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Wirtschafts-Professor warnt: Deutschland lebt von der Substanz

Auch Spinner sollen zum Zuge kommen Wirtschafts-Professor warnt: Deutschland lebt von der Substanz

„Die gekniffene Generation“ hatte der Volkswirtschafts-Professor und FDP-Politiker Karl-Heinz Paqué seinen Vortrag im PS.Speicher Einbeck benannt. Seine Warnung: Deutschland lebt von der Substanz, ist wachstumsfeindlich und bereitet sich nur unzureichend auf seine Zukunft vor.

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Quelle: EF

Einbeck. Karl-Heinz Paqué ist Kurator der arbeitgebernahen „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ und hat ein Buch mit dem Titel „Wachstum!“ geschrieben, dem im Feuilleton der FAZ ein „absolutes Primat des ökonomischen Kalküls in seinem Denken“ vorgeworfen wurde. Der Professor für Internationale Wirtschaft an der Universität Magdeburg und ehemalige Finanzminister von Sachsen-Anhalt machte auch in seinem Vortrag deutlich, dass er die Lösung zukünftiger Probleme in Wachstum und Deregulierung verortet.

Paqué sieht Probleme. Die Kommunikations-Infrastruktur in Deutschland sei im internationalen Vergleich nur mittelmäßig, es gebe zu viel Bürokratie und zu viel Fortschrittsfeindlichkeit. Das größte Problem sei allerdings das der Demografie. So befänden sich heute 55 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, 2050 werden es nur noch 45 Prozent sein. Noch extremer präsentiere sich der Rückgang in absoluten Zahlen: Sind es heute 42 Millionen, die arbeiten, werden es 2050 nur noch 28 Millionen sein. „Deutschland lebt von der Substanz“, fasste es Paqué zusammen.

Aber Paqué ist kein Apokalyptiker, im Gegenteil: Er ist ein liberaler Optimist. Die deutsche Wirtschaft habe nach wie vor Weltniveau, es gebe einen Weg in eine positive Zukunft. Um diesen beschreiten zu können, müsse sich in Deutschland allerdings einiges ändern. Konkret, aber auch in den Köpfen der Menschen.

Und so fordert der Wissenschaftler – neben dem Aufbau einer leistungsfähigen Kommunikations-Infrastruktur und dem Abbau von Bürokratie – vor allem eine Änderung der Einstellung. Vor allem eine neue Gründermentalität: Gründer dürften nach einem Scheitern nicht stigmatisiert werden, sondern müssten für ihre Risikobereitschaft Anerkennung erfahren: „Auch Spinner, die auf eine ungewöhnliche Karte setzen, sollten zum Zuge kommen dürfen.“ Aber auch eine andere Form der Bildung: In der Schule müsse die Gleichmacherei ad acta gelegt, stattdessen Motivation, Leistungsbereitschaft und der Glaube an sich selbst gelehrt werden. Und mehr Mut: Die Deutschen sollten in neuen Technologien nicht immer nur Risiken sehen, sondern vor allem Chancen: „Es kann doch nicht sein, dass BASF seine Biotechnologie-Sparte ins Ausland verlegt, weil hierzulande der Widerstand zu groß ist.“

Schließlich, und hier gab es durchaus Widerspruch von Seiten der rund 60 Zuhörer, fordert Paqué auch einen späteren Eintritt in den Ruhestand: „Sonst müssen bei den Renten starke Abstriche gemacht werden.“ Ihm schwebt allerdings keine starre Erhöhung des Renteneintrittsalters vor, sondern eine Flexibilisierung. Beispielsweise Teilzeitmodelle sowie mehr Teamarbeit. Da könnten die Erfahrung der Älteren sowie die Experimentierfreudigkeit der Jungen eine fruchtbare Symbiose eingehen.

Von Hauke Rudolph

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