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Fit-in-Göttingen "Ein sehr schönes Gefühl, wieder im Wasser zu sein"
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Ein sehr schönes Gefühl, endlich wieder im Wasser zu sein

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15:17 26.07.2021
Der Sprungturm im Freibad Brauweg ist dem der Olympischen Spiele 1928 in Amsterdam nachempfunden.
Der Sprungturm im Freibad Brauweg ist dem der Olympischen Spiele 1928 in Amsterdam nachempfunden. Quelle: R/GoeSF
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Die Freude unter Vereinsschwimmern und anderen Badelustigen kennt kaum Grenzen, und Andreas Gruber, Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF), ist ebenfalls begeistert: „Das Motto lautet: Schwimmtasche packen und los. Es ist unschlagbar schön, dass die Saison beginnt“, sagt er. Dies gelte laut Gruber im Besonderen, weil dank der Hygienekonzepte ein Zutritt ins Bad „ohne Test oder sonstige Erfassung möglich ist“.

Nach mehrmonatiger Pause ist kürzlich auch Johanna Grosse mit ihrer Wettkampfgruppe des TWG 1861 wieder ins Becken und ins Schwimmtraining eingestiegen. An diesen besonderen Augenblick erinnert sich die 15-Jährige gern zurück. „Als ich die ersten Bahnen geschwommen bin, hatte ich dabei die ganze Zeit ein Grinsen im Gesicht“, so Grosse. „Es war einfach ein sehr schönes Gefühl, endlich wieder im Wasser zu sein und das zu tun, was man so lang vermisst hat.“ Sie schwimme bereits, seit sie drei Jahre als ist, aktuell etwa fünfmal wöchentlich. Am Wassersport im Verein fasziniere Grosse die Gemeinschaft. „Schwimmen ist zwar ein Einzelsport. Aber man kann immer von anderen lernen“, betont die Schülerin des Felix-Klein-Gymnasiums.

Wassergefühl wieder erlangen

Für den gleichaltrigen Nikita Loch sei am Schwimmen reizvoll, dass es ermögliche, sich körperlich wie auch psychisch fit zu halten. Psychisch? „Ja“, sagt er, „denn beim Schwimmen kann man auch mal Stress oder Wut ablassen, wenn man zwei Bahnen sprintet.“ Ziel der Leistungsschwimmer um Loch und Grosse ist es aktuell beim Training im Brauweg, ihr sogenanntes Wassergefühl wieder zu erlangen. Keine einfache Aufgabe, fand in den vergangenen Monaten doch fast ausnahmslos Land-Training statt. „Das Wassergefühl war bei den ersten Schwimm-Einheiten definitiv noch nicht vorhanden, ich habe mich ein bisschen gefühlt wie ein U-Boot“, berichtet Loch. Ein Vereinskamerad schildert einen ähnlichen ersten Eindruck, indem er sagt, er habe sich zu Beginn im Wasser wie Wackelpudding gefühlt.

Neben den Schwimmern des TWG trainieren auch Gruppen der DLRG und des ASC 46 regelmäßig im Freibad am Brauweg. Hauptverantwortlicher Schwimmmeister ist dort seit 1987 Rolf Nietzold. Er ist sehr froh, dass die Freibad-Saison eröffnet wurde und betont: „Es ist eine Dankbarkeit zu spüren, wie ich sie selten erlebt habe. Denn auch für viele ältere Menschen ist Schwimmen ungemein wichtig, sie sind darauf angewiesen“, sagt er.

Im Freibad am Brauweg finden regelmäßig auch Veranstaltungen statt, zum Beispiel das 24-Stunden-Schwimmen. Nietzold nennt als weitere Besonderheit der Sportstätte den Sprungturm („Er wurde dem Turm der olympischen Spiele 1928 in Amsterdam nachgebaut“) sowie eine 100-Meter-Bahn: Bei der Eröffnung des Brauweger Bades im Jahr 1927 existierten, wie der 63-Jährige berichtet, nicht zwei Schwimmbecken wie heute, sondern es gab ein langes.

Kletterwand im Parkbad

Im Parkbad Weende ist ein großes Highlight die Kletterwand, die direkt über dem Becken positioniert ist und an der man sich wie Spiderman fühlen kann. Statt aufwändiger Sicherung, wie sonst beim Klettern üblich, heißt es hier dann einfach: Wer fällt, fällt weich ins Wasser. Eine weitere Besonderheit ist, dass der Name des Bades Programm ist: Aktuell ist das Areal von 20 Uhr abends bis morgens um 7 Uhr als Parkanlage geöffnet. Danach geht es für das Personal an die Arbeit, damit ab 12 Uhr mittags wieder die Badegäste die Becken in Beschlag nehmen können.

Naturerlebnis im Groner Bad

Im Naturerlebnisbad Grone gilt ebenfalls „nomen est omen“: Durch Pflanzen und Natursteine entsteht hier ein besonderes Flair, ein ganz anderes als in klassischen Freibädern. Zudem ist die Badewasserreinigung mehr als zeitgemäß: Statt mit Chlor wird das Naturerlebnisbad – übrigens ebenso wie das Parkbad Weende – auf natürlichem Wege sauber gehalten. In Grone bilden vier mit Folie abgedichtete, mit Schilf bepflanzte Erdbecken die Reinigungseinheit des Naturerlebnisbades.

Auch GoeSF-Chef Andreas Gruber betont, dass alle drei Göttinger Bäder ihren ganz eigenen Charme besitzen. „Das Freibad am Brauweg zum sportlichen Schwimmen. Das Parkbad mit der Animation, mit Soccerplatz, Beachvolleyball und Trampolin. Und das Bad in Grone mit seinen kleinen Einöden für ein echtes Naturerlebnis.“

Von Timo Holloway