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Herrmann: Ein Griff ins Regal, „und alles ist Bio“

Biomarkt im Galluspark Herrmann: Ein Griff ins Regal, „und alles ist Bio“

Bio ist in aller Munde. Spätestens seit dem Dioxin-Skandal Anfang des Jahres wollen die Verbraucher genau wissen, was bei ihnen auf den Tisch kommt. In der Serie „Alles Bio“ informiert das Tageblatt über regionale Erzeuger, Händler und Direktvermarkter von ökologisch erzeugten Lebensmitteln. Heute: der Biomarkt im Galluspark in Göttingen.

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Haben einen langen Weg zum Bio-Supermarkt absolviert: Thomas Arvid Hermann und Hermann Weber (rechts).

Quelle: Heller

Mit einer Food-Coop hat alles angefangen. Noch bevor es die Bezeichnung „Bio“ gegeben hat, 1975, wurden in einer Garage in Diemarden ökologisch angebaute Lebensmittel „umgeschlagen“, erzählt Thomas Arvid Herrmann, Gesellschafter des Biomarkts am Galluspark. Aus der Beschaffungsorganisation damals ging schon bald ein „richtiger Laden“ hervor. Im März 1977 wurde aus der „Coop“ ein Geschäft im Papendiek.

„Es war einer der zehn ersten Körnerläden in Deutschland“, erzählt Herrmann von den Anfangszeiten. Drei Jahre später, 1980, erfolgte der Umzug des Vollkornladens in die Lange Geismarstraße 21. Aus dem Vollkornladen wurde ein Naturkostmarkt, 1994 in der Langen Geismarstraße 73.

Damit gehörte das Geschäft laut Herrmann zu den zehn ersten Bio-Supermärkten in Deutschland. „Wir brauchen mehr Parkplätze“, hieß es damals. Am Nikolaustag 2001 wurde deshalb der Markt im Galluspark eröffnet.
„Seit einigen Jahren kaufe ich fast alles hier“, erzählt ein Kunde. Aus gesundheitlichen Gründen habe er seine Lebens- und Essgewohnheiten umgestellt, begründet der 60-Jährige. „Wenn jemand Hartz IV bekommt, kann er nicht jeden Tag hier einkaufen“, räumt er allerdings auch ein.

„Oft steigen die Menschen um, wenn Kinder kommen“, erzählt Herrmann. Zwar gebe es eine kleine Zahl von Verbrauchern, die ausschließlich Bio-Ware kauften. Die meisten Kunden jedoch versorgten sich nicht komplett ökologisch. Sie kauften nur bestimmte Warengruppen „in Bio“. „Je mehr Bio-Produkte verkauft werden, desto besser ist es für die Umwelt“, argumentiert Herrmann für das Wachstum. Nach dem Markt im Göttinger Galluspark eröffnete er 2007 eine Filiale in Wolfenbüttel, eine weitere in Hameln. Wichtig beim Einkauf seiner Ware ist Herrmann die Regionalität. So kauft er nicht nur beim Großhandel ein, sondern auch bei den hiesigen Bio-Produzenten.

Vom Chemiestudium ist Herrmann zum Handel mit ökologisch hergestellten Lebensmitteln gekommen. „Das, was ich im Studium alles bearbeitet habe, wollte ich nicht im Essen haben“, bringt er sein Motiv auf eine knappe Formel. So sei er nach einem kleinen Umweg über eine Gärtnerei bei der Vollkorn GmbH eingestiegen. Anfangs waren wir „eine Handvoll Leute.“ Heute beschäftigt er mit den Gesellschaftern Ulrich Fleck und Hermann Weber mehr als 30 Mitarbeiter. Außerdem lernen im Göttinger Markt zwei Auszubildende ihren Beruf als Einzelhandelskaufleute.

Herrmann denkt daran, das Sortiment auszuweiten und betont: „Wir bemühen uns, Leute heranzuziehen, die es anderswo schwer haben.“ Eng sei dafür die Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und der Bildungseinrichtung Arbeit & Leben. Über Berufspraktika von drei bis sechs Monaten werden die Auszubildenden ausgesucht. Während Herrmann das Gemüse inspiziert („Das Gemüseregal ist Chefsache“) füllen Ursula und Julius Hoffmann gemeinsam ihren Einkaufskorb. Vor nicht allzu langer Zeit seien sie aus Gelsenkirchen nach Spanbeck gezogen. „Da, wo wir herkommen, gab es auch so einen Laden“, erzählen Mutter und Sohn.

Thomas Herrmann fasst den Vorteil des Einkaufs in einem Biomarkt in wenige Worte: „Sie nehmen etwas aus dem Regal, und es ist Bio.“

Bio-Markt

Bio-Markt im Galluspark
Weender Landstraße 59
37075 Göttingen
Öffnungszeiten: montags bis sonnabends von 8 bis 20 Uhr
Telefon: 0551/2053765
Telefax: 0551/2053858
E-Mail: info@biomarkt-goettingen.de

Von Ute Lawrenz

Update: Ursprünglich stand im Titel Hoffmann. Das Zitat stammt allerdings von Thomas Arvid Herrmann, fh.

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