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Zur Siesta geht niemand ans Telefon

Geschäftsvorteile durch interkulturelle Kompetenz Zur Siesta geht niemand ans Telefon

Missverständnisse sind vorprogrammiert, wenn sich Menschen unterschiedlicher Kulturen begegnen. Spannungen in der Belegschaft oder Probleme mit ausländischen Zulieferern und Kunden sind die Folge. Davor warnteBetriebswirtin Alexandra Delacor auf einer Verdi-Veranstaltung.

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Quelle: ef

Göttingen. „Die vielen Flüchtlinge machen einmal mehr deutlich, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist“, so Delacor. Umso wichtiger sei interkulturelle Kompetenz. Niemand könne alle kultuellen Muster kennen, daher gehe es darum, sich der kulturellen Dimension im Miteinander bewusst zu sein. „Seien Sie offen, bemerken Sie Signale, reflektieren Sie ihr eigenes Verhalten“, betonte Delacor.

Manchmal drohten Geschäfte an Äußerlichkeiten zu scheitern. Zum Beispiel wollte ein deutsches Unternehmen bei der Vermittlung von spanischen Krankenschwestern in die Bundesrepublik helfen. An der für 15 Uhr angesetzten Telefonkonferenz nahm jedoch kein Spanier teil. „Aufgrund der Hitze auf der iberischen Halbinsel war bis 16 Uhr Siesta“, erklärt Delacor. Auf deutscher Seite herrschte zunächst Unverständnis: „Wollen die Spanier überhaupt arbeiten?“

Auf Delacors Anregung wurde die nächste Telefonkonferenz auf 10 Uhr angesetzt. Nun nahm jemand ab. Allerdings schalteten sich einige Gesprächspartner erst im Laufe der nächsten 15 Minuten dazu. „Das Zeitverständnis ist nicht überall dasselbe wie in Deutschland“, führt die Referentin aus.

Interkulturelle Kompetenz sei auf beiden Seiten gefragt, betont sie. Das sei ihr während eines mehrjährigen Aufenthalts in Bolivien bewusst geworden. Dort hätten nicht die Firmen mit den besten Produkten oder dem günstigsten Preis den größten Erfolg, sondern die, die sich am besten auf die Mentalität ihrer europäischen oder nordamerikanischen Kunden einstellten und etwa Liefertermine entgegen südamerikanischer Gewohnheit genau einhielten.

„Auch in Betrieben selbst wird interkulturelle Kompetenz zunehmend wichtig“, hebt Delacor hervor. Ein Chef, der mitten im islamischen Fastenmonat ein Betriebsfest ansetze, dürfe sich nicht wundern, wenn nur wenige Muslime erschienen. „Würde ein Deutscher zu einer Betriebsfeier gehen, die am Heiligabend stattfindet?“, fragt sie.

„Deutsche äußern ihre Kritik in der Regel sehr offen; das empfinden Menschen anderer Kulturen oft als verletzend“, berichtet die Trainerin. Weitere interkulturelle Stolpersteine: Deutsche Chefs würden häufig wenig Rücksicht auf familiäre Probleme, etwa die Krankheit von Angehörigen, nehmen. Das befremde Menschen aus Kulturen, in denen Familie an erster Stelle stehe. Deutsche kämen meistens schnell auf den Punkt. Das empfänden Zuwanderer als unhöflich.

Von Michael Caspar

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