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Innere Medizin Die Nieren, das unterschätzte Organsystem
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00:16 31.08.2018
Dr. Malte Heeg und das Praxisteam vom Nieren-Rheuma-Zentrum in Göttingen: (v.l.) Bernice-Adriane Jaquet (MFA), Jennifer Euler (MFA), Dr. Malte Heeg, Maike Rannenberg (Auszubildende). Quelle: Foto: r

Die eigentliche Herausforderung des Nierenarztes liegt aber in der frühen Erkennung und Behandlung von Nierenerkrankungen, sodass ein Nierenersatzverfahren (z.B. Dialyse oder Transplantation) vermieden oder doch zumindest herausgezögert werden kann.

Sekundäre Schäden

Leider bleiben Erkrankungen der Niere oft lange symptomlos, sodass sie im frühen Stadium nur durch gezielte Suche oder aber als Zufallsbefund festgestellt werden. Oft ist für die Entstehung einer Nierenschwäche gar keine primäre Nierenerkrankung verantwortlich, sondern es handelt sich oft um sekundäre Schäden, welche z.B. durch einen Bluthochdruck oder einen Diabetes mellitus ausgelöst werden. Zur Prävention und zum rechtzeitigen Erkennen dieser Nierenerkrankungen können Sie als Patient beitragen. So ist ein gesunder und aktiver Lebenswandel mit regelmäßiger Bewegung, Verzicht auf Tabakkonsum und die Vermeidung von Übergewicht ein sehr wichtiger Faktor. Zudem sollten Sie in regelmäßigen Abständen Ihren Blutdruck und Ihren Blutzucker kontrollieren lassen. Falls notwendig ist hier eine frühe, ggf. auch medikamentöse Therapie sinnvoll. Wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte für Sie zutrifft ist eine regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion beim Hausarzt sinnvoll: 1. Sind Sie älter als 60 Jahre? 2. Bei Ihnen ist bereits ein arterieller Bluthochdruck oder ein Diabetes mellitus bekannt? 3. Ein Familienangehöriger ersten Grades leidet an einer Niereninsuffizienz.

Dabei sollte nicht nur auf den Nierengiftwert, das sogenannte Kreatinin geschaut werden, da dieses leider oft erst ansteigt, wenn bereits ein erheblicher Teil der Nierenfunktion geschädigt ist. Vielmehr sollte auch auf winzigste Eiweißausscheidungen im Urin geachtet werden, da diese der erste Hinweis einer Nierenschädigung sein können.

Sollte Ihr Hausarzt Hinweise auf das Vorliegen einer Nierenerkrankung haben, ist eine frühe nierenfachärztliche Vorstellung und ggf. Anbindung sinnvoll. Diese ist insbesondere wichtig, da zur Verlangsamung der Erkrankung und damit zur Vermeidung oder wenigstens Verzögerung eines Nierenersatzverfahrens auf viele, komplex verzahnte Faktoren geachtet werden muss. So müssen einerseits alle Faktoren die die Nieren schädigen optimal eingestellt werden, andererseits müssen auch die vielen Funktionen der Nieren überwacht und ggf. unterstützt werden. Die Nieren sind neben der Entgiftung und Wasserausscheidung auch für die Regulation des Blutdrucks, des Knochenstoffwechsels, der Blutsalze, der Bildung der roten Blutkörperchen und des Säurehaushalts zuständig. Nicht umsonst spielen die Nieren auch in der traditionellen chinesischen Medizin eine zentrale Rolle. In einigen versunkenen Kulturen wurden die Nieren sogar als „Sitz der Seele“ angesehen.   NRZ