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Zeiss-Konkurrent Leica wirbt um Göttinger Zeiss-Mitarbeiter

Know-how-Jäger vor der Zeiss-Tür Zeiss-Konkurrent Leica wirbt um Göttinger Zeiss-Mitarbeiter

Seit Anfang November hat der Mikroskop-Hersteller Leica Microsystems in Göttingen eine Anzeige geschaltet, mit der er im großen Stil Entwickler, Produktmanager, Personalmanager und Vertriebler im Bereich Mikroskopie anspricht. Offensichtliches Ziel: Know-how von Zeiss abwerben.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Ende September hatten die Aufsichtsräte der Zeiss AG beschlossen, den Unternehmensbereich Microscopy umzubauen und das Göttinger Werk von 694 Mitarbeiter auf 240 zu verkleinern, alle Abteilungen bis auf die Produktion sollen nach Jena verlagert werden. In Göttingen werden Lichtmikroskope und Mikroskopbestandteile gefertigt.

Seit Bekanntgabe der Umbaupläne befürchten die Betriebsräte der vier deutschen Microscopy-Werke, dass es durch die geplante Verlagerung der Göttinger Forschung und Entwicklung einen großen Know-how-Verlust geben wird, weil Mitarbeiter nicht mitziehen würden. Davon wäre dann die gesamte Microscopy-Sparte betroffen, weil die zuverlässige Modulfertigung für die anderen Standorte ebenso gefährdet sei wie Neuentwicklungen. Es drohten Produktionsengpässe, Qualitätsdefizite und vor allem ein Verlust des technologischen Anschlusses an die Konkurrenz.

Nun bringt sich eben diese Konkurrenz weiter in Stellung. Leica Microsystems mit Hauptsitz im mittelhessischen Wetzlar hat ein sehr ähnliches Produktportfolio wie die Zeiss Microscopy. Schon optisch greift Leica mit dem Bild über seiner Anzeige Zeiss-Elemente auf, indem mit den Farben Blau und Weiß gearbeitet wird – während Leicas Farben rot und schwarz sind. Direkt wird gefragt: „Platzwechsel dringend nötig? Leica Microsystems bietet Ihnen berufliche Perspektiven!“ Für ganze zwölf Arbeitsbereiche – aus Forschung und Entwicklung, Marketing, Personalmanagement, Finanzen und Vertrieb – bittet Leica um die Einreichung von Bewerbungsunterlagen.

Leica selbst wollte sich zur offensiven Personaljagd im Zeiss-Revier nicht äußern. Auch der Betriebsrat des Göttinger Zeiss-Werks gibt sich wortkarg und will „zu Stellenanzeigen von anderen Unternehmen grundsätzlich kein Statement“ abgeben.

Stattdessen will der Betriebsrat zügig an einem eigenen Konzept arbeiten – als Gegenentwurf zum Umbauplan der Microscopy-Geschäftsführung. Bislang ist von beiden Plänen allerdings noch nichts zu sehen oder intern kommuniziert worden. Entsprechend beklagen sich Göttinger Mitarbeiter bereits darüber, dass weder die Geschäftsführung noch der Betriebsrat sie über den Fortgang der Verhandlungen informieren würden.

Das Risiko der Know-how-Abwanderung räumte Microscopy-Geschäftsführer Felix Justus Wehmer bereits Ende Oktober im GT-Interview ein, man habe aber auch das Instrumentarium, den Mitarbeitern einen Wechsel zu ermöglichen und man werde alles tun, um den Wissensverlust so gering wie möglich zu halten.

Mit der Leica-Anzeige konfrontiert, wiederholte Zeiss-Pressesprecher Jörg Nitschke diese Position. Derweil schaffen Mitarbeiter Fakten, indem sie wechseln – auch zu anderen Technologieunternehmen in der Region wie Sartorius oder Ottobock.

Von Sven Grünewald

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