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Fit-in-Göttingen „Rücksicht macht die Wege breit“
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„Rücksicht macht die Wege breit“

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14:30 18.08.2021
Göttinger Mountainbiker haben viele Strecken zur Auswahl
Mountainbiker werden nach anstrengenden Anstiegen mit rasanten Abfahrten belohnt. Quelle: MTBVG

Schutzstufen des Waldes müssen beachtet werden / Sicherheit wird bei der Ausrüstung großgeschrieben!

Neben Scheibenbremsen seien auch Federelemente ratsam, denn diese erhöhen den Fahrkomfort auf unwegsamen Abfahrten enorm, empfiehlt Schmidt. Und: Ohne eine Grundfitness und Ausdauer werde es schnell anstrengend und sobald es auf einen Singletrail gehe, müsse ein ausgeprägter Gleichgewichtssinn vorhanden sein. „An anspruchsvolle Abfahrten sollten sich Anfänger nur bei trockenen Bedingungen langsam herantasten und eine sichere Bremstechnik beherrschen“, sagt Schmidt.

Helm und Handschuhe sind Pflichtausrüstung

Sicherheit beim Mountainbiken wird groß geschrieben: „Zur absoluten Pflichtausstattung gehören ein Fahrradhelm und Fahrradhandschuhe“, sagt Schmidt. Bei schwierigen Strecken seien auch Knie-, Ellenbogen- oder sogar Rückenprotektoren ratsam. Schürmann rät zu einem Fullface-Helm, der im Gegensatz zu den üblichen Helmen bei Stürzen einen besseren Kinn und Gesichtsschutz biete. „Auch ein Handy für den Notfall, ein Erste-Hilfe-Set, Wasser und Flickzeug habe ich immer dabei. Je nach Jahreszeit gehört auch ein Wetterschutz, Sonnencreme oder eine wärmende Jacke für Pausen ins Gepäck“, sagt Schmidt.

Es sei ein leider verbreitetes Vorurteil, dass durch das Anlegen von Strecken irreversible Schäden, etwa durch Bodenverdichtung, verursacht würden, sagt Schürmann. „Studien haben aber ergeben, dass dies, gerade im Hinblick auf die Bodenverdichtung, nicht richtig ist.“ Natürlich werde bei Ausfahrten darauf geachtet, keinen Müll zu hinterlassen. „Es gibt Fahrer, die extra einen Müllbeutel dabeihaben und nicht nur ihren, sondern auch den Müll anderer Menschen mitnehmen“, sagt Schürmann.

„Der DAV ist auch ein Naturschutzverein. Deshalb wird großer Wert darauf gelegt, allen nahezubringen, wie man sich verhalten muss, um möglichst wenig Einfluss auf die Natur zu nehmen“, sagt Schmidt. Dass man nicht abseits von Wegen quer durch den Wald fahren darf, sei fast jedem Anfänger bekannt. Es sei jedoch ebenso wichtig, nicht in der Dämmerung oder gar im Dunkeln im Wald zu fahren, damit das Wild nicht aufgeschreckt werde.

Verein möchte offizielle Strecken etablieren

„Im Göttinger Wald ist es verboten, ‚abseits der Wege‘ zu fahren“, sagt Schürmann. Es gäbe verschiedene Schutzstufen. Ein Ziel des MTBVG sei es, in den Bereichen, in denen es die Schutzstufen zulassen, offizielle Strecken zu etablieren. „Es gibt dort bereits seit mehreren Jahren Strecken, die überregional bekannt sind und auch von Wanderern als ‚die Mountainbike Strecken‘ wahrgenommen werden. In anderen Regionen Deutschlands werden solche ‚Trails‘ mit großem Erfolg betrieben und führen unter anderem zu einer deutlichen Reduzierung der Konflikte zwischen Fußgängern und Mountainbikern.“

Sowohl der Göttinger Stadtwald als auch die angrenzenden Wälder sind für Mountainbiker aufgrund der Hügel, Wälder und Aussichten sehr attraktiv. „Da er für viele Göttinger der Ausgangs- und Endpunkt ist, trifft man um so mehr Biker, je dichter man an die Stadtgrenze kommt“, sagt Schmidt. Mountainbiken sei ein effektives Ausdauertraining. „Schwierige Anstiege werden mit rasanten Abfahrten belohnt – das finde ich viel abwechslungsreicher als beispielsweise zu joggen“, sagt Schmidt. Und er schwärmt: „Im Frühling kann man im Göttinger Stadtwald durch ein schier endloses Blütenmeer fahren. Wenn der der ganze, sonst mit Laub bedeckte Waldboden grün ist und blüht, dann ist es besonders schön.“

Bikeparks im Harz für alle Leistungsstufen

„Ein MTB-Hotspot ist das Gebiet um den Bismarckturm“, sagt Schürmann. „Hier sind etliche Strecken zu finden und auch eine offizielle Nutzung wäre mit dem dort geltenden Landschaftsschutzgesetz in Einklang zu bringen.“ In der näheren Umgebung sei der Harz sicher ein Highlight. „Dort gibt es viele Bikeparks. Anfängerfreundlich sind die in Hahnenklee oder Sankt Andreasberg. Für Fortgeschrittene und wegen seiner netten Atmosphäre würde ich den Racepark Schulenberg empfehlen.“

E-Mountainbikes sind sehr in Mode. Gibt es Unterschiede? „Die wirklich hohen Geschwindigkeiten werden beim Mountainbiken bergab erreicht. Dort sind E-MTB nicht schneller als die ohne Antrieb“, sagt Schmidt. Die Verhaltensregeln seien für alle gleich. Wenn sich Fußgänger oder entgegenkommende Radler auf einem engen Trail befinden, fährt man natürlich nur langsam an ihnen vorbei oder hält kurz an.“

E-Bikes hätten dazu geführt, dass sich mehr Menschen an den Sport herantrauten, sagt Schürmann. „Grundsätzlich finde ich das sehr gut. Es führt natürlich auch dazu, dass immer mehr Menschen den Wald und die Strecken nutzen. Dies unterstreicht ebenfalls die Wichtigkeit und den Bedarf offizieller Strecken. Und: Rücksicht macht die Wege breit. Wenn das alle Waldnutzer beherzigen, wird es keine Probleme mehr geben.“

von Frank Beckenbach

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