Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Zukunftsangst bei Eichsfelder Rübenanbauern

Neuer Abnahmemodus nach Fall der EU-Quote Zukunftsangst bei Eichsfelder Rübenanbauern

Unter den Rübenanbauern im Eichsfeld rumort es. Mit der neuen Geschäftspolitik, mit der die Zuckerindustrie auf die Abschaffung der EU-Quotenregelung im kommenden Jahr reagieren will, sehen sie die Früchte ihrer Arbeit davonschwimmen.

Voriger Artikel
Göttingen: Werkschule für Flüchtlinge angeregt
Nächster Artikel
Unbekannte Weltmarktführer im Harz

Unter den Rübenanbauern im Eichsfeld gärt es: Die Lieferregelung für die Zuckerproduktion wird umstrukturiert, Landwirte sorgen sich um Frachtkosten und freie Mengen.

Quelle: dpa

Germershausen. Ertragsmengen und Zuckergehalt steigen seit Jahren. Vom Süßholzraspeln waren die Winterversammlungen des Anbauerverbandes Südniedersachsen und der Nordzucker AG in diesem Jahr dennoch weit entfernt. In der von mehr als 80 Teilnehmern besuchten Versammlung in Germershausen brach sich nach Fachvorträgen  von der Entblätterungs- bis zur Spritzwasserqualität der Unmut über die künftige Geschäftsbeziehung Bahn. Die Landwirte bangen um die Zukunft der Hochertragsregion Eichsfeld. Adelbert Gerhardy spricht von „einem Schlag ins Gesicht für die langjährige Treue der Rübenanbauer in dieser Region“.

Das Thema ist komplex, springender Punkt die Abnahme- und Preispolitik der Nordzucker AG und ihrer beiden Holdings mit sogenannten freien Mengen statt der bisherigen Lieferrechte mit Quoten und Garantiepreisen. Wenn 2017 die Zuckermarktordnung ausläuft, sollen die Kapitaleigner bei Anbau- und Liefermöglichkeiten bevorzugt werden. Im Eichsfeld gebe  es aber nur wenige Kapitaleigner, die zumeist auch nur geringe Anteile haben, sagt Dirk Wollenweber vom Anbauverband:

„Die Anteile hier reichen bei Weitem nicht aus, um den Rübenanbau im bisherigen Umfang zu sichern.“ Für unter die freie Menge fallende Ansprüche gebe es im Eichsfeld voraussichtlich keinen Zuschlag, da die Entfernung zur Zuckerfabrik Schladen zu groß sei, meint Rübenanbauer Markus Gerhardy.

Das bestätigt auch Claus-Friso Gellermann von der Nordzucker AG. Ein EDV-Programm ermittele die optimale Kostenstruktur unter Berücksichtigung von Werksauslastung und Transportentfernung. Bei rund 80 Kilometern Entfernung vom Eichsfeld bis zum Werk Schladen sei es fraglich, ob es hier Zuschlag für freie Mengen gibt. Es gebe keine Möglichkeit, hier ein Beteiligungsmodell an den Frachtkosten durchzusetzen.

„Wir im Eichsfeld bekommen nur dann freie Menge, wenn die Rübenernte so schlecht ist, dass die Aktionäre sich weigern, dafür genug Rüben anzubauen“, meint Adelbert Gerhardy. Ohne mehrjährige Lieferverträge würden auch Maschinenringe vor dem Aus stehen, da keine Anbausicherheit bestehe.

Bernd Schliephacke vom Vorstand der Nordzucker-Holding zeigt Verständnis für den Unmut, verteidigt aber „den nachhaltigen Kompromiss, der gefunden worden ist“. Der Lieferanspruch sei an Anteile gebunden, die freie Menge biete allen eine Chance, zu liefern. Es gehe  um Regelungen, die die EU geändert habe, sagt Union-Zucker-Vorsitzender Helmut Meyer. Von Angeboten zum Erwerb von Anteilen hätten die meisten Anbauer in der Vergangenheit keinen Gebrauch gemacht. 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 10.529,50 +0,15%
TecDAX 1.687,00 +0,03%
EUR/USD 1,0673 +0,12%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 14,69 +0,71%
BAYER 87,21 +0,71%
HEID. CEMENT 83,50 +0,67%
DT. BANK 14,73 -1,98%
VOLKSWAGEN VZ 118,37 -0,71%
LUFTHANSA 12,14 -0,50%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Bakersteel Global AF 166,72%
Structured Solutio AF 154,79%
AXA IM Fixed Incom RF 141,93%
Stabilitas PACIFIC AF 140,74%
Crocodile Capital MF 122,39%

mehr

Wirtschaft Rubriken
Rubriken Wirtschaft Göttingen und die Welt