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Neue Preissenkung bei Discountern sorgt bei Milchbauern für Empörung

Landwirtschaft Neue Preissenkung bei Discountern sorgt bei Milchbauern für Empörung

Die neue Welle von Preissenkungen für Milch und Milchprodukte bei Discount-Supermärkten hat bei den Bauern einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der Deutsche Bauernverband (DBV) erklärte, die Lieferverträge zwischen Molkereien und Einzelhandel „nicht akzeptieren“ zu wollen und kündigte einen Krisengipfel an.

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Sorgt für Empörung bei Landwirten: Die neue Preissenkung von Milchprodukten bei Discountern.

Quelle: Volker Hartmann/ddp

Der Milchbauernverband BDM schloss wegen der schwierigen Lage vieler Landwirte einen neuen Lieferstreik nicht aus.

Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel hätten die erneute Preissenkung „wieder einmal zu Lasten der deutschen Milchbauern“ vereinbart, erklärte der DBV. Damit hätten Molkereien und Handel „gegen alle Zusagen“ des Milchgipfels bei Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) in der vergangenen Woche verstoßen. Der DBV habe deswegen die Spitzen seiner Landesverbände zu einer Krisensitzung am Ende der Woche nach Berlin eingeladen. „Die erneute Senkung des Milchpreises braucht eine klare Antwort“, erklärte der DBV.

Ein Lieferstreik ähnlich wie im Frühjahr 2008 „sei auf jeden Fall denkbar“, teilte der BDM mit. Die Lage der Bauern sei bereits „mehr als angespannt“, sagte BDM-Sprecher Hans Foldenauer AFP. Rein wirtschaftlich betrachtet sei aus Sicht der Landwirte ein Lieferstopp „noch nie so billig wie jetzt“ gewesen, da die Milchpreise ein Langzeittief erreicht hätten. In den kommenden Wochen planten die Milchbauern zunächst Protestaktionen auf europäischer Ebene.

Aldi und die Rewe-Discounttochter Penny hatten am Montag die Preise für Trinkmilch und viele Milchprodukte drastisch gesenkt. Ein Liter Vollmilch etwa kostet bei Aldi jetzt nur noch 48 Cent, sieben Cent weniger als in der Vorwoche. Konkurrent Norma sprang bereits auf die Preissenkungswelle auf. Der Branchenzweite Lidl wollte über mögliche Preissenkungen auf Anfrage „keinen Kommentar abgeben“. In der Branche gilt es jedoch als ungeschriebenes Gesetz, dass die Wettbewerber innerhalb kurzer Zeit Marktführer Aldi folgen.

Die Supermärkte liefern sich derzeit einen harten Preiskampf, um trotz Wirtschaftskrise keine Kunden zu verlieren. Der Chef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, rief die Lebensmittel-Discounter auf, „endlich zur Vernunft“ zu kommen und „die Abwärtsspirale der Preise“ zu stoppen. Es drohe „die Vernichtung von bäuerlichen Existenzen und die Zerstörung von ländlichen Strukturen“, erklärte Möllenberg.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem Agrargipfel auf. Bei dem Treffen solle es um ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft gehen, zitierte die „Passauer Neue Presse“ (Mittwochsausgabe) aus einem Schreiben Seehofers an Merkel. Die Bauern würden angesichts der Wirtschaftskrise von sinkenden Preisen und rückläufigen Exporten hart getroffen. Gleichzeitig seien ihre Möglichkeiten zu Kostensenkungen aber eingeschränkt.

FDP-Agrarexperte Hans-Michael Goldmann forderte von der Bundesregierung, die Landwirte besser bei der Umstellung ihrer Betriebe auf einen künftigen europäischen Milchmarkt ohne Quotenbegrenzungen zu unterstützen. Zudem könnte den Landwirten durch zinsverbilligte Darlehen und eine Senkung der Steuer auf Agrardiesel geholfen werden.

afp

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Rund 40.000 Bauern in acht Ländern beteiligen sich nach Verbandsangaben am europaweiten Milch-Lieferstreik.

Trotz angekündigter Hilfen der EU-Kommission wollen die deutschen Milchbauern ihre Proteste zunächst fortsetzen. „Jetzt muss man sich die Vorschläge ansehen und dranbleiben, damit wirklich etwas Vernünftiges herauskommt“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

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