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Wirtschaft wirbt um Studienabbrecher

Hochschulteam der Arbeitsagentur berät Studierende Wirtschaft wirbt um Studienabbrecher

Die Eltern sind irritiert. Bekannte gucken komisch. Freunde loben dagegen den Mut: Wer sein Studium abbricht und eine Ausbildung beginnt, erfährt ganz unterschiedliche Reaktionen. Unternehmen, die Probleme mit dem Besetzen von Lehrstellen haben, freuen sich jedoch über die Bewerber mit Uni-Erfahrung.

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Viele Studienabbrecher haben mehr Lebensefahrung als Schulabgänger, das macht sie für Unternehmen interessant.

Quelle: dpa (Symbolbild)

„Ich will nicht den ganzen Tag am Computer sitzen“, stellte Jan Dreßler (24) fest, nachdem er sein Studium Digitales Mediendesign begonnen hatte. Nach drei Semestern brach er ab, erzählt er bei einer Veranstaltung des Hochschulteams der Arbeitsagentur Göttingen 30 Studierenden, die ebenfalls die Lust am Studieren verloren haben.

Jan Dreßler studierte Digitales Marketing.

Quelle: EF

Dreßlers Vater drängte den Sohn, auf Sport, Jura oder Medizin umzusatteln. Der junge Mann wollte darüber nicht einmal nachdenken. Ein halbes Jahr lang wusste er nicht, wie es weitergeht. Dann fand die Mutter eine Lösung: „Lerne doch Tischler, du arbeitest doch gerne mit Holz.“ Mittlerweile absolviert Dreßler das zweite Ausbildungsjahr. „Das war die beste Entscheidung meines Lebens“, macht er den anderen Studierenden Mut.

Ähnliche Erfahrung hat auch Laura Dankenbrink (23) gemacht. „Mein Studium der Agrarwissenschaften hatte nichts mit der täglichen Arbeit auf dem Bauernhof zu tun“, bedauert sie. Bei einem studienbegleitenden Praktikum bei der Raiffeisen Warenhandel GmbH in Rosdorf kam ihr die Idee, Groß- und Außenhandelskauffrau zu lernen. „Quälend lange“, erzählt sie, konnte sie sich jedoch nicht entschließen, das auch zu tun.

Laura Dankenbrink vermisste in ihrem Studium die Praxis.

Quelle: EF

Erst als sie den Bachelor gemacht hatte, wechselte sie. Vergebens war die Zeit an der Uni nicht, meint sie rückblickend. Sie habe ja nicht die Branche gewechselt. Nun verfüge sie über Hintergrundwissen. Die Berufsschule sei für sie keine Unterforderung. Der dort behandelte Stoff sei neu.

Hintergrund der Veranstaltung, die Dieter Skorski vom Hochschulteam der Arbeitsagentur organisierte, sind die zunehmenden Probleme von Unternehmen, Lehrstellen zu besetzen. Handwerkskammer sowie Industrie- und Handelskammer unterstützen Studienabbrecher beim Wechsel mit verschiedenen Angeboten. „Sie haben mehr Lebenserfahrung als Schulabgänger, bringen Kenntnisse von der Uni mit und zeigen, dass sie persönliche Krisen bewältigen können, sagt Skorski. All das mache Studierende für Firmen interessant.

Das Hochschulteam bietet in seinem Büro im Gebäude der Hauptmensa, Platz der Göttinger Sieben 4, Beratungen ohne Voranmeldung an. „Wir helfen Betroffenen dabei, sich über die Gründe für ihre Probleme klar zu werden, sich neue Ziele zu setzen und diese zu erreichen“, so der Berater.

Von Michael Caspar

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