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Feinkosthersteller Homann schließt vier Werke

Jobs bedroht Feinkosthersteller Homann schließt vier Werke

Mehrere Standorte vor der Schließung, über 1000 Jobs im Raum Osnabrück bedroht: Der Nahrungsmittelkonzern Theo Müller will seine Feinkost-Tochter Homann umbauen - produziert werden soll künftig in einem zentralen Werk. Favorit ist das sächsische Leppersdorf.

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Homann ist vor allem für seine Feinkostsalate bekannt, der Umsatz liegt bei rund 630 Millionen Euro. 

Quelle: dpa

Dissen. Es ist ein herber Schlag für Niedersachsens Lebensmittelindustrie: Die traditionsreiche Firma Homann Feinkost macht vier Werke dicht. Betroffen ist vor allem die Region Osnabrück. Das Stammwerk in Dissen soll ebenso geschlossen werden wie eine Fabrik in Lintorf. Zusammen gehen dort voraussichtlich 1200 Arbeitsplätze verloren. Die Unternehmensgruppe Theo Müller, der Homann gehört, will für die Feinkost-Tochter ein neues Werk errichten – aber weit weg vom bisherigen Sitz des Unternehmens.

Gestern gab Homann die Entscheidung bekannt. Am Vortag waren Arbeitnehmervertreter und Aufsichtsrat informiert worden. Begründet wurde die Entscheidung mit einer Krise des Unternehmens, die besonders durch den scharfen Wettbewerb im Feinkostmarkt entstanden sei. Die vier Werke könnten langfristig nicht mehr profitabel betrieben werden.

Deshalb will der Eigentümer nach eigenen Angaben nun bis zu eine halbe Milliarde Euro in eine neue Fabrik investieren. Dafür habe man 40 Standorte in Europa überprüft, hieß es. Ergebnis der Prüfung: Der Neubau dürfte wohl im sächsischen Leppersdorf entstehen, wo Müller eine große Molkerei betreibt. Endgültig entschieden sei aber noch nichts, hieß es. Die bisherigen Werke sollen noch bis zum Jahr 2020 weiterlaufen, betonte Müller. „Es wird weiter voll gearbeitet und uneingeschränkt produziert.“ Nun sind Verhandlungen mit dem Betriebsrat über die Zukunft der Beschäftigten geplant.

Empörung bei Gewerkschaft

Bei der Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) stieß der Schließungsbeschluss auf Empörung. Dass Homann ein neues Werk benötige, sei unstrittig, sagte NGG-Regionsgeschäftsführer Uwe Hildebrand. Allerdings habe man deswegen im vergangenen Jahr eigens einen Ergänzungstarifvertrag mit Müller geschlossen. Die Mitarbeiter machten demnach Zugeständnisse, damit der Neubau in der Nähe des Stammwerks errichtet wird. Die Stadt Dissen stellte ein Baugrundstück zur Verfügung. „Wir fühlen uns von Müller an der Nase herumgeführt“, sagte Hildebrand.

Die einstige Dorfmolkerei Müller aus dem bayerischen Aretsried gehört heute zu den größten Lebensmittelkonzernen in Europa. Die Homann Feinkost GmbH ist seit 2012 Teil des Konzerns. Ihren Ursprung hat sie in einer im Jahr 1876 in
Dissen am Teutoburger Wald gegründeten Fleisch- und Wurstfabrik. Bekannt ist die Marke unter anderem für Feinkostsalate, Fischkonserven, Remouladen, Brotaufstriche, Dressings und Würzsoßen.

„Das ist eine wahre Hiobsbotschaft für die 1200 betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die Standorte Dissen und Bad Essen und für den Landkreis Osnabrück“, erklärte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Die Landesregierung sei über den Beschluss nicht informiert worden und habe deshalb keine Möglichkeit mehr bekommen, „Argumente für die niedersächsischen Standorte vorzubringen und somit die Entscheidung zu beeinflussen“.

Lies will nun „das Gespräch mit dem Vorstand des Konzerns suchen und ihn auffordern, die Entscheidung der Standortschließung noch einmal zu überdenken“. Einen Hebel sieht der Minister offenbar bei möglichen Finanzhilfen für Müller. „Sollten in Sachsen tatsächlich Subventionen auch aus EU-Mitteln zugesagt worden sein, so wäre dies zu überprüfen, denn Standortverlagerungen dürfen nicht ohne Weiteres gefördert werden.“

Mit der geplanten Schließung geht der Lebensmittelindustrie in Niedersachsen ein wichtiger Betrieb verloren. Die Unternehmen der Branche beschäftigen hier laut Statistischem Landesamt rund 72 000 Mitarbeiter und kamen zuletzt auf einen Jahresumsatz von mehr als 33 Milliarden Euro. Damit sind die Lebensmittelproduzenten – hinter der Autoindustrie – Niedersachsens zweitwichtigster Industriezweig.     

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