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Göttingen 25 Millionen Euro für zwei Sonderforschungsbereiche
Campus Göttingen 25 Millionen Euro für zwei Sonderforschungsbereiche
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15:30 25.11.2019
Blick über eine Palmölplantage auf Sumatra in Indonesien. Quelle: dpa
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Göttingen

Der SFB „Transportmaschinen und Kontaktstellen zellulärer Kompartimente“ erhält in der zweiten Förderperiode rund 10,3 Millionen Euro für die kommenden vier Jahre. Der SFB „Ökologische und sozioökonomische Funktionen tropischer Tieflandregenwald-Transformationssysteme (Sumatra, Indonesien)“ wird zum dritten Mal für weitere vier Jahre verlängert und erhält rund 14,5 Millionen Euro. Forscher der UMG und des MPI für experimentelle Medizin sind beteiligt an dem neuen SFB Transregio TRR „Checkpoints in der Regeneration des zentralen Nervensystems“ zur Erforschung von Regeneration im Nervengewebe. Der SFB TRR wird ab dem 1. Januar 2020 mit rund 10 Millionen Euro gefördert.

Wissenschaftler aus 16 Arbeitsgruppen

Zellen sind unterteilt in membranumschlossene Funktionsräume, die Zellkompartimente. Wie gelingt es, dass trotz der räumlichen Trennung Moleküle und Informationen zwischen den Kompartimenten ausgetauscht werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Sonderforschungsbereich SFB „Transportmaschinen und Kontaktstellen zellulärer Kompartimente“. In der zweiten Förderperiode arbeiten Wissenschaftler aus 16 Arbeitsgruppen aus den verschiedenen Bereichen der Biochemie und molekularen Zellbiologie am Standort Göttingen Campus in 17 Projekten zusammen. Beteiligt sind Forscher aus acht Kliniken und Instituten der Universitätsmedizin Göttingen, aus dem MPI für biophysikalische Chemie, der Universität Münster und dem Weizmann Institute of Science, Rehovot Israel.

Ziel des SFB ist es zu untersuchen, welche Rolle Transportmaschinerien und Kontaktstellen zwischen Kompartimenten für die zelluläre Organisation und Physiologie haben. „Wir möchten verstehen, wie die Kombination dieser Systeme die spezifische Verteilung von Molekülen innerhalb der Zelle vermittelt. Außerdem möchten wir klären, wie es damit gelingt, zelluläre Kompartimente funktionell zu einem übergeordneten Ganzen zusammenzuschließen“, sagt Prof. Peter Rehling, Direktor des Instituts für Zellbiochemie der UMG und Sprecher des SFB. Die Projekte dieses SFB zielen darauf ab, grundlegende Prinzipien des Lebens besser zu verstehen.

Rodung tropischer Regenwälder

Der internationale SFB „Ökologische und sozioökonomische Funktionen tropischer Tieflandregenwald-Transformationssysteme (Sumatra, Indonesien)“ ist an der Fakultät für Biologie und Psychologie angesiedelt. An den 24 Teilprojekten sind Wissenschaftler von fünf Fakultäten der Universität Göttingen, der Universität Hohenheim, dem Thünen-Institut und der Leibniz-Gemeinschaft sowie drei Partneruniversitäten in Indonesien beteiligt. Sie untersuchen auf der indonesischen Insel Sumatra die Folgen der Umwandlung von tropischem Regenwald in Palmöl- und Kautschukplantagen. Die DFG fördert das Projekt weitere vier Jahre mit rund 14,5 Millionen Euro.

Die Rodung tropischer Regenwälder, um Holz und andere Waldprodukte zu gewinnen oder Nahrungs-, Futter-, Faser- und Energiepflanzen anzubauen, stellt ein zunehmendes globales Problem dar. „Wir wollen langfristig untersuchen, wie auf der Landschaftsskala die ökologischen Funktionen tropischer Regenwälder und landwirtschaftlicher Nutzungssysteme erhalten und verbessert werden können, bei gleichzeitiger Steigerung des Wohlstands“, erläutert SFB-Sprecher Prof. Stefan Scheu vom Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie. Ein Schwerpunkt der Forschung wird sein, den Einfluss von Anreicherungskulturen sowie von unterschiedlichen Dünger- und Pestizidintensitäten in Palmölplantagen zu untersuchen.

Neuer Sonderforschungsbereich

Zusammen mit der Technischen Universität (TUM) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) arbeiten Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) in dem neuen SFB „Checkpoints in der Regeneration des zentralen Nervensystems“ über Regulationsvorgänge der neuronalen Erholung. Sechs Arbeitsgruppen der UMG und zwei Arbeitsgruppen des Max-Planck-Instituts für experimentelle Medizin sind beteiligt. Das Forschungsvorhaben wurde von Prof. Mikael Simons (Institut für Zellbiologie der TUM), Prof. Alexander Flügel (Institut für Neuroimmunologie und Multiple-Sklerose-Forschung der UMG) und Prof. Martin Kerschensteiner (Institut für Neuroimmunologie der LMU) initiiert.

Die Forscher im SFB Transregio wollen besser verstehen, wie Reparaturvorgänge im Zentralnervensystem reguliert werden. In dem multidisziplinären Forschungsverbund untersuchen sie verschiedene Schädigungsszenarien, die durch Entzündung, Trauma oder Durchblutungsstörung verursacht werden. Methodisch kommen multimodale Bildgebungsstrategien und molekulare und funktionell-genetische Ansätze zum Einsatz, um die Erholungsvorgänge im lebenden Gewebe verfolgen zu können.

Von Peter Krüger-Lenz

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