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Zweite bundesweite Logistiktagung in Göttingen

Schiene und Wasser im Fokus Zweite bundesweite Logistiktagung in Göttingen

Rund 100 Gäste, etwa zwei Drittel davon kamen aus dem ganzen Bundesgebiet, ein voll besetzter Veranstaltungssaal im Sartorius College: Die zweite Logistiktagung der städtischen Wirtschaftsförderung GWG war wieder gut besucht. Thema: Verkehr auf Schiene und Wasser bringen.

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Hartmut Biel, Logistikleiter SMP Deutschland GmbH, bei der bundesweiten Tagung in Göttingen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Im den 90er Jahren, so Göttingens ehrenamtliche Bürgermeisterin Helmi Behbehani bei ihrer Tagungseröffnung, habe sich nicht jedem erschlossen, ob Göttingen überhaupt ein Standort für Logistik sein soll. Heute ist es eine für Göttingen wichtige Branche, die von der zentralen Lage der Stadt in Deutschland profitiert.

Nicht zukunftsfähig

Angesichts der Straßenverkehrsbelastung und des Zustandes in der Infrastruktur in Deutschland müsse die Bahnverladung stärker in den Blick genommen werden. Kritik äußerte sie an dem Plan der Deutschen Bahn, rund ein Drittel ihrer Güterbahnhöfe zu schließen, statt Investitionen in die Umschlagsinfrastruktur vorzunehmen. „Das ist nicht zukunftsfähig.“

Die Alternativen zur Straßen und dem Transport per Lkw waren das Thema der Logistiktagung. Umweltbilanz, Kosten, Zuverlässigkeit, aber auch etwa der Fahrermangel – alles Argumente, die für Schiene oder Wasserweg sprechen. Hartmut Biel, Leiter der Logistik beim Göttinger Werk der SMP Deutschland, die Ersatzteile für die Autoindustrie fertigt, zeigte in seinem Vortrag aus der betrieblichen Praxis, dass die Bahnverschickung Vorteile hat – selbst auf so relativ kurzen Strecken wie nach Wolfsburg oder Hannover. „Beim Lkw gibt es Stoßzeiten, die Sie entweder nicht immer befriedigen oder Sie haben kontinuierlich zu viel Personal. Von der Bahn bekommen wir hingegen täglich um 14 Uhr  die Waggons. Dann haben wir 24 Stunden Zeit zum Be- und Entladen.“

60 Prozent auf der Schiene

Die Laufzeit des Güterzuges beträgt zwar zwei Tage, das ist „nicht just in time, aber umweltfreundlich und berechenbar“, so Biel. Wenn man entsprechend seine Lieferungen plane, sei das kein Problem. Aber er stellt auch fest, dass sich gerade Autohersteller damit „schwer tun, vom Lkw auf den Güterverkehr umzusatteln“. SMP wickelt etwa 60 Prozent seiner Lieferungen über die Schiene ab.

Auch Markus Nölke,  Geschäftsführer der ShortSeaShipping Inland Waterway, berichtet von den Schwierigkeiten, den Verkehrsträger zu wechseln: „Es ist erst einmal eine Prozessumstellung und in der Anfangsphase mit einem gewissen Risiko verbunden, weil sich eingespielte Prozesse ändern.“ Auch für die Binnenwasserstraßen gelte, dass sie unter den Aspekten Umwelt und Verkehrsdichte auf den Straßen eine Alternative sein können, die zudem auch kostengünstiger sein kann.

„Wenn die Unternehmen ihre CO2-Bilanz ausweisen müssen, wird das dazu führen, dass solche Lösungen stärker nachgefragt werden“, ist sich Nölke sicher. Es gebe daher gute Gründe, proaktiv auf die Kunden zuzugehen und alternative Transportwege durchzusprechen.

Auch kürzere Strecken wirtschaftlich

Peter Hirsch, Vertriebsleiter der Deutschen Umschlaggesellschaft Schiene – Straße (DUSS), die bundesweit Portalkrananlagen am Güterbahnhöfen betreibt, beobachtet in Göttingen seit Anfang 2016 eine gute Umschlagsentwicklung. Es gebe immer noch in den Köpfen die „magische Grenze“ von 400 Kilometern Entfernung, ab der ein Warenumschlag auf die Schiene erst wirtschaftlich sei. Das Beispiel Göttingen zeige, dass es auch bei kürzeren Strecken – Hamburg ist „nur“ rund 260 Kilometer entfernt – sehr wohl funktioniere.

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