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Für viele kommt die Brille auf Rezept

Gesetzesänderung Für viele kommt die Brille auf Rezept

Mehr als eine Million Menschen dürften davon profitieren: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen künftig ab einer Fehlsichtigkeit von sechs Dioptrien die Kosten für eine Brille. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

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Gesetzlich versicherte Patienten mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit von mehr als 6 Dioptrien erhalten künftig eine Sehhilfe auf Rezept.

Quelle: dpa

Hannover. Gesetzlich Versicherte bekommen künftig schon ab sechs Dioptrien eine Brille auf Rezept. Die neuen Regelungen gelten für Kurz- und Weitsichtige gleichermaßen. Patienten mit einer Hornhautverkrümmung wird sogar schon ab vier Dioptrien eine Sehhilfe von der Krankenkasse bezahlt.

Das geht aus dem Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung hervor, das am Donnerstag im Bundestag verabschiedet wurde. 1,4 Millionen Fehlsichtige in Deutschland können laut einer Schätzung des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) von der Neuregelung profitieren. Der Gemeinsame Bundesausschuss muss aber noch die sogenannte Hilfsmittel-Richtlinie erneuern, in der die Details geklärt werden. Der Stand der Dinge:

Was gilt bisher?

Derzeit bekommen Erwachsene nur dann eine Brille von der Krankenkasse bezahlt, wenn sie mit der Sehhilfe maximal 30 Prozent Sehvermögen erreichen. Das gilt also nur für sehr wenig Versicherte. Mit der neuen Regelung wird der Kreis der Anspruchsberechtigten jetzt massiv ausgeweitet. Der ZVA begrüßt die Gesetzesänderung. „Wir halten sie für überaus sinnvoll“, sagt Verbandssprecher Lars Wandke.

Was genau bezahlt die Krankenkasse künftig?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt grundsätzlich keine Kosten für das Brillengestell, sondern nur für die Gläser. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) bestimmt dafür Festbeträge. Diese richten sich sowohl nach dem Dioptrienwert, als auch nach dem Material der Gläser. Welche für den Patienten infrage kommen, ist vom Krankheitsbild abhängig. Voraussichtlich muss ein Augenarzt die Fehlsichtigkeit diagnostizieren und ein Rezept ausstellen, damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Entscheidet sich der Patient für teurere Brillengläser, als die Kasse laut Festbetrag erstattet, muss er die Differenz selbst bezahlen.

Wie oft bekomme ich eine neue Brille auf Rezept?

Laut Ann Marini vom GKV-Spitzenverband kann ein neues Rezept ausgestellt werden, sobald sich die Kurz- oder Weitsichtigkeit um mindestens 0,5 Dioptrien verändert. Diese Details sind in der Hilfsmittel-Richtlinie geregelt, die noch in Teilen überarbeitet werden muss. Der diese Frage betreffende Paragraf 12 (4) wird nach Marini aber voraussichtlich nicht geändert.

Kann ich statt einer Brille auch einen Zuschuss für Kontaktlinsen bekommen?

Das ist laut Marini nur möglich, wenn die Versicherten eine Kurz- oder Weitsichtigkeit von mindestens acht Dioptrien aufweisen. Auch dieser Punkt ist in der Hilfsmittel-Richtlinie geregelt. Er soll aber ebenfalls nicht von der Überarbeitung betroffen sein.

Was gilt für Kinder und Jugendliche?

Unter 18-Jährige haben auch bisher schon alle notwendigen Sehhilfen von der Kasse bezahlt bekommen. Der Augenoptikerverband hofft aber, dass durch das neue Gesetz für Kinder künftig auch Gläser aus Polycarbonat von der Kasse übernommen werden, die stabiler sind und sich deshalb besonders gut für den Schulsport eignen. Die Überarbeitung der Produktgruppe liege derzeit maßgeblich beim GKV-Verband, sagt Wandke.

Wann tritt das neue Gesetz in Kraft?

Der Bundesrat wird am 10. März abschließend über das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung beraten, es ist aber nicht zustimmungspflichtig. Danach muss es noch vom Bundespräsidenten unterschrieben und im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden. Das Bundesministerium für Gesundheit rechnet damit, dass das Gesetz voraussichtlich Ende März bis Anfang April in Kraft tritt. „Erst mit dann greifen neue Regelungen“, erklärt ein Sprecher des AOK-Bundesverbandes. Er reagierte damit auf Versicherte, die sich bereits am Freitag nach einer Übernahme der Kosten erkundigt hatten, aber von ihrer Allgemeinen Ortskrankenkasse vertröstet wurden – auf den Zeitpunkt, wenn das Gesetz in Kraft tritt.

Von RND/Anne Grüneberg

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