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1900 niedersächsische Bauern beantragen Hilfen

EU-Notprogramm für Landwirte 1900 niedersächsische Bauern beantragen Hilfen

Das vom Bundeslandwirtschaftsministerium mit Unterstützung der Europäischen Union aufgelegte Notprogramm für Bauern hat eine große Nachfrage ausgelöst. Insgesamt stehen bisher rund 69 Millionen Euro zur Verfügung, um deutsche Milch- und Fleischerzeuger zu unterstützen. Aus Niedersachsen liegen knapp 1900 Anträge vor.

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Viele Milchbauern in Niedersachsen benötigen derzeit finanzielle Unterstützung.

Quelle: dpa/Symbolfoto

Hannover. Das Geld ist als Beihilfe für Landwirte gedacht, die Darlehen zur Liquiditätssicherung aufgenommen haben. Aktuell belaufe sich das Volumen der Anträge auf 60 Millionen Euro, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch. Aus Niedersachsen lägen knapp 1900 Anträge vor.

Die EU-Agrarminister hatten sich Mitte September auf die Grundzüge eines Nothilfeprogramms verständigt. Insgesamt sollen 500 Millionen Euro verteilt werden. Die Politik reagiert damit auf den Preisverfall besonders bei Milch und Schweinen. Bei Milcherzeugnissen ist der Produktionswert nach Angaben der EU im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 14,9 Prozent gesunken. Bei Schlachtschweinen fiel er um 8,9 Prozent geringer aus. In Deutschland waren die Rückgänge mit 21,7 Prozent beziehungsweise 13,8 Prozent deutlich stärker.

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer sind die Einkommen der Bauern in Niedersachsen massiv eingebrochen. Nach drei guten Jahren erzielten die knapp 39.000 Betriebe im Wirtschaftsjahr 2014/2015 nur Unternehmensergebnisse von durchschnittlich 43.700 Euro – ein Minus von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine Besserung ist nicht in Sicht: Weil das Angebot die Nachfrage deutlich übersteige, könnten sich die Erzeugermilchpreise nicht vor Ende des ersten Halbjahres stabilisieren, erklärten Marktanalysten. Erst im weiteren Jahresverlauf könne sich der Markt möglicherweise wegen rückläufiger Produktionsmengen in Neuseeland und Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño erholen, meint der Deutsche Raiffeisenverband.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hält es für möglich, dass noch mehr Bauern von dem Hilfsprogramm profitieren können. Sobald alle vorliegenden Anträge bearbeitet seien und die Höhe der verbleibenden EU-Mittel feststehe, werde man über ein zweites Antragsverfahren entscheiden, sagte der Behördensprecher. Darüber hinaus profitierten alle Betriebe von der Entlastung bei der Unfallversicherung. Für 2016 habe man den Bundeszuschuss auf insgesamt 178 Millionen Euro aufgestockt.

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