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Kiessee ist das ideale Revier für Einsteiger und Breitensportler

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14:30 18.08.2021
Der Göttinger Kiessee
Der Kiessee ist ein kleines Revier, das jedoch viel Technik erfordert. Quelle: Jan Vetter

Gutes Miteinander mit anderen Nutzern des Binnengewässers!

Idylle pur rund um das Bootshaus des Göttinger Segler Clubs (GSC) am Kiessee. Hier werden die Boote in Handarbeit immer wieder erneuert, von Vereinsmitgliedern, die sich Wissen und Fertigkeiten über viele Jahre hin erworben haben. Die kleinen Boote des Vereins sind alle wunderbar in Schuss.

„Der Segelsport in Göttingen hat in den vergangenen fünf Jahren einen Boom erleben dürfen. Heute sind etwa 180 Jollensegler aktiv – davon etwa 25 Jugendliche ab acht JahreN“, sagt der Vorsitzende des Göttinger Segler Clubs, Gerhard Lüther. Dieser Boom sei darauf zurückzuführen, dass fast alle, die einen Bootsschein gemacht haben, dem Verein erhalten blieben.

Der Anfängerschein ist die Befähigung zum Führen von Motor- und Segelbooten auf Binnengewässern. „Sie haben auch Spaß am Vereinsleben und erfreuen sich an den Möglichkeiten, die unser Verein bietet.“ Schließlich stünden die Boote den Vereinsmitgliedern zur Verfügung. „Unsere Ausbildungsquote kann sich sehen lassen. In den vergangenen zehn Jahren gab es nur eine Person, die eine Prüfung nicht bestanden hat“, so Lüther.

Kiessee ist geeignetes Revier

Auch wenn der Kiessee nur ein kleines Gewässer sei, gerade für die Segler-Ausbildung sei er hervorragend geeignet. „Denn das Ufer kommt schnell näher und der Segler muss viel wenden und kreuzen, das trainiert ungemein. Wer hier das Segeln gelernt hat, der beherrscht sein Boot,“ sagt Lüther und blickt auf das einzige auf dem Wasser befindliche Segelboot, das ruhig in der Spätnachmittagssonne wochentags ruhig seine Kreise zieht. „Mit den Paddlern vom Bootshaus nebenan kommen wir nicht ins Gehege, die Wassersportler verstehen sich untereinander“, sagt Lüther. Schwieriger sei es da mit den Tretbootfahrern, die sich auf und mit dem Wasser nicht so auskennen. „Da sind wir besonders vorsichtig, hier ist an den Wochenenden dann noch bessere Navigationsfähigkeit gefragt“, sagt Lüther.

Er blickt nach nebenan. Auf der Wiese des Restaurants haben sich Graugänse niedergelassen und lassen es sich gut gehen. „Die haben leider die heimischen Enten vollständig vertrieben und wir müssen immer häufiger unseren Steg mit einem Hochdruckreiniger von deren Exkrementen befreien.“ Lüther entdeckt auch das verbliebene Paar Nilgänse, das gerade mit vier Jungen anlandet. „Eigentlich gehören die auch nicht hierher“, sagt er.

Strenge Verhaltensregeln

Für die Segler gebe es strenge Regeln, wie sie mit der Umwelt umzugehen haben, berichtet er. „Die zehn goldenen Regeln für das Verhalten der Wassersportler in der Natur“ seien fester Bestandteil in jeder Schulung und es sei für jeden Segler auf dem Kiessee völlig klar, dass er diese Regeln beachte – da könne er auch für die Paddler sprechen. So seien beispielsweise dichte und unübersichtliche Ufer zu meiden, ein Mindestabstand einzuhalten, auf Tiere Rücksicht zu nehmen und natürlich das Wasser sauber zu halten. Da sich der Kiessee nur für sehr kleine, leichte Boote eigne, bestehe durchaus auch die Gefahr des Kenterns, wenn ein Sportler eine Windböe falsch einschätze. „Das kommt schon mal vor“, sagt Lüther. „Und da wollen wir ja nicht in ein dreckiges Gewässer fallen.“

Der Aspekt Natur sei auch schon fester Bestandteil des „Jüngstenscheins“, das sei der erste Befähigungsnachweis des Deutschen Seglerverbandes, erläutert Lüther. Etwa mit acht Jahren könne man mit dem Segeln starten. Das Erlernen des Segelns dauere dann etwa ein halbes Jahr. „Von Mai bis Oktober, in dieser Zeit bilden wir jedes Jahr 20 Sportler aus“, sagt Lüther. Häufig würden die Kinder den Anfang machen, und dann kämen auch die Eltern auf den Geschmack, sagt Lü¬ther – nach dem Motto: „Das wollte ich doch immer schon einmal machen.“

Vereinsboot liegt in Heiligenhafen

Lüther betont die große Vielseitigkeit des Segelsports. „Man kann allein, zu zweit oder in Gruppen segeln, auf Tümpeln bis zum großen Meer, sportlich oder gemütlich – hier in Göttingen sind wir Breitensportler“, sagt Lüther, der aber auch von den Segelrevieren rund um Heiligenhafen (Ostsee) und besonders von Elba (Mittelmeer) berichtet. „In Heiligenhafen liegt ein Vereinsboot, sonst werden die Schiffe gechartert.“ Denn Segelboote seien nicht preisgünstig. „Darum achten wir besonders auf die Pflege und erwerben gebrauchte Boote, die wir dann fit machen. Allein für die Segel für ein Boot, das auch auf dem Kiessee fahren könnte, kommen schnell 3000 Euro zusammen.“

Eine Personengruppe kann allerdings keinen nautischen Befähigungsnachweis erlangen: Menschen mit Rot-Grün-Blindheit, da sie Backbord (Rot/linke Seite des Fahrzeuges) und Steuerbord (Grün/ rechte Seite des Fahrzeuges), die wichtigsten Markierungen der Seefahrt, nicht erkennen können. Für alle anderen gilt: Wer Interesse hat, sollte einmal die Homepage des Göttinger Segler Clubs (www.goettinger-segler.de) besuchen oder freitags ab 16 Uhr im Clubhaus am Sandweg 9c vorbeischauen. Dort gibt es alle notwendigen Informationen und mit etwas Glück sogar eine Schnupperfahrt.

Von Frank Beckenbach

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