Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen 3000 Besucher beim Tag der offenen Sammlung an der Uni Göttingen
Campus Göttingen 3000 Besucher beim Tag der offenen Sammlung an der Uni Göttingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:39 27.10.2013
Von Angela Brünjes
Seltene Gelegenheit: Die Lehrsammlung der Ur- und Frühgeschichte ist nur am Tag der offenen Sammlung für Besucher geöffnet. Quelle: Pförtner
Anzeige
Göttingen

Am Sonntag zitierte Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel den Universalgelehrten, um die Bedeutung der Sammlungen und Museen der Universität zu verdeutlichen. Die Hochschule verfügt zwar nicht mehr über ein akademisches Museum, hat dessen Wert aber erkannt und will, so die Pläne von Beisiegel, bis 2015 ein Haus des Wissens einrichten.

Mit dem ersten „Tag der offenen Sammlung“ wurde am Sonntag nicht nur die neue Zentrale Kustodie eröffnet, sondern die teilnehmenden 28 Sammlungen zeigten, was sie zu bieten haben. Dazu gehörte vieles, wozu  die Besucher nur am Sonntag Zugang erhielten.

Anzeige

3000 Besucher kamen nach Angaben der Universität: Chemie-Museum oder Physicalisches Cabinet auf dem Nordcampus, Algensammlung am Nikolausberger Weg, drei botanische Gärten, die Anthropologische Sammlung im Blumenbach-Institut oder die Sammlung Mathematischer Modelle in der Bunsenstraße waren nur einige der Angebote.

Warteschlangen schon am Morgen

In der Lehrsammlung der Ur- und Frühgeschichte ist Besichtigungstrubel nicht vorgesehen. Aber nun darf sogar das eine oder andere Objekt in die Hand genommen werden. Daniel Lengel hat ein Schwert aus der Bronzezeit im Griff. Gefäße, Steine und Scherben sind sonst für die Ausbildung der Studierenden vorgesehen.

Auch der Heyne-Saal in der Staats- und Universitätsbibliothek (SUB), seit einigen Jahren der Öffentlichkeit nicht zugänglich, kann besichtigt werden. Am Morgen habe es schon Warteschlangen gegeben, berichtet Dr. Silke Glitsch, Pressesprecherin der SUB. Auch für die Mittagsführung ist der Andrang mit 40 Personen groß.

3000 Besucher kamen zum Tag der offenen Sammlung an der Uni Göttingen.

Der Saal, benannt nach dem ersten Direktor der Bibliothek Christian Gottlob Heyne, beherbergt einen Großteil des historischen Bestands. Führungen und Vorträge zu anderen Themen allein in der SUB reichen für ein Tagesprogramm. 

Auch in der Sammlung der Gipsabgüsse wird deutlich, dass viele Schätze der Universitätssammlungen zugleich auch aus der Anfangszeit der Hochschule stammen. Dazu gehören viele Objekte, die einst im akademischen Museum zu sehen waren. Dessen Bestand und später hinzugekommene Exponate sind heute in den Sammlungen in den Fakultäten untergebracht.  

Schaufenster in unsere Sammlungen"

Universitätspräsidentin Beisiegel will mit dem Haus des Wissens die Bedeutung der Sammlungen wieder hervorheben. „Das Haus des Wissens soll ein Schaufenster in unsere Sammlungen hinein werden“, so Beisiegel. Im Universitätsgebäude am Bahnhof, bisher vom  Zoologischen Institut genutzt, soll es untergebracht werden.

Die neue Zentrale Kustodie soll die bestehenden Sammlungen  neu vernetzen und deren Bestand sichten. „Wir werden die Objekte entdecken und zeigen, sie erhalten und mit einer neu zu entwickelnden Datenbank erschließen, um sie für die Forschung und Lehre noch besser nutzen zu können“, fasst Direktorin Dr. Marie Luisa Allemeyer den Auftrag der Kustodie zusammen.

Im Auditorium am Weender Tor, dem Sitz der Zentralen Kustodie, wurde der Tag der offenen Sammlung am Sonntag eröffnet.