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Göttingen 1000 Unterschriften gegen die Mieterhöhung der Göttinger Wohnheime
Campus Göttingen 1000 Unterschriften gegen die Mieterhöhung der Göttinger Wohnheime
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06:59 14.08.2019
Mieterhöhungen sind nicht im Sinne der Wohnheimleitungen, sie haben 1000 Unterschriften gesammelt. Quelle: r
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Göttingen

Die Mieten in den Wohnheimen des Studentenwerks Göttingen sollen um zehn Euro angehoben werden. Das hat im Juni ein Beschluss des Stiftungsrates des Studentenwerks durchgesetzt. Durch die Mieterhöhung wären nach Angaben von Rouven Kiel, Heimsprecher des Wohnheims Christophorusweg 12, vor allem Studierende betroffen, die ohnehin bereits Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Studiums haben. Kiel und weitere Heimsprecher der Göttinger Studentenwerke haben aus diesem Grund mehr als 1000 Unterschriften gesammelt, um gegen die Tatenlosigkeit der Landesregierung zu protestieren.

Diese bezuschusst nach Angaben von Kiel und dem Studentenwerk Göttingen zu wenig die notwendigen Sanierungsarbeiten an den Wohnheimen und die geplanten Neubauten. Ab Mittwoch, 1. Januar, soll das Essen in der Mensa um zehn Cent und die Mieten in den Wohnheimen um zehn Euro erhöht werden. Außerdem ist nach Angaben des Studentenwerks eine Erhöhung des Studentenwerksbeitrages, der einmal im Semester zu zahlen ist, von 77 auf 107 Euro geplant.

Mit dem Mietspiegel gleichgezogen

Bereits 2017 waren die Mieten der Wohnheime in einzelnen Wohnheimen um bis zu 70 Euro erhöht worden. Während die Kaltmieten bis dahin Kiel zufolge noch unter dem Durchschnitt der Stadt Göttingen lagen, sind diese mittlerweile in vielen Wohnheimen mit dem Mietspiegel gleichgezogen oder übertreffen ihn sogar teilweise. Besonders hoch seien die Mieten des neuen Wohnheims „Lutterterrasse“. Laut Kiel sollen die Miete für 18 Quadratmeter des Gebäudes mindestens 350 Euro kosten. Die Mieten des Wohnheims sind nach Angaben von Pressesprecher Steve Saleh zwar fest, von den Erhöhungen jedoch nicht betroffen, da das Gebäude noch nicht bezugsfertig ist. Für Studierende, die in einem Wohnheim wohnen, gab es bislang ein Förderprogramm des Studentenwerks. Bewohner, die ein Amt in der Selbstverwaltung (beispielsweise als Wohnheimsprecher) inne hat, hatte die Möglichkeit, von einer Mieterhöhung ausgeschlossen zu werden. Erfolgt eine Mieterhöhung bekommt der Bewohner, die Differenz von dem alten und dem neuen Mietbetrag erstattet. Ob die rund 100 Anträge auf Leistungsausgleich in Zukunft berücksichtigt werden können, ist nach Salehs Angaben noch unklar.

Mieterhöhungen sind nicht im Sinne der Wohnheimleitungen, sie haben 1000 Unterschriften gesammelt. Quelle: r

Dass das Studierendenparlament Anfang April die Höhe der Sofortdarlehen von 60 auf 100 Euro angehoben hat, ist für Kiel der Beweis, dass die prekären Lebensverhältnisse der Studierenden ein wachsendes Problem sei. Die Menge der verfügbaren Darlehen seien ebenfalls erhöht worden. Es sei darauf hingewiesen worden, dass immer häufiger die Beanspruchung des Darlehens wiederholt und über längere Zeiträume notwendig gewesen sei. Studierende, die unverschuldet in eine vorübergehende Notlage geraten sind, können nach Angaben des Studentenwerks ein zinsloses Darlehen von maximal 500 Euro beantragen. Für die Sicherung des Beitrags müsse eine selbstschuldnerische Bürgschaft erbracht werden.

Appell an die Landesregierung

Der Appell der Heimsprecher geht an die Landesregierung, die Kiel zufolge für die Finanzierung des Studentenwerks zuständig seien. Das Studentenwerk sei auf die Beiträge angewiesen und beziehe die fehlenden Mittel der Landesregierung stattdessen von den Studierenden. Die Studierenden zahlen nach Kiel mittlerweile mehr an das Studentenwerk als die Landesregierung. Ursprünglich sei das andersherum gewesen. 13,2 Prozent der Einnahmen aus dem Studentenwerksbeitrag bezieht das Studentenwerk zurzeit, sagt Saleh. 9,8 Prozent gebe das Land Niedersachsen, 77 Prozent erwirtschafte das Studentenwerk selbst. Im vergangenen Jahr habe diese dem Studentenwerk eine Finanzhilfe von 11,5 Millionen Euro übergeben, die allerdings hinten und vorne nicht reiche, sagt Kiel. Durch unausweichliche Sanierungen der Wohnheime ist nach Angaben von Kiel eine zehnfache Geldmenge vonnöten. Die Forderung auf mehr Einfluss auf die Ausgaben des Studentenwerks kann Geschäftsführer Prof. Jörg Magull nachvollziehen: „Wer zahlt, sollte auch mitbestimmen dürfen, was mit dem Geld passiert.“

Die Unterschriften dienen Kiel zufolge deshalb vor allem der Solidarisierung mit denen, die sich mit den steigenden Mieten, die Wohnungen nicht mehr leisten können. Die Landesregierung begreife durch Aktionen wie diese hoffentlich, dass die Studierenden nicht von den Renovierungskosten erschlagen werden dürften. Das Studentenwerk stellt sich hinter die Forderung von Kiel. „Wir sind hart am Limit. Es wäre gut, wenn die Landesregierungen notwendige Sanierungen bezuschussen würde“, sagt Saleh. Erst im Juni solidarisierte sich der Stiftungsrat des Studentenwerks mit dem Bündnis „SOS Studiwerk“, das sich ebenfalls für den Mehreinsatz der Landesregierung einsetzt. In Höhe von 150 Millionen Euro soll die Landesregierung den Studentenwerken unter die Arme greifen, um den Sanierungsstau zu beenden, fordert das Bündnis. Allgemein solle die Landesregierung darüber hinaus den Zuschuss an das Studentenwerk um rund 25 Prozent erhöhen.

Wohnheimplätze in Göttingen

Das Studentenwerk Göttingen bietet 41 Wohnheime mit 4485 Wohnheimplätzen. Um einen Platz in einem der Wohnheime zu bekommen, kann sich jeder Studierende der Uni Göttingen auf die Warteliste setzen lassen. Es besteht eine Auswahl zwischen Einzelzimmern und Gruppenwohnungen. Das Studentenwerk wirbt zusätzlich damit, dass jedes Zimmer mit einem Internetanschluss versehen ist. Ein Waschsalon und Supermarkt sollen sich stets in der Nähe befinden. Stellplätze für das Fahrrad oder das Auto sind ebenfalls vorhanden.

Von Lisa Hausmann

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