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300 Arbeitsplätze bei Zeiss verschwinden

Göttingen 300 Arbeitsplätze bei Zeiss verschwinden

Nun gibt es Klarheit: Etwa 300 der aktuell rund 570 Stellen im Zeiss-Werk Göttingen sollen bis zum Geschäftsjahr 2020/2021 verlagert werden. Darauf einigten sich IG Metall, Betriebsrat und die Geschäftsführung der Zeiss Mikroskopie.

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Quelle: Tirl/dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die in Göttingen verbleibenden etwa 270 Mitarbeiter werden nicht mehr dem Geschäftsbereich Mikroskopie angehören, sondern reine Produktionsaufgaben in der Carl Zeiss CMP GmbH, dem zentralen ZEISS Fertigungsnetzwerk für den Gesamtkonzern, wahrnehmen. Der Entwicklungsbereich wird verschwinden. Zeiss prüft derzeit auch, ob das alte Werk in der Königsallee zugunsten eines neuen, kleineren Standorts aufgegeben wird. Darüber führt das Unternehmen derzeit Gespräche mit der Stadt Göttingen. Grund ist die deutlich geringere Mitarbeiterzahl, allerdings gilt der Altstandort auch aufgrund von Brandschutzauflagen als investitionsbedürftig.

Personalverlagerungen in den kommenden fünf Jahren

Im Laufe der kommenden fünf Jahre sollen dann nach und nach die Personalverlagerungen stattfinden: In Göttingen verbleiben zunächst 330 Mitarbeiter, von denen durch natürliche Fluktuation am Ende 270 übrigbleiben sollen – etwas mehr, falls die Auftragslage gut ist, so Konzernsprecher Jörg Nitschke. Die 100 Vertriebler werden einem anderen Standort zugeordnet. Die restlichen 140 Mitarbeiter sollen an anderen Standorten Stellenangebote erhalten – das können aber durchaus auch ganz andere Tätigkeiten sein als bisher. 

Der Standortentwicklungstarifvertrag ist ausgehandelt, allerdings steht noch die Zustimmung des IG Metallvorstands aus. Spätestens am 10. September endet die Widerrufsfrist, dann ist der Vertrag rechtskräftig, so IG Metall-Verhandlungsführer Manfred Zaffke. Man habe durchaus einiges erreicht: Statt wie geplant 24 Monate beträgt die Umstrukturierungszeit nun 60 Monate, es gebe keine betriebsbedingten Kündigungen und es gebe für die nächsten etwa fünf Jahre ein Verlagerungsverbot – nur mit Zustimmung der IG Metall könnten dann aus dem bestehenden Standort noch Bereiche verlagert werden. „Bei aller Bitternis, dass wir die Mikroskopie nicht haben halten können – das sind Erfolge.“

Sozialverträglichkeit und Zukunftsfähigkeit

Auch Zeiss verweist auf die Sozialverträglichkeit und Zukunftsfähigkeit des vereinbarten Interessensausgleichs und kündigt ein Investitionsprogramm in Göttingen von insgesamt fünf Mio. Euro über die nächsten fünf Jahre an – im Zeitraum 2010 bis 2015 wurden allerdings insgesamt rund elf Mio. Euro am Standort investiert. 

Aus Mitarbeiterkreisen gibt es jedoch trotz des jetzt erzielten Ergebnisses die Befürchtung, dass es weitere Einschnitte geben wird: Wenn Zeiss innerhalb Göttingens umzieht, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass Galvanik, Lackierer und Fräserei nicht mitgehen werden – das seien rund 20 Arbeitsplätze. „Man denkt schon länger, dass das einfache Arbeiten sind, die man dazukaufen kann“, so ein Mitarbeiter. Auch seien am Standort Göttingen vier Mio. Euro einzusparen, bei einem Umsatz von 40 Mio. Euro sei das ohne Lohnverzicht kaum möglich. „Wir gehen davon aus, dass die schwierigen Zeiten erst nach der Unterschrift unter dem Kompromiss kommen werden.“

Bei der Betriebsversammlung, auf der die Ergebnisse präsentiert wurden, soll es ruhig zugegangen sein. Als weitere Gäste waren Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD), Landrat Bernhard Reuter (SPD) und Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta (SPD) anwesend.

Göttingen bei Umstrukturierungen am stärksten betroffen

Göttingen ist von den Umstrukturierungen in der Zeiss-Mikroskopie am stärksten betroffen, aber nicht nur: Am Standort Oberkochen sollen 35 Arbeitsplätze verlagert werden. Gestärkt wird hingegen der Standort Jena.

Regelungen für den Wechsel

Zeiss hat Anreize für den Wechsel von Mitarbeitern gesetzt, die an andere Standorte wechseln sollen:

Für den Wechsel an einen andern Standort oder beim Verzicht auf eine Weiterbeschäftigung wird es eine Abfindung geben, die sich individuell berechnet: Pro Jahr Betriebszugehörigkeit werden 0,65 Monatsgehälter ausbezahlt.

Mitarbeiter, die das Angebot zum Wechsel an einem anderen Standort annehmen und zwölf Monate nach Abschluss der Verlagerung noch für die Microscopy arbeiten, erhalten eine Wechselprämie von 30000 Euro.

Ferner soll es Aufwandsentschädigungen für den Standortwechsel von Mitarbeitern gebe: doppelte Haushaltsführung, Heimfahrten, Makler- und Umzugskosten etc.

Nach einem Wechsel wird für 18 Monate das alte Gehalt bezahlt, danach richtet es sich nach dem Tarif des neuen Arbeitsplatzes. 

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