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Campus Beim „Healthy Campus“-Festival wird gerudert, geschwitzt und gelacht
Campus Beim „Healthy Campus“-Festival wird gerudert, geschwitzt und gelacht
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18:00 22.10.2019
Maja Soller und Vanessa Barthel beim Back to base-Spiel am AOK-Stand. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Schlangenlinien mit dem Bobbycar: Während des „Healthy Campus“-Festivals im Foyer des Zentralen Hörsaalgebäudes der Universität Göttingen dürfen sich die Studenten auch mit der Rauschbrille versuchen. Aline Rheinfurth und Angelika Gläser-Kreis von der Fachstelle für Sucht und Prävention des Diakonieverbandes Göttingen wollen aufzeigen, wie gefährlich das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ist. Eine, die es ausprobiert, war Victoria Waldeck.

„Ich sehe zwei Hütchen“

Victoria Waldeck versucht am Stand der Diakonie mit einer 0,8-Promille-Brille den Fußspuren zu folgen. Quelle: Niklas Richter

Die BWL-Studentin im fünften Semester zieht also die Rauschbrille auf – und hat bereits Schwierigkeiten, das Bobbycar zu finden. Der Parcours stellt eine noch größere Herausforderung dar: „Ich sehe zwei Hütchen“, ruft Waldeck, und entscheidet sich, mittendurch zu fahren. Die Konsequenz: ein Auffahrunfall. Auch das Gehen mit der 0,8 Promille simulierenden Brille gelingt ihr nur gerade so. „In der Lage sollte man nicht Auto- oder Fahrradfahren. Auch alleine gehen ist eigentlich schon zu gefährlich“, meint die junge Frau, und fügt sichtlich erleichtert hinzu: „In so einem Zustand war ich zum Glück noch nicht.“

„Vorhin kam ein junger Mann vorbei, dessen Fahne ich gerochen habe“, erzählt Gläser-Kreis. Als sie ihn darauf ansprach, erwiderte er, dass er zu Fuß gekommen sei – „die einzig richtige Entscheidung“, sagt sie. Denn selbst geringe Mengen Alkohol würden die Nervenbahnen verlangsamen, zudem sei auch beim Fahrradfahren der Führerschein gefährdet.

Körpervermessung oder Rudermaschine

Neben Informationsständen, einem Sehtest und der Möglichkeit, sich für die Knochenmarkspenderdatei zu registrieren, ist auch gesunde Ernährung ein großes Thema des Gesundheitstages. So stehen Erfrischungen bereit, es gibt zum Beispiel regionale Produkte und alkoholfreie Cocktails zum Ausprobieren.

Walli David von der Techniker Krankenkasse macht bei Jan Schütte (vorn) eine Bio-Impedanz-Analyse. Quelle: Niklas Richter

Wenige Meter entfernt vom Bobbycar-Parcours liegt Jan Schütte entspannt mit Elektroden an Händen und Füßen auf einem Tisch. Der angehende Zahnmediziner nimmt an einer Bio-Impedanzmessung, also einer Körperzusammensetzungsanalyse teil. Dabei wird der Körperfettanteil ebenso gemessen wie der individuelle Wasserindex und viele weitere Parameter. Auch der tägliche Energiebedarf wird erfragt. Sportwissenschaftler Walli David erläutert dem Probanden anschließend ausführlich, wo dessen Defizite liegen. Bei dem leidenschaftlichen Volleyballer Schütte gibt es nichts zu beanstanden: Alle seine Werte liegen im Normbereich.

Eine Hüpfburg für Erwachsene

Auch geschwitzt wird reichlich an diesem Tag: Ob an der Rudermaschine oder auf der Hüpfburg für Erwachsene der Krankenkasse AOK. Diese hat sich etwas besonderes einfallen lassen und bietet „erstmals einen Bewegungsmarkt an“, sagt Mitarbeiter Julian Bartels. „Wir nehmen Bewegung sehr ernst“, gerade während des Studiums sei ein solcher Ausgleich nicht zu verachten.

Beim „Healthy Campus“-Festival wird gerutscht, geklettert und ausprobiert.

So sind an dem riesigen, aufblasbaren Trainingsgerät, das extra aus Hannover hergebracht wurde, zwei Buzzer angebracht. Wenn es losgehen soll, wird gedrückt, die Starter rennen einige Stufen herauf und müssen nun die aufleuchtenden Felder mit ihren Farben drücken. Dabei geht es wild zu, manchmal steht die andere Person im Weg, beide fallen übereinander, kugeln herunter und rennen erneut los. „Damit werden Kondition und Koordination geschult“, erläutert Bartels – auch wenn es manchmal so aussieht, als hätte die Koordination gerade frei.

Denn vor allem ist es für die Teilnehmer eins: ein großer Spaß. Psychologie-Studentin Vanessa Barthel etwa ist nach ihrem Durchgang zwar außer Puste, strahlt aber über das ganze Gesicht. „Das hat unheimlich Spaß gemacht.“

Die Angebote des „Healthy Campus“

Zum dritten Mal hat die gleichnamige Initiative der Universität Göttingen das „Healthy Campus“-Festival im Foyer des Zentralen Hörsaalgebäudes organisiert. Damit es nicht das letzte Mal gewesen ist, benötigen die Initiatoren Unterstützung. Denn die Förderung über Studienqualitätsmittel ist auf zwei Jahre begrenzt und läuft in diesem Jahr aus. Dabei sei das Projekt „immens wichtig“, meint Anna Geisenhainer. Gerade im Bereich der psychosozialen Gesundheit benötigten viele Studenten Hilfe: Sei es bei Depressionen oder Burnout oder in Stresssituationen. „Der Bedarf an Beratung ist in den vergangenen Jahren definitiv gestiegen“, sagt sie. Der Stress sei allgegenwärtig, deshalb arbeite der „Healthy Campus“ eng mit Beratungsstellen zusammen. Sport könne ein guter Stresslöser sein, deshalb bietet die Uni-Initiative während des Semesters beispielsweise Laufkurse, Übungen in Form von Koordinationsspielen, Balanceaufgaben, Seminare zur Stressbewältigung und Yoga-Kurse an. Auch gesunde Ernährung vermitteln die Macher des „Healthy Campus“.

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