Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Campus Wie viel werden wir in Zukunft essen?
Campus Wie viel werden wir in Zukunft essen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 04.12.2019
Lutz Depenbusch Quelle: R
Anzeige
Göttingen

Wie viel Essen gebraucht wird, um die Weltbevölkerung künftig zu ernähren, untersuchte die Wissenschaft bisher in Kombination mit der Frage, wie viel Essen sich die Menschen wirtschaftlich überhaupt leisten können oder wie viel gesund und nachhaltig ist.

Einen anderen Ansatz hat nun ein Forschungsteam der Universität Göttingen gewählt. Die Wissenschaftler stellen die Frage danach, wie sich der tatsächliche Bedarf an Essen entwickeln wird. Ein steigender Body Mass Index (BMI), der das Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße bewertet, und eine steigende Körpergröße führten ihren Annahmen nach zu einem markanten Anstieg des globalen Kalorienbedarfs.

Prozentuale Veränderung der von der Bevölkerung jährlich benötigten Menge an Kalorien zwischen 2010 und 2100, unter der Annahme eines steigenden Körpergewichtes und gegeben des Bevölkerungswachstums. Die zugrundeliegende Gewichtszunahme beruht auf der beispielhaften Annahme, dass alle Länder der historischen Entwicklung des Body Mass Index (BMI) in Mexiko und der Körpergröße in den Niederlanden vor dem Jahr 2010 folgen. Quelle: R

In den meisten Ländern nähmen die durchschnittliche Körpergröße sowie der BMI zu. Um das Gewicht zu halten, werde mehr gegessen, so erklären es er Entwicklungsökonom Professor Stephan Klasen von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen und sein damaliger Doktorand Lutz Depenbusch.

Die Forscher haben ein Szenario entworfen, wie sich die Kalorienaufnahme zwischen den Jahren 2010 und 2100 entwickeln könnte. Als Maßstab diente den Wissenschaftlern die bisherige Entwicklung in den Niederlanden und in Mexiko.

Prof. Stephan Klasen, Ph.D Quelle: R

„Die Entwicklungen sind in diesen Ländern zwar sehr ausgeprägt“, sagt Depenbusch, „sie stellen aber durchaus ein realistisches Szenario dar.“ Allein für den Fall, dass der BMI und die Körpergröße konstant blieben, würde der globale Kalorienbedarf bis ins Jahr 2100 bereits um über 60 Prozent zunehmen, konstatieren die Wissenschaftler. Bei steigendem BMI, wie in Mexiko beobachtet, und steigender Körpergröße, wie in den Niederlanden beobachtet, kämen noch einmal über 18 Prozentpunkte hinzu.

Sollte die globale Lebensmittelproduktion dem nicht entsprechen, würde sich dieses Problem nicht über einen sinkenden BMI selbst regulieren, fürchten die Forscher. Während reichere Personen ihre Ernährungsgewohnheiten beibehalten könnten, würde die arme Bevölkerung stark unter den höheren Preisen aufgrund der vermehrten Nachfrage leiden.

„Dies würde zum erhöhten Konsum von günstigen Nahrungsmitteln führen, die oft reich an Kalorien, aber arm an Nährstoffen sind“, sagt Depenbusch. „In der Folge könnte auch unter den Armen das Körpergewicht weiter steigen während die Mangelernährung zunimmt.“

Von Claudia Bartels

Die Universität Göttingen konnte die Summe der Fördergelder für das „Deutschlandstipendium“ in diesem Jahr erneut steigern. So können dieses Jahr 216 begabte Studenten gefördert werden.

02.12.2019
Campus Vortrag über Wissenschaftsfreiheit - Jahresfeier der Göttinger Akademie der Wissenschaften

Zur Jahresfeier der Göttinger Akademie der Wissenschaften hält Prof. Peter Strohschneider, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, am Sonnabend eine Rede. Das Thema: Wissenschaftsfreiheit.

28.11.2019

Ein Container verschifft Forschungsinstrumente in die Karibik: Darunter ist ein Fesselballon, der in 1,5 Kilometer Höhe schwebt, um das Innenleben einer Wolke zu erkunden. Max-Planck-Direktor Prof. Eberhard Bodenschatz erklärt Hintergründe.

28.11.2019