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Bahnstreik trifft Reisende in Niedersachsen früher als erwartet

Stillstand bei der Bahn Bahnstreik trifft Reisende in Niedersachsen früher als erwartet

Stillstand bei der Bahn - und das früher als erwartet: Der Streik der Lokführer trifft in Niedersachsen vor allem einen der bundesweit wichtigsten Ost-West-Knotenpunkte, den Hauptbahnhof in Hannover. Dort versucht die Bahn die Gemüter mit Gratis-Kaffee zu beruhigen.

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Quelle: Spata/dpa (Symbolfoto)

Hannover. Der Lokführer-Streik hat in Niedersachsen schon vor dem Start für viel Ärger und Verspätungen gesorgt: Bereits vor dem angekündigten Streikbeginn um 14.00 Uhr fielen etliche Fern- und Nahverkehrszüge aus. Auf dem Hauptbahnhof in Hannover, einem der bundesweit wichtigsten Ost-West-Knotenpunkte, verteilte die Bahn kostenlosen Kaffee an genervte Reisende, die in langen Schlangen vor dem Infostand warteten.

Viele Berufstätige mussten kurzfristig umplanen, einen Tag Home office einlegen und Termine absagen. In Hannover, aber auch in Braunschweig waren am Bahnhof wegen des Lokführerstreiks bereits am Morgen keine Leihautos mehr erhältlich. "Hier ist nichts mehr zu haben", sagte ein Mitarbeiter am Europcar-Schalter im Hauptbahnhof Hannover. Auch beim Konkurrenten Sixt gab es schon morgens in der ganzen Stadt keine Wagen mehr zu mieten. Nicht anders sah es bei Hertz in Braunschweig aus.

Die Gewerkschaft GDL hat alle Lokführer von 14.00 Uhr bis um 4.00 Uhr am Donnerstagmorgen zu einem bundesweiten Streik aufgerufen. Hintergrund des Streiks ist die Forderung der GDL nach fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Viele Reisende äußerten zwar Verständnis für die Forderungen der Beschäftigten, übten aber gleichzeitig Kritik: "Es wird Zeit, dass die mit der Streikerei aufhören. Irgendwann müssen die sich einigen", kritisierte etwa Martina Kohlmann-Drinkhut aus Minden, die mit ihrer Tochter zum Einkaufen nach Hannover gereist war.

Etliche Kunden wichen dort, wo es möglich war, auch auf die Eisenbahngesellschaften Metronom und die Nordwestbahn aus, die nicht bestreikt wurden. Die Konkurrenten der Bahn betreiben in Niedersachsen rund 60 Prozent aller Regionalstrecken. "Ich gehe davon aus, dass wir heute wieder deutlich mehr Gäste haben werden", sagte Birthe Ahting von Metronom in Uelzen. Sie rechnete mit rund 20 Prozent mehr Kunden. Der Fahrgastverband Pro Bahn erhob schwere Vorwürfe gegen die streikenden Lokführer.

"Es wird immer offensichtlicher, dass es der Gewerkschaft GDL vorwiegend um die Ausweitung ihres Machtbereichs geht und nicht um tarifliche Forderungen", sagte Pro Bahn Bundessprecher Gerd Aschoff der dpa in Göttingen. Die Lokführergewerkschaft handele dabei zunehmend "auf dem Rücken der Fahrgäste". Wegen der kurzen Vorwarnzeiten hätten viele Kunden keine Chance mehr gehabt, sich auf die Einschränkungen im Bahnverkehr einzustellen. "Die aktuellen Maßnahmen der GDL sind eindeutig unangemessen."

dpa

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Züge fallen früher aus
Der Streik der GDL beginnt erst um 14 Uhr, aber schon zwei Stunden früher fallen reihenweise Züge in Göttingen aus.

Bahnkunden in der Region und anderswo sind vom Bahnstreik am Mittwoch, 15. oktober, kalt erwischt worden. Wer glaubte, nach der Warnung des Gewerkschaft der Lokführer (GDL) vor einem Warnstreik ab 14 Uhr bis dahin noch mit dem Zug reisen zu können, musste bereits in den Morgenstunden erfahren, dass die Deutsche Bahn AG schon früh einen Notfahrplan in Kraft gesetzt hatte und viele Züge einfach stehen ließ.

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