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Göttingen 15 Millionen Euro für Herzschwäche-Forschung an der Unimedizin Göttingen
Campus Göttingen 15 Millionen Euro für Herzschwäche-Forschung an der Unimedizin Göttingen
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13:30 29.05.2020
Prof. Gerd Hasenfuß Quelle: r
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Göttingen

Der Sonderforschungsbereich Herzschwäche an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) wird weiter gefördert: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat der Abteilung für die kommenden vier Jahre Fördermittel in Höhe von 14,6 Millionen Euro zugesagt. Damit geht der Forschungsbereich „Modulatorische Einheiten bei Herzinsuffizienz“ ab Juli 2020 in seine dritte Förderperiode. Das teilt die UMG mit.

Ziel des Sonderforschungsbereichs sei, die „Volkskrankheit“ Herzschwäche besser zu verstehen und neue Verfahren für eine wirksamere Behandlung der Erkrankung zu entwickeln. Die Forscher stellen dafür nach Angaben der UMG die Kommunikation zwischen Herzzellen und Zellorganellen, also einzelnen Bestandteilen der Zellen, nach, um die Signalwege zu untersuchen. Denn: Eine gestörte Kommunikation zwischen den Zellen, so der Stand der Forschung, kann zur Entstehung von Herzschwäche beitragen.

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Ein Vorteil für die gesamte UMG

Nach Angaben der UMG haben die Forscher im Sonderforschungsbereich Herzschwäche in den vergangenen Jahren unter anderem neue Medikamente zur Behandlung von Herzschwäche, ein Ultraschallverfahren zu ihrer Diagnostik und ein „Herzpflaster“ auf Stammzellenbasis entwickelt. Der Sprecher des Bereichs, Prof. Gerd Hasenfuß, sieht die Forscher durch die Förderung in ihrer Arbeit bestätigt: „Die weitere Förderung ermöglicht uns, neue Verfahren zur Behandlung der Herzinsuffizienz zu identifizieren, die wir dann im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) erstmals klinisch einsetzen werden.“

Die Förderung des Sonderforschungsbereiches sei vorteilhaft für die ganze Universitätsmedizin, ist Prof. Wolfgang Brück, Vorstand Forschung und Lehre und Dekan der Medizinischen Fakultät, überzeugt: „Die Entscheidung der DFG belegt die herausragende Kompetenz und Expertise der Herzforschung an der Universitätsmedizin Göttingen und der wissenschaftlichen Institute am Göttingen Campus.“ Die stetig wachsende Qualität der Forschung stärke die Attraktivität des Standorts.

Niedersachsenweit verlängert die DFG die Förderung von zwei Sonderforschungsbereichen – außer dem in Göttingen beschäftigt sich der zweite in Hannover mit Quantenzuständen. Björn Thümler (CDU), Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, sagt dazu: „Es freut mich besonders, dass sich Anträge in Forschungsfeldern durchgesetzt haben, die spannende und gesellschaftlich wichtige Fragen behandeln.“ Gesundheitsforschung gehöre zu den Leuchttürmen der niedersächsischen Forschungslandschaft und habe ein hohes Innovationspotenzial.

Eine der häufigsten Krankheiten in Europa

Herzschwäche, auch bekannt als Herzinsuffizienz, gilt als eine der häufigsten Erkrankungen in Europa. Rund zwei Prozent der europäischen Bevölkerung sind nach Angaben der UMG davon betroffen. Trotz der Entwicklung moderner, effektiver Behandlungsverfahren werde die Lebensqualität der Patienten in vielen Fällen stark eingeschränkt. Aktuell überlebe nur etwa die Hälfte aller Erkrankten mehr als fünf Jahre mit der Krankheit. Am Sonderforschungsbereich Herzschwäche an der UMG sollen Wege gefunden werden, Lebensqualität und Lebenserwartung von Erkrankten zu erhöhen.

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Von Tammo Kohlwes