sich daraufhin zu Wort gemeldet und die Menschen abstimmen lassen, wo es den nächsten Eisblock aufstellen solle. Nun ständen die Blöcke bei Konzerten und kühlten den Likör. Wenn die Zielgruppe am Ende überzeugt sei und zugreife, ziehe bald auch der Rest der Gesellschaft nach. Dann schieße der Absatz in die Höhe, so Dell‘Antonio.

Internationalisierung vorantreiben

Über Glaubwürdigkeit bei der Marke Leica sprach Holger Thurm, der bei der Wetzlarer Firma die Unternehmenskommunikation leitet. Leica, das für handgefertigte Kameras des Premiumsegments stehe, sei den eigenen Qualitätsansprüchen auch in der schweren Umbruchszeit vor zehn Jahren treu geblieben, so Thurm. 2005 habe das Wetzlarer Unternehmen seine erste digitale Kamera entwickelt.

Seit 2009 wachse es wieder. Nun werde die Internationalisierung vorangetrieben. Interessante neue Absatzmärkte seien etwa die Golfstaaten, China oder Russland. Die Hessen betrieben eigene Läden, um die „Beratungshoheit“ über ihre Fotoapparate zu behalten. 13 eigene Galerien gebe es weltweit.

Der Göttinger Verleger Gerhard Steidl ließ seinen Redebeitrag von einem Mitarbeiter verlesen. Steidl, der als Drucker politischer Plakate begann, hat sich in den 90er Jahren auf den Nischenmarkt der Fotobücher spezialisiert. Kompromisslos setze er die Vorstellungen seiner Autoren um. ließ Steidl mitteilen. Der Grund für seine Abwesenheit: Modemacher Karl Lagerfeld hatte seinen Verleger kurzfristig nach New York gebeten.

PFH-Professor Hans-Christian Riekhof hat die Konferenz „Marketing 3.0 – Was Marken glaubwürdig macht“ organisiert.

Von Michael Caspar

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