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Pfleger flüchten vor Belastung in Kliniken in die Leiharbeit

Lange Arbeitszeiten Pfleger flüchten vor Belastung in Kliniken in die Leiharbeit

Kontrolleure in Niedersachen haben mehr als 150 Verstöße gegen Arbeitszeiten in Krankenhäusern entdeckt. Außerdem wechselten vermehrt Pfleger von einer Festanstellung in Leiharbeitsfirmen, um ihre Arbeitszeiten besser beherrschen zu können, erklärte die Gewerkschaft Verdi. 

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Niedersachsens Landesregierung nimmt die hohe Arbeitsbelastung in der Pflege in den Blick. Gewerbeaufsichtsämter haben bei Stichproben in 19 Krankenhäusern in diesem und im vergangenen Jahr 150 Verstöße wegen zu langer Arbeitszeiten festgestellt, wie der NDR berichtet. Außerdem wechselten vermehrt Pfleger von einer Festanstellung in Leiharbeitsfirmen, um ihre Arbeitszeiten besser beherrschen zu können, erklärte die Gewerkschaft Verdi. Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) sagte der HAZ, die Kliniken bräuchten mehr Geld für mehr Personal und eine gesetzliche Vorgabe, wie viele Pflegekräfte in jeder Klinik vorhanden sein müssten.

Gewerkschaften und Betriebsräte gehen demnach davon aus, dass die Dunkelziffer bei den Arbeitszeitverstößen sogar noch deutlich höher liegt. Der Direktor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft, Helge Engelke, sagte, die Kliniken seien in der Pflege mittlerweile auf Leiharbeiter angewiesen.

Bessere Vergütung wäre die Lösung

Sozialministerin Rundt sagte, für eine Lösung der hohen Arbeitsverdichtung brauche es eine bessere Vergütung der Pflegeleistungen - das müssten aber Krankenkassen und Kliniken vereinbaren. Die Personalsituation im Pflegebereich sei ein Thema auf der Gesundheitskonferenz in Bremen in dieser Woche: Die Konferenz „wird über einen Mindest-Pflegepersonalschlüssel für alle Abteilungen in Krankenhäusern sprechen“.

Die hannoversche Leiharbeitsfirma Pluss Personalmanagement berichtete, die Zahl der vermittelten medizinischen Fachkräfte steige jährlich um 15 Prozent. 80 Prozent der Bewerber hätten zuvor fest angestellt in einem Krankenhaus gearbeitet.

Auch an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist diese Entwicklung zu beobachten, wenngleich noch auf niedrigem Niveau. So beschäftigte die MHH im Jahr 2015 insgesamt 2137 festangestellte Pfleger und 30 Leiharbeiter. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Festangestellten leicht auf 2157, die der Leiharbeiter dagegen deutlich auf 61 Personen. Im ersten Quartal 2017 waren es 47 Leiharbeiter bei 2225 Festangestellten.

Bundesweit hohe Belastung in der Pflege

Die Belastung in der Pflege sei bundesweit hoch, sagt Iris Meyenburg-Altwarg, Pflege-Geschäftsführerin der MHH. Daher sei es verständlich, dass sich Mitarbeiter Gedanken über Alternativen machten. Ob aber jemand in die Leiharbeit wechsele, hänge sehr von der persönlichen Situation ab.

Die MHH habe bereits Angebote für Mitarbeiter entwickelt: Für wen es wichtig ist, dass die Arbeitszeit fest planbar ist, weil er vielleicht nur vormittags oder nur am Wochenende arbeiten kann, der hat die Möglichkeit, in sogenannte Pflegeverstärkungsteams zu wechseln und als Springerkraft eingesetzt zu werden. „Das bedeutet Flexibilität im Einsatz, aber Stabilität in den Arbeitszeiten“, sagt Meyenburg-Altwarg.

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