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Göttingen 125 Jahre Zahnklinik Göttingen: Jubiläumssymposium an der UMG
Campus Göttingen 125 Jahre Zahnklinik Göttingen: Jubiläumssymposium an der UMG
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13:14 29.11.2019
Zahnmediziner stehen in der alten Universitätszahnklinik neben Behandlungsstühlen. Quelle: R
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Göttingen

Die Vorträge für Zahnärzte und Studierende werden im Hörsaal 81 des Klinikums an der Robert-Koch-Straße 40 gehalten. Unter dem Motto „Zahnmedizin gestern – heute – morgen. 125 Jahre universitäre Zahnmedizin in Göttingen“ werden acht ehemalige und derzeitige Professoren sowie Abteilungsleiter der vier Polikliniken des Zentrums Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der UMG in Vorträgen einen Überblick über die Entwicklung und den aktuellen Stand ihrer Fachgebiete vermittel, so Stefan Weller, Leiter der Pressestelle der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

„Der Bogen spannt sich dabei von der zahnärztlichen Prothetik über die Kieferorthopädie und die Zahnerhaltung bis zur Kieferchirurgie und Implantologie.“ Bei der Zahnerhaltung gehe es heute um die Präventive Zahnmedizin, Parodontologie und Kariologie.

Weitere Themen des Symposiums: Okklusion und Kieferorthopädie

Weitere Themen seien Okklusion, die Behandlung von Zähnen mit zahnfarbenen Kompositfüllungen sowie aktuelle Konzepte in der kieferorthopädischen Behandlung. Das jährlich ausgerichtete Symposium werde seit mehr als 15 Jahren von Studierenden – „jetzt vom ,Neuen Göttinger Förderverein der Zahnmedizin’, so Weller. Schirmherr der Veranstaltung ist Prof. Ralf Bürgers, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der UMG.

Am 8. Mai 1854 eröffnete der Zahnarzt Dr. chir. dent. Karl Heitmüller das „1. Zahnärztliche Institut“ in Göttingen, so Weller. Die „Poliklinik für Zahnkranke“, wie es seinerzeit im Göttinger Tageblatt geheißen habe, gilt als Vorläufer der heutigen Zahnklinik. Bis heute sei aus der ursprünglichen Einrichtung das national und international ausgewiesene Zentrum Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der UMG entstanden – mit etwa 60 ärztlichen und 90 nichtärztlichen Mitarbeiter und Auszubildenden.

Eine der ersten zahnärztlichen Ausbildungsstätten in Deutschland

Das erste zahnärztliche Institut in Göttingen, „zugleich eine der ersten zahnärztlichen Ausbildungsstätten in Deutschland“, hatte seinen Sitz in der Nähe des Deutschen Theaters am Theaterplatz 7 „und wurde zunächst als privates Institut betrieben. Nur wenige Studierende wurden in Privatvorlesungen in die Kunst der Zahnmedizin eingewiesen.“ Erst 1919 sei ein staatliches Institut an der Universität eingerichtet worden, das von einem Ordinarius geleitet worden sei. „Die Führung des wachsenden zahnärztlichen Institutes war immer in den Händen national bekannter Forscher und Lehrer“, so Weller.

Die alte Universitätszahnklinik in einem Nebengebäude am Theaterplatz 7 – aufgenommen 1977. Quelle: R

Zunächst mit Hermann Euler (1922-1924), der später unter dem nationalsozialistischen Regime eng mit den Herrschenden kooperierte und auch an Säuberungsaktionen gegenüber jüdischen Dozenten beteiligt war, dann mit Hans Hermann Rebel (1924 – 1947), Wilhelm Meyer (1947 – 1968) und Theo Kirsch (1968 – 1973).

1973 werden fünf eigenständige Abteilungen eingerichtet

1973 sei die „nicht mehr zeitgemäße Ordinarienstruktur“ geändert worden, „es entstanden fünf eigenständige Abteilungen, in denen jeweils die klassischen zahnmedizinischen Fächer ihre Behandlungs- und Ausbildungstätigkeit selbstständig organisierten: Zahnerhaltung, Prothetik, Zahnärztliche Chirurgie, Kieferorthopädie und Kieferchirurgie“.

Parallel hätten sich die Zahlen der Mitarbeiter, Patienten und Studierenden entwickelt: In den 60er-Jahren seien es 19 ärztliche Mitarbeiter gewesen – dann „schnellte diese Zahl auf 52 im Jahre 1976 hoch, die Zahl der Studierenden von 30 auf bis zu 90 pro Jahr“.

Zahnklinik expandiert – Vorklinik im Haus Bürgerstraße 40

Angesichts des rasanten Wachstums sei es im kleinen Institut am Theaterplatz bald zu eng geworden und die Zahnklinik habe erstmals expandiert. „Die Vorklinik, das heißt, die Ausbildung ohne Patientenkontakt, fand nun in der Bürgerstraße 40 statt, der klinische Betrieb erfolgte in der Geiststraße 10.“ 1977 folgte der Umzug in das neue Universitätsklinikum – „mit der ,Wiedervereinigung’ von Klinik und Vorklinik“.

Mittlerweile seien mehr als 500 Zahnmedizinstudierende an der UMG tätig. Jährlich würden fast 35 000 Patienten behandelt. Weller: „Neben der lokalen Bedeutung hat sich die Göttinger Zahnmedizin zu einem der führenden deutschen zahnmedizinischen Forschungsstandorte entwickelt. Das belegen auch viele abgeschlossene Dissertationen, nationale und internationale Vorträge, Publikationen und Präsidentschaften von Fachgesellschaften.“

Neues Gebäude für die Kliniken des Zentrums vorgesehen

Inzwischen werde es auch in den Räumen der Zahnklinik im Hauptgebäude der UMG wieder eng. Im Konzept des begonnenen Neubaus des Universitätsklinikums sei auch für die Kliniken des Zentrums Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ein neues Gebäude vorgesehen, in dem die Räumlichkeiten und die Ausstattung den gewachsenen Bedürfnissen angepasst werden sollen. „Zusätzliche Räume für Kleingruppenunterricht, aber auch zusätzliche Flächen für die immer weiter zunehmende Forschungstätigkeit werden den Umfang und die Effektivität der wissenschaftlichen Arbeit erheblich verbessern“, so Weller.

Das Zentrum Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der UMG sei zudem „die erste deutsche universitäre Zahnklinik mit einem eigenen Simulations- und Trainingszentrum (SINUZ), einem sogenannten ,Skills Lab’“. Das Sinuz werde von den Studierenden geplant und organisiert und biete „vielfältige Möglichkeiten für die Studierenden der Zahnmedizin, an Phantommodellen und in hochmodern eingerichteten Seminarräumen deren praktische Fähigkeiten zu trainieren“.

Zahnmedizinstudierende lernen an Phantomköpfen. Quelle: R:

Von Stefan Kirchhoff

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