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Deshalb kommt die Bahn so oft zu spät

Zu spät dran Deshalb kommt die Bahn so oft zu spät

Die Deutsche Bahn sieht sich mit einer riesigen Verspätungen konfrontiert. Auf das Ergebnis einer Anfrage der Linke-Fraktion im Bundestag reagiert sie nun mit Begründungen.

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Zu den Schwierigkeiten mit dem Wagenpark, überlasteten Hauptstrecken und verstopften Knotenpunkten gesellten sich zuletzt die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL und umfangreiche Bauarbeiten, etwa in Dortmund, Siegburg oder in Celle.

Quelle: dpa

Berlin. Es klingt viel, aber ist es wirklich viel? 3.787.237 Minuten Verspätung hat die Deutsche Bahn 2013 im Fernverkehr angehäuft, das sind mehr als sieben Jahre in einem einzigen Jahr. Die Zahl förderte ein Anfrage der Linke-Fraktion im Bundestag zutage. Damit wurde fast wieder der Rekordwert aus dem Jahr 2010 erreicht. Damals hatte die Bahn im Dezember mit eis- und schneereichen Wintertagen zu kämpfen. Im vorigen Jahr lief es besonders schlecht, weil die Strecke Hannover-Berlin nach dem Elbe-Hochwasser im Juni fünf Monaten lang gesperrt war.

Es sind verschiedene Ursachen, die die Verspätungsquote bei der Bahn mal nach oben schnell lassen, bevor sie wieder fällt. „Gegen mutwillige Eingriffe in den Bahnverkehr, Personen im Gleis, extreme Witterung oder Streiks können wir nur bedingt etwas tun“, fasst Bahn-Vorstand Ulrich Homburg die Hauptgründe entschuldigend zusammen. Seit einigen Jahren fehlen der Bahn gerade im Fernverkehr auch Züge, weil bestellte ICE später als geplant eine Zulassung erhalten und bei älteren Züge Achsen zur Sicherheit häufiger untersucht werden müssen.

Knapp 3,8 Millionen Minuten Verspätung im Fernverkehr, im Nahverkehr waren es sogar 12 Millionen im vorigen Jahr - diese Summen muss man in ein Verhältnis setzen zu anderen gewaltigen Zahlen: 2,2 Milliarden Bahnreisen jährlich etwa oder mehr als 25.000 Personenzüge, die jeden Tag auf dem deutschen Netz unterwegs sind.

Trotzdem, und auch wenn die Schwankungen groß sind: Im Vergleich zu 2004 gab es 2013 insgesamt gut 30 Prozent mehr Verspätungen im Fernverkehr. Schaut man sich den Regionalverkehr an, war die Entwicklung gegenläufig: Da sank das Verspätungsvolumen um mehr als 20 Prozent. Die Diagnose ist also nicht eindeutig. Hinzu kommt noch, dass die Verkehrsleistung bei Fernzügen (plus 13,8 Prozent) und bei Regionalzügen (plus 14,9 Prozent) in diesen zehn Jahren gewachsen ist.

Aussagekräftiger sind deshalb die prozentualen Angaben der Bahn zu den Verspätungen. Der bundeseigene Konzern legte dazu am Dienstag die Statistiken von Anfang 2009 bis Oktober 2014 vor. Daraus lassen sich folgende Tendenzen ablesen: Der Nahverkehr hält seit Jahren ein Pünktlichkeitsniveau von mehr als 90 Prozent. Bei den Fernzügen hat die Bahn Probleme: Nur einmal kam sie in den vergangenen fünf Jahren über die 80-Prozent-Marke, Tendenz sinkend.

Zu den Schwierigkeiten mit dem Wagenpark, überlasteten Hauptstrecken und verstopften Knotenpunkten gesellten sich zuletzt die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL und umfangreiche Bauarbeiten, etwa in Dortmund, Siegburg oder in Celle. So erreichten im Fernverkehr im September nur 66,4 Prozent der Züge pünktlich ihre Ziele - das schlechteste Ergebnis seit Dezember 2010, als Schneemassen und Eis die Bahn ausbremsten.

dpa

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3.787.237 Minuten
Zu Bundesbahn-Zeiten ist keine offizielle Verspätungstatistik geführt worden. Die neuen Zahlen finden sich in der Antwort der Bundesregierung auf eine Große Anfrage der Linksfraktion, die der HAZ vorliegt.

Bei der Deutschen Bahn haben die Zugverspätungen über die Jahre drastisch zugenommen. Offiziellen Zählungen zufolge gab es im vergangenen Jahr 3.787.237 Minuten Verspätungen im Fernverkehr – Rekordniveau seit Einführung der Statistik im Jahr 2004.

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